Benutzer:Archiv/Internationale Notizen rund um den Coronavirus
Dieser Artikel sammelt internationale Notizen rund um den Corona-Virus ab März 2020.
Einleitung
Da sich das Salzburgwiki nur mit Themen beschäftigt, die einen Salzburgbezug haben müssen, wird dieser Artikel nicht in der Artikelliste des Salzburgwikis geführt. Aber aufgrund der Bedeutung der Infektionskrankheit Covid-19 möchte Administrator Peter einige Eckdaten und besondere internationale Ereignisse hier festhalten. Über die Ereignisse im Bundesland Salzburg informiert der Artikel Corona-Virus und das Bundesland Salzburg.
Unter diesem Link werden die weltweit dauernd aktualisiert zusammengefassten Daten zu offiziell registrierten CoV-Infektionen von der Johns Hopkins University veröffentlicht.
Internationale Entwicklung
Bis erste Hälfte März
Der internationale Flugverkehr brach Anfang März um die Hälfte ein. Der Luftfahrt-Branchenverband IATA erwartet durch das Virus für die Fluggesellschaften insgesamt einen Umsatzverlust zwischen 63 und 113 Mrd. Dollar, umgerechnet 56 bis 102 Mrd. Euro. Das entspricht dem Wegfall von bis zu 19 Prozent der Gesamtumsätze im Passagiergeschäft (Stand 6. März 2020). Die weltweit größte Ferienmesse, die Internationale Tourismus-Börse (ITB) in Berlin, Deutschland, die Anfang März hätte stattfinden sollen, wurde wenige Tage vor Beginn abgesagt (erwartet waren rund 10 000 Aussteller und 120 000 Fachbesucher aus aller Welt). Auch in der Sportwelt kam es zu Absagen von größeren Veranstaltungen wie dem Finalwochenende im Skirennsport, des ersten Laufs zu Moto-GP oder bei Radsportklassikern in Oberitalien.
Italien wurde von dem Virus am stärksten betroffen. Zunächst wurden in den betroffenen norditalienischen Regionen teilweise Dörfer abgeriegelt, Supermärkte, Bars und Restaurants geschlossen, der Carneval in Venedig (24. Februar war der Faschingsmontag) sowie zahlreiche Sportveranstaltungen abgesagt. In Folge schlossen zahlreiche Schulen sowie Universitäten und das öffentliche Leben in diesen italienischen Regionen kam weitgehend zum Erliegen. Am 10. März schloss Italien seine Grenzen für den Personenverkehr. Diese Maßnahme sollten zunächst bis 25. März gelten. Die Österreichischen Bundesbahnen stellten den Zugverkehr nach Italien ein. Am 11. März wurde der Flughafen Mailand-Linate geschlossen, für österreichische Flugzeuge wurde ein Landeverbot auf allen italienischen Flughäfen ausgesprochen. Am 12. März mussten dann alle Bars und Restaurants sowie der gesamte Handel mit Ausnahme von Supermärkten, Apotheken und Zeitungskiosken auf Anordnung der Regierung geschlossen werden. Am 12. März waren in Italien mehr als 12 400 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 820 sind gestorben.
9. bis 15. März
Die Woche vom 9. bis 15. März brachte die erste großen wirtschaftlichen Veränderungen. Deutsche und italienische Reedereien ließen ihre Kreuzfahrtschiffe ankern und für mindestens zwei Wochen keine Kreuzfahrten mehr durchführen. Die Deutsche Lufthansa AG überlegte ein Ansuchen um Staatshilfe zu stellen und die Vereinigten Staaten von Amerika erließen ein Einreiseverbot für Europäer.
Aufgrund von positiv getesteten Mitarbeitern des Formel-1-Teams McLaren wurde am Donnerstag, 12. März, der erste Formel-1-Lauf in Australien (15. März) abgesagt und zwei folgende Termine verschoben. Der Staffellauf des Olympischen Feuers wurde am Freitag, 13. März, in Griechenland abgebrochen. Trotz des Aufrufs, wegen der Corona-Virus-Epidemie zuhause zu bleiben, hatten sich Hunderte Einwohner der griechischen Kleinstadt Sparta am Straßenrand versammelt. Wie das griechische Olympische Komitee weiter mitteilte, werde der Fackellauf nach diesem Abbruch in Griechenland endgültig nicht fortgesetzt.
