Friedhof des St. Johanns-Spitals

Aus SALZBURGWIKI
Version vom 26. Mai 2023, 16:04 Uhr von Peter Krackowizer (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Der Pfeil bezeichnet die Lage des Friedhofs des St. Johanns-Spitals.

Der Friedhof des St. Johanns-Spitals war ein Friedhof in der Vorstadt Mülln der Stadt Salzburg.

Geschichte

Der Friedhof des St. Johanns-Spitals, des heutigen Landeskrankenhauses, bestand von 1695 bis 1896. Er befand sich westlich der Krankenhauskirche St. Johannes wenn man das Mülleggertor stadtauswärts durchschreitet. Er entstand zur selben Zeit wie das Spital und wurde am 11. Dezember 1695 geweiht. Zunächst wurden hier nur im Spital Verstorbene und Bedienstete der Anstalt begraben. Später auch Kinder des Waisenhauses. Ab 1791 wurden dann auch Verstorbene aus Mülln sowie aus den angrenzenden Gebieten Riedenburg und Maxglan. Zur Zeit von Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo wurde das Gräberfeld zu klein und um 1783 tauchte der Plan auf, für die gesamte Stadtbevölkerung einen gemeinsamen Friedhof zu schaffen (später dann erst 1879 im Kommunalfriedhof realisiert). Dazu wollte man ein Gebiet in der Riedenburg vor dem Sigmundstor verwenden, doch dieser Plan scheiterte am Widerstand der dort wenigen Bewohnern. So musste man sich damals unter Colloredo mit einer Erweiterung gegen Aiglhof begnügen. Das Leichenhaus befand sich wo ab 1912 das Gebäude der Prosektur stand. Von diesem Leichenhaus hieß es 1894 makaber "... es ist für vermutlich Scheintodte ein eigener Signalapparat angebracht ..."

Seit der Eröffnung des Spitalsfriedhofes bis 1896 sollen derselben Quelle nach 16 580 Begräbnisse stattgefunden haben. Das letzte war das der 61jährigen Dienstmagd Elise Fallnhauser am 31. März des Jahres. 1901 wurde der Friedhof dann "ausgeräumt". Es gibt keine fotografische Aufnahme, die diesen Friedhof zeigt.

Heute befinden sich im Bereich des ehemaligen Spitalsfriedhof die Gebäude der Dermatologie und der II. Medizin. Im Juni 2023 starteten die Salzburger Landeskliniken mit den Bauarbeiten für die Abteilung für Innere Medizin III am Salzburger Uniklinikum, zu der auch die Onkologie gehört, auf dem Gelände dieses ehemaligen Spitalsfriedhofes. Dafür werden Fahrradparkplätze umgesiedelt, Beleuchtungen entfernt und Bäume gerodet. Weiter südlich wird es Ersatzpflanzungen geben. Die Vorarbeiten beinhalten auch Grabungsarbeiten auf einem Teil des Geländes des Spitalsfriedhofes. Dort werden unter archäologischer Aufsicht dünne Schichten des Erdreichs abgetragen, um etwaige Reste des Friedhofes zu sichten und zu bergen.

Quellen