Salzbergbahn Hallein

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Eine Gondel der Salzbergbahn in den 1950er- oder 1960er-Jahren.

Die Salzbergbahn Hallein auf den Dürrnberg in der Tennengauer Bezirkshauptstadt Hallein] war vom 22. August 1952 bis 30. September 2001 in Betrieb.

Geschichte

Bereits um 1900 gab es ein Projekt der Salzburger Eisenbahn- und Tramwaygesellschaft (SETG), das eine elektrische Zahnradbahn auf den Dürrnberg vorsah. Es wurde jedoch nie realisiert. Erst Anfang der 1950er-Jahre kam es dann zur Errichtung einer Gondelbahn. Das Projekt wurde aus Mitteln des Marshall-Plans finanziert.

Die Talstation befand sich am Rande des Stadtzentrums von Hallein, neben der heutigen Salzberghalle. Von dort führte sie hinauf nach Bad Dürrnberg. Sie war im Besitz der Salzbergbahn Hallein GesmbH. Die Salzbergbahn Hallein hatte in ihrer Grundfunktion die Aufgabe eines öffentlichen Verkehrsmittels, das Bad Dürrnberg mit dem dem Tal verband. Denn sie war bis zur Eröffnung der Straße in den 1980er-Jahren eine wichtige Verkehrsverbindung. Nach der Eröffnung der Dürrnberger Landesstraße (L 256) verlor die Seilbahn jedoch ihre Bedeutung als öffentliches Verkehrsmittel und der Betrieb wurde eingestellt.

Nach 49 Jahren fuhr diese am 30. September 2001 zum letzten Mal von Hallein zur Bergstation Bad Dürrnberg.[1]

Seilbahnunglück 1965

Am Freitag, den 19. März 1965 ereignete sich ein schweres Seilbahnunglück. Um 20:30 Uhr rollte bei der letzten Fahrt eine Gondel zurück und riss zwei weitere Gondeln mit sich. Durch den Zusammenprall wurde eine Person getötet, zehn andere, zum Teil schwer, verletzt.[2]

Die Gondeln waren mit je vier Personen besetzt und waren im Abstand von je 140 Metern unterwegs. Als die erste Gondel den ersten Stützmast passierte, begann sie rückwärts zu rollen. Augenzeugen berichteten von einem grellroten Feuerschein, der durch die Reibung entstand. Nachdem die erste Gondel die hinter hier fahrende gerammt hatte, traf sie auf die dritte und schleuderte diese in die Bergstation zurück. Die Seilbahn war durch eine automatische Notschaltung zwar zum Stillstand gekommen, konnte aber das Ausmaß des Unglücks nicht mehr verhindern oder beeinflussen. Die Rettungskräften durchkämmten sofort das Gelände und fanden auch einen Fahrgast schwerverletzt, der aus der Gondel gesprungen war.

Nachdem Bürgermeister Brandauer, Vizebürgermeister Holztrattner und Stadtrat Viertbauer schon bald am Unglücksort erschienen war, traf gegen Mitternacht auch Landeshauptmann Dr. Hans Lechner ein. Bereits um 04 Uhr Früh trafen die Mitglieder einer Untersuchungskommission des Verkehrsministeriums aus Wien ein.

In einer offiziellen Stellungnahme hieß es, dass das Unglück vermutlich auf unzureichende Wirkung des die Verbindung mit dem Zugseil herstellenden Klemmapparats des ersten verunglückten Seilbahnwagens zurückzuführen war. Bei dem Todesopfer handelte es sich um die 29jährige Professorengattin Erna Scheichl, deren Mann Dr. Walter Scheichl schwerverletzt das Unglück überlebte.[3]

Doch die Untersuchskommission kam zu einem überraschenden Ergebnis. Messungen zeigten, dass die Klemmvorrichtung der Unglücksgondel nach dem Unglück nicht nur einwandfrei funktionierte, sondern eine weit über die Vorschriften hinausgehende Klemmkraft besaß. Die Untersuchungen wurden fortgesetzt.[4]

Die "Wiener Städtische Versicherungsanstalt" und die Stadtgemeinde Hallein stellten je 50.000,-- Schilling als Schmerzensgeld zur Verfügung. Im Jänner 1966 wurde immer noch über die Verteilung gestritten.[5]

Technik und Daten

Die Salzbergbahn Hallein war eine Umlauf-Kabinenbahn nach dem System Girak' und wurde von einem Elektromotor angetrieben, der sich in der Bergstation auf dem Dürrnberg befand. Die Gondel wurde über eine Laufschiene händisch zum Tragseil bewegt, in das sie sich mittels eines Federmechanismus wieder am Zugseil festklemmte. Eingefahren in Berg- oder Talstation lösten sich diese Klemmen wieder, wurden händisch um die Umlenkrolle geführt, die Gäste stiegen ein, die Kabine wurde wieder in das Zugseil eingeklemmt.

Die Seilbahn war auf ihrer schrägen Länge 16 500 Meter lang und überwand dabei einen Höhenunterschied von 348 Meter. Ihre Kapazität betrug in jede Richtung 400 Personen.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle dieses Datums www.meinbezirk.at
  2. www.sn.at, Archiv der Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom 20. März 1965, Seite 4
  3. www.sn.at Archiv SN, 20. März 1965, Seite 4
  4. www.sn.at, Archiv SN, 20. März 1965, Seite 4
  5. www.sn.at, Archiv SN, 15. Jänner 1966, Seite 7