Japan hielt an der Durchführung der Olympischen Sommerspiele 2020 fest.
Am 13. März strich Lufthansa 70 Prozent ihrer Flüge, es musste der Flugverkehr mit der Türkei eingestellt werden und tags darauf rief Spanien den Notstand und ein Ausgangsverbot aus. Die Zahl der Corona-Virus-Fälle war in Spanien seit Tagen sprunghaft angestiegen - Bilanz des Gesundheitsministeriums vom Samstagabend, 14. März: Mehr als 6 000 Infektionen und über 190 Todesfälle.
In Frankreich wurden 4 500 Infektionen gezählt. Die Zahl der Toten stieg von Freitag auf Samstag um 12 auf 91.
Italien war nach wie vor das am stärksten betroffene europäische Land. Die Zahl der Todesfälle stieg in Italien auf 1 441, teilte der Zivilschutz am Samstag in Rom mit. Die Infektionen kletterten um 2 795 auf 17 750 Fälle. Die Lombardei in der im Norden Italiens gelegenen Po-Ebene war mit 966 Todesopfern die am stärkste betroffen Region. Circa 2 000 Sanitäter waren entweder infiziert worden oder unter Quarantäne zu Hause, schätzte der italienische Ärzteverband. Laut Gallera waren zwölf Prozent aller Infizierten in Italien Sanitäter. Die meisten von ihnen waren in norditalienischen Krankenhäusern im Einsatz. Wegen des zunehmenden Bedarfs an Medizinern wurden auch pensionierte Ärzte reaktiviert. Italien stellte Sardinien unter kompletter Quarantäne, nachdem Tausende Italiener vom Festland dorthin geflohen waren. Auch wurde die Reisefreiheit innerhalb Italiens aufgehoben, da zahlreiche Italiener aus dem Norden in den Süden des Landes gereist waren und noch reisen wollten.
In Deutschland waren bis zum Samstagnachmittag, 14. März, nach Zählungen des Robert Koch-Instituts (RKI) 3 795 laborbestätigte Covid-19-Fälle registriert worden - 733 mehr als am Vortag. Acht Menschen seien bisher an der Krankheit gestorben, teilte das RKI am Abend auf seiner Internetseite mit. Die meisten Fälle (1 154) meldete weiterhin Nordrhein-Westfalen, wo vor allem der Landkreis Heinsberg betroffen ist.
16. bis 22. März 2020
- 16. März
Am Montag, den 16. März stoppte der weltweit größte Touristikkonzern, die deutsche Touristik Union International (TUI) wegen dem Corona-Virus den größten Teil seines Geschäfts und beantragte zur Überbrückung Staatshilfe. Alle Pauschalreisen und Kreuzfahrten finden wegen der Vorgaben vieler Regierungen zur Eindämmung des Virus vorerst nicht statt, TUI-eigene Hotels wurden geschlossen. 1,4 Mrd. Euro habe TUI noch in Form eigener Mittel und Kreditlinien zur Verfügung. Die Fluglinienallianz Air France-KLM wird nach Angaben vom Montag im April und Mai zwischen 70 und 90 Prozent der Flüge streichen.[1]
Der ohnehin angeschlagenen italienische Fluglinie Alitalia droht in Kürze das Geld auszugehen. Trotz eines 400-Millionen-Euro-Zuschusses des italienischen Staates am Anfang des Jahres stehe die Fluglinie vor der Zahlungsunfähigkeit, sagte ein mit den Zahlen Vertrauter. Die Regierung ist laut Medien bereit zu einer Übernahme des Unternehmens. Weltweit lassen die Fluglinien einen wachsenden Teil ihrer Flotten am Boden. American Airlines als eine der größten Fluggesellschaften der USA kündigte etwa an, man wolle bis 6. Mai Dreiviertel aller internationalen Flüge streichen und damit praktisch die gesamte Flotte an Großraumflugzeugen außer Betrieb zu stellen.[2]
Am Montagnachmittag teilte die EU mit, alle Außengrenzen für alle nicht absolut notwendige Reisen und zunächst für 30 Tage zu schließen. Deutschland hatte schon in der Früh die Grenzen zu Österreich geschlossen.
