Theodor Herz
Dr. Theodor Herz war Arzt für Allgemeinmedizin.
Leben
Dieser Artikel enthält im Wesentlichen nur die wichtigsten biografischen Daten von Theodor Herz.
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Dr. Theodor Herz war von 1922 (von 1919 lt. Effenberger Anm.) bis Juni 1938 Sprengelarzt in Piesendorf und übte auch die Funktion eines Bahn-Vertrauensarztes aus. Herz war ein angesehener und gesuchter Mediziner, der insbesondere im Bereich Fußkrankheiten als Spezialist galt.
Da Theodor Herz jüdischer Abkunft war, sah er sich im Jahr 1938 nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht und der Okkupation Österreichs dazu gezwungen, nach Südamerika auszuwandern, um dem Naziterror und der drohenden Deportation zu entkommen. Der verstorbene ehemalige Bezirkshauptmann und Chronist Dr. Max Effemberger schrieb 1990 im Heimatbuch Piesendorf:
- Ältere Menschen in Piesendorf reden noch heute von einem Arzt und rühmen sein Können, vor allem aber seine Menschlichkeit in besonderer Weise: Dr. Theodor Herz. Er wurde am 16. April 1892 in Wien als Sohn jüdischer Eltern geboren. Vom 1. April 1919 bis Juni 1938 war er praktischer Arzt in Piesendorf, sicherlich sein erster Posten nach seiner Ausbildung als Turnusarzt, denn er war ja erst 27 Jahre alt, als er hierher kam. Dr. Herz war weitum bekannt und gesucht, vor allem bei Fußkrankheiten. Noch mehr gerühmt wurde aber seine menschliche Güte, behandelte er doch viele Menschen ohne jedes Honorar, denn in dieser Zeit hatten ja die Hilfesuchenden kaum Geld in Reserve. Und weiter: Diese menschliche Güte veranlasste sogar den damaligen Kreisleiter der NS-Zeit, Dr. Sepp Kastner in Zell am See, solange es ging, seine schützenden Hand über den „nichtarischen“ Arzt zu halten..
Wie der Zeitungsdokumentation des Historikers Siegfried Göllner über das Jahr 1938 zu entnehmen ist, wurde den jüdischen Ärzten mit Kassenvertrag bereits am 1. Juni 1938 der Kassenvertrag gekündigt. Davon war auch Dr. Herz in Piesendorf betroffen.
Der Zeithistoriker Albert Lichtblau erwähnt in seinem Buch (siehe Quellen) unter den von Vermögensentzug gegenüber Juden betroffenen Salzburger Orten auch die Gemeinde Piesendorf, wo zwei Personen betroffen waren (S. 23). Im Kapitel „Ausblick“ führt er in der Fußnote 598 auf S. 201 unter den aus Salzburg stammenden jüdischen Antragsstellern auf Vermögensrückstellung auch Theodor Herz, Argentinien, an, woraus deutlich wird, dass eine der beiden von einer "Arisierung" in Piesendorf betroffenen Personen Theodor Herz war.
Quellen
- Josef Lahnsteiner, Oberpinzgau, 2. Auflage, Eigenverlag, Hollersbach 1965, S. 658
- Zeitungsdokumentation 1938
- Albert Lichtblau, „Arisierungen“, beschlagnahmte Vermögen, Rückstellungen und Entschädigungen in Salzburg, Band 17/2 der Veröffentlichungen der Österreichischen Historikerkommission. Vermögensentzug während der NS-Zeit sowie Rückstellungen und Entschädigungen seit 1945 in Österreich, Oldenbourg Verlag Wien München 2004.
- Effenberger, Max, Heimatbuch Piesendorf, HG Gemeinde Piesendorf, Piesendorf 1990