Adolf März
Ministerialrat Dr. phil. Adolf März (* 1. September 1918 in Karnabrunn, NÖ; † 13. August 1987 in Wien) war Sektionschef im Unterrichts- und Wissenschaftsministerium. Er ist Ehrenbürger von Neumarkt am Wallersee.
Leben
Adolf März wurde im Waldviertel geboren und wuchs in einfachen wirtschaftlichen Verhältnissen auf. Er besuchte die einklassige Volksschule seines Heimatortes und war Ministrant in der örtlichen Wallfahrtskirche. Schon früh entschied er sich für den Lehrerberuf. 1932 trat er in das Katholische Lehrerseminar in Wien ein, wo er 1937 maturierte.
Mit 1. September desselben Jahres begann er den Militärdienst als einjährig Freiwilliger. Die politischen Ereignisse ab 1938 führten zu mehreren Kriegseinsätzen, unter anderem im Sudetenland, in Polen, Frankreich und Russland. 1942 wurde er durch Granatsplitter schwer verletzt und verlor das Sehvermögen am linken Auge.
Nach Kriegsende kehrte er im Oktober 1945 in das zerstörte Wien zurück und erhielt eine Stelle als Volksschullehrer. Parallel zu seiner Unterrichtstätigkeit studierte er Pädagogik, Deutsch und Geschichte und promovierte 1949 zum Doktor der Philosophie. Er erwarb Lehramtsbefähigungen für Hauptschulen und Gymnasien.
1955 begann seine Tätigkeit im Unterrichtsministerium, wo er das Referat für Pflichtschulen übernahm. Er war maßgeblich an der Vorbereitung des Schulgesetzwerkes 1962 beteiligt, insbesondere an Fragen der Lehrerbildung und der Einführung des neunten Pflichtschuljahres. 1966 veröffentlichte er das Buch Schaffensfreude – Lebensfreude.
1968 wurde eine eigene Abteilung für Lehrerbildung eingerichtet, deren Leitung ihm übertragen wurde. Mit 1. Jänner 1971 erfolgte die Ernennung zum Sektionschef und schließlich Präsidialchef des Unterrichts- und Wissenschaftsministerium wurde. Sein Verantwortungsbereich umfasste nun Lehrerbildung, Schulplanung und Schulbau. In den Jahren 1970 bis 1977 entstanden unter seiner Mitwirkung über hundert neue mittlere und höhere Schulen, zudem wurden zahlreiche Schulbauprojekte umgesetzt.
März pflegte ein gutes Verhältnis zwischen Staat und Kirche und galt als engagierter Sozialdemokrat mit starkem katholischem Hintergrund. Er vertrat die Ministerien häufig im Ausland und erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1983 den "Stern der Völkerfreundschaft in Gold" der DDR.
1980 wurde er für seinen Einsatz beim Aufbau des Bundesschulzentrums zum Ehrenbürger von Neumarkt am Wallersee ernannt. Weitere Ehrenbürgerwürden folgten in Perg und Pinkafeld; zahlreiche Gemeinden verliehen ihm den Ehrenring.
Adolf März starb im August 1987 im 69. Lebensjahr. Seine Beisetzung erfolgte auf Wunsch der Familie im engsten Kreis am Friedhof Wien‑Döbling. Neumarkt am Wallersee verdankt ihm wesentliche Impulse für die Entwicklung zur Schulstadt.
Neben seiner Tätigkeit im Ministerium war er Vorsitzender des Jugendrotkreuzes, Aufsichtsratsvorsitzender des Bundesverlages und Kuratoriumsmitglied der Salzburger Festspiele.
Ehrung
In Würdigung seiner Verdienste um die Errichtung von zwei berufsbildenden und einer allgemeinbildenden höheren Schule neben den bestehenden Pflichtschulen verlieh ihm die Marktgemeinde Neumarkt am Wallersee 1980 ihre Ehrenbürgerschaft.
Quellen
- Enzinger, Franz Paul und andere: Neumarkt am Wallersee. Die junge Stadt im Flachgau. Festschrift zur Stadterhebung. Geschichtliche Grundlagen und Hintergründe. Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee 2000.
- Enzinger, Franz Paul: "Adolf März - 100. Geburtstag Neumarkter Ehrenbürger" in der Stadtinfo Neumarkt am Wallersee, Ausgabe Mai 2018, Seite 34
- Wien Geschichte Wiki