- 18. März
Italien meldete mit 475 Todesopfer an einem Tag ein Rekordhoch.
- 19. März
Italien hatte im Zuge der Corona-Virus-Pandemie mehr Todesfälle als China gemeldet und ist mit 3 405 Opfern seit Beginn der Epidemie am 21. Februar das Land mit den meisten offiziell gemeldeten Toten auf der Welt.
- 20. März
In Italien wurden um 627 mehr Todesopfer als am Vortag gemeldet. Die Bilanz der Todesopfer kletterte damit auf 4 032 Personen, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Die Zahl der Infizierten kletterte von 33 190 auf 37 860 Menschen. 19 185 Infizierte befinden sich in Heimisolierung. 2 655 liegen auf der Intensivstation, das sind sieben Prozent aller Infizierten, teilte Italiens Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Freitag in Rom mit.
Im besonders heftig vom Coronavirus betroffenen Spanien ist die Zahl der Infizierten bis Freitagmittag auf knapp 20 000 gestiegen - 16 Prozent mehr als noch am Vortag. Mehr als 1 000 Menschen seien bereits gestorben, sagte der Leiter der Behörde für Gesundheitliche Notfälle (CCAES), Fernando Simon.
Der internationale Flugverkehr in Europa kam weitgehend zum Erliegen. Die Deutsche Lufthansa AG musste 700 ihrer 763 Flugzeuge am Boden stehen lassen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 138 000 Menschen.[3]
- 21. März
Tief-schwarze Tage für Italien:
- 19. März: 3 405 Todesopfer, 33 190 Infizierte (+4 480), 2 498 Personen liegen auf der Intensivstation. 4 440 Menschen sind inzwischen genesen.
- Lombardei: 2 168 Todesopfer (+209 zu gestern), 19 884 Infizierte (+2 171);
- 20. März: plus 627 Todesopfer
- 21. März: 4 825 Todesopfer (+793 zu gestern, so viele wie nie zuvor binnen eines Tages), 42 681 Infizierte;
- Lombardei: 3 095 Todesopfer (+546 zu gestern);[4]
- 22. März
651 mehr Todesopfer in Italien, Bilanz steigt auf 5 476 Todesopfer.
23. bis 29. März
- 23. März
In Spanien gehörten Mediziner zu den besonders stark vom Corona-Virus befallenen Menschen. Fast 4 000 Ärzte und Pfleger waren offiziellen Angaben vom Montag zufolge infiziert - das war fast jede zehnte Infektion. 601 mehr Todesopfer in Italien, Bilanz stieg auf 6 077. Italiens Städte überwachen Ausgangssperre mit Drohnen. Zwei Millionen Italiener wurden seit dem 11. März von der Polizei zur Überprüfung angehalten, 96 000 Personen erhielten Anzeigen wegen Missachtung der Ausgangssperre. Auch 2 277 Shopinhaber wurden angezeigt.
Sonstige erwähnenswerte Ereignisse
Türken setzen auf die Wirkung von Kölnisch Wasser
24. März: In zahlreichen Ländern hamstern die Menschen wegen der Corona-Virus-Pandemie Toilettenpapier - in der Türkei findet dagegen Kölnisch Wasser reißenden Absatz. Viele Türken sind der Überzeugung, dass das Duftwasser dank seines hohen Alkoholgehalts Hände und Gesicht wirksam reinigt und so vor einer Coronavirus-Infektion schützen kann.
In vielen Geschäften und Apotheken ist Kölnisch Wasser längst ausverkauft, nun blüht der Schwarzmarkt. Bereits Anfang März - noch bevor die Türkei ihren ersten bestätigten Corona-Infektionsfall meldete - hatten sich vor den Parfumerien auf dem berühmten Istanbuler Gewürzmarkt lange Schlangen gebildet. Heute sieht man dort vor allem "Kölnisch Wasser ausverkauft"-Schilder
Argentinien bietet Briten Hilfe an
24. März: Versöhnliche Geste inmitten der Corona-Pandemie: Trotz des erbitterten Konflikts um die Hoheit über die Falklandinseln hat Argentinien der britischen Regierung Unterstützung bei der Versorgung des Archipels im Südatlantik angeboten.
