Die Schlacht bei Radstadt am 2. Juli 1526 war das vorläufige Ende der Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege im 16. Jahrhundert.

Geschichte

Voraussetzungen

Bereits 1525 war auch der Salzburger Erzbischof Matthäus Lang von Wellenburg durch Bauern in Bedrängnis gekommen war. Nur durch Hilfe von Truppen des Schwäbischen Bundes unter Führung von Georg von Frundsberg mit bayerischer Unterstützung konnte der Erzbischof den Aufstand beenden. Den Vertrag, Straffreiheit und Prüfung der Anliegen der Bauern, hatte der Erzbischof bald vergessen und unternahm im Herbst 1525 einen Straffeldzug gegen Schladming. Beim Landtag am 11. März 1526 bewilligten ihm die Abgeordneten eine Entschädigung von 100.000 Gulden, mit denen er ein Heer gegen die immer noch aufständischen Pinzgauer organisierte. Doch noch vor dem Einsatz dieses Heeres überfielen Pinzgauer Aufständische das provisorische Heer bei Golling in der Nacht vom 20. auf 21. April 1526. Am 21. April besetzten die Aufständischen den strategisch wichtigen Pass Lueg.

Michael Geißmayer trifft ein

Michael Geißmayer, der mittlerweile in Klosters in der Schweiz wohnte, zog mit 700 Mann in den Pinzgau, wo er seinen alten Bekannten, Peter Pässler, wieder traf. Dort hatten Aufständische am 6. April Mittersill der Kontrolle des Erzbischofs entrissen und warteten auf Geißmayer und seine Truppe.

Die Unruhen hatten sich auf den Pongau ausgeweitet. Dem Erzbischof gelang es aber, eine Spaltung zwischen dem reichen Bürgertum bzw. den besser gestellten Ständen und den unteren Ständen durch Zugeständnisse an die oberen Stände zu erreichen, was die Schlagkraft der Aufständischen minderte. Die unzufriedenen Pongauer Bauern und Bergknappen griffen dann als erstes Ziel Radstadt an, wo sie am 14. April 1526 auftauchten. Doch im Vertrauen auf die Mächtigkeit der Festungsmauern der Stadt weigerte sich Christoph Graf von Schernberg, Pfleger von Radstadt, den Forderungen der Aufständischen Folge zu leisten. Er verschanzte sich mit seinen 150 Landsknechten hinter den Mauern. Matthäus Lang hatte wohl gute Argumente für den Pfleger in Form von Privilegien. Diese erhielt ja dann auch die Stadt ein Jahr später für ihre tapfere Verteidigung als "großen Freiheitsbrief" und Titel "allzeit getreu". Darauf fußt noch bis heute das Recht Radstadts, auf Unterhalt einer uniformierten Bürgergarde.

Sechs Wochen tat sich nichts. Dann stieß Geißmayer mit seiner Truppe zu den Aufständischen und gemeinsam boten sie rund 5000 Mann nun auf. Am 4. Juni blies Geißmayer zum ersten Sturmangriff, der jedoch ergebnislos blieb. Seine Mannen hatten mit selbst gebauten, bereits erprobten Geschützen, die Stadt angegriffen. Diese Kanonen waren aus hartem Holz und wurden durch Eisenringe zusammen gehalten. Doch diese Kanone konnte nur mit einer schwachen Landung gefüllt werden, die maximal ein Kloster- oder Burgtor sprengen konnte. Aber die starken Mauern von Radstadt blieben damit unbeschadet.

Die Schlacht von Radstadt

Am 19. Juni näherte sich ein Entsatzheer des Schwäbischen Bundes vom zerstörten Schladming über den Mandlingpass her. Geißmayer wich einer offenen Schlacht aus und rückte nach Altenmarkt ab. Er versteckte seine Leute in Wäldern, umging das anrückende Heer und besetzte in ihrem Rücken den Mandlingpass. Hauptmann Philipp Stumpf vom Entsatzheer saß mit seinen 1.600 Mann in der Falle. Stumpf versuchte den Ausbruch und scheiterte jämmerlich. Aber Geißmayer konnte alle diese Vorteile nicht für sich nutzen, hatte eigenen Versorgungs- und Nachschubprobleme und zudem blieb die aus dem Pinzgau versprochene Unterstützung aus. So wurde sein Heer dann am 2. Juli 1526 in der Schlacht bei Radstadt vernichtend geschlagen. Geißmayer zog sich mit dem Rest seiner Leute über Sankt Johann im Pongau aus dem Pongau in den Pinzgau zurück.

Etwa 2.000 Leute von dem etwa 5.000 Mann starken Heer überlebten die Schlacht. Wer nicht fliehen konnte und die Hände des Erzbischofs fiel, der mit einem Heer von Salzburg nach Radstadt gekommen war, wurde gnadenlos umgebracht, durch das Schwert oder durch den Strang.

Quelle

  • Buch Eine Leiche in Habsburgs Keller: Der Rebell Michael Gaismair und sein Kampf um eine gerechtere Welt, Ralf Höller, Otto Müller Verlag, 2011, ISBN 978-3-7013-1182-8