Argentinien könne die rund 3 000 Bewohner des britischen Überseegebiets mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen und gegebenenfalls Patienten zur Behandlung ausfliegen, sagte der für die Region zuständige Staatssekretär Daniel Filmus am Montag. "In solch einem schweren Moment ist die Solidarität der richtige Weg, um die vom Coronavirus ausgelöste Situation zu überwinden."
Die Falklandinseln stehen seit 1833 unter britischer Verwaltung, werden aber auch von Argentinien beansprucht. 1982 versuchten die Streitkräfte des südamerikanischen Landes, die Inselgruppe zu erobern. Nachdem die argentinischen Truppen während des 72 Tage dauernden Falklandkriegs eine Reihe von Niederlagen hinnehmen mussten, unterzeichneten die argentinischen und britischen Befehlshaber auf den Inseln einen Waffenstillstand. Insgesamt kamen in dem Konflikt 649 Argentinier, 255 Briten und drei Inselbewohner ums Leben. 2013 sprachen sich die Bewohner der von Argentinien als Islas Malvinas bezeichneten Inselgruppe mit großer Mehrheit für den Verbleib bei Großbritannien aus.
Milliarden-Textil-Auftragsrückrufe treffen Bangladesch
23. März: Weltweit führende Textilfirmen haben bei mehr als eintausend Fabriken in Bangladesch Aufträge über rund 1,5 Mrd. US-Dollar (1,4 Mrd. Euro) ausgesetzt oder storniert. Als Grund hätten die Firmen angegeben, dass ihre Läden wegen der Pandemie des neuartigen Coronavirus geschlossen seien, sagte die Chefin der Vereinigung der Textilproduzenten von Bangladesch, Rubana Huq, der Deutschen Presse-Agentur. Bangladesch ist nach China der größte Textilproduzent der Welt mit knapp 4 000 Fabriken und vier Millionen Arbeiterinnen - vorwiegend Frauen.
Kubas wichtigster Export: Mediziner helfen in der Krise
23. März: Kubas größte Exportschlager sind nicht etwa Rum oder Zigarren, sondern etwas, was in der Corona-Krise umso mehr zur Geltung kommt: Ärzte und Pfleger. Deren Entsendung ins Ausland ist die wichtigste Einnahmequelle des Karibikstaates - im Jahr 2018 waren es rund 6,4 Milliarden US-Dollar (etwa 5,9 Milliarden Euro).
Seit dem Wochenende sind 52 kubanische Mediziner in der Lombardei, um dem am schlimmsten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Land Italien zu helfen. Auch andere Länder, etwa Jamaika, haben in der Corona-Krise um die Entsendung kubanischen Medizinpersonals gebeten.
Kubanische Ärzte und Pfleger arbeiten derzeit im Auftrag ihrer Regierung in gut 60 Ländern, wo sie teils dringend benötigte Beiträge zur Gesundheitsversorgung leisten. Sie sind für den sozialistischen Staat auch ein Mittel der Diplomatie. Großes Lob gab es international für ihren Einsatz 2014 im Kampf gegen Ebola in Afrika.
Doch im Zuge politischer Veränderungen in Lateinamerika und unter Druck der USA sowie angesichts des Vorwurfs von Menschenrechtsverletzungen sind die Ärzte in manchen Ländern nicht mehr willkommen. Das drückt auf die Geldbörse der Regierung in Havanna. Es gebe zwar keine offiziellen Zahlen, sagt der Wirtschaftswissenschafter Ricardo Torres von der Universität Havanna. Es sei aber unbestreitbar, dass das Ende der Einsätze der Ärzte in manchen Ländern zu einer schweren Devisenknappheit in Kuba beitrage. Am schwersten wiegt der Fall Brasilien, der laut Torres einen Verlust von 250 bis 400 Millionen Dollar (228,64 bis 365,83 Mio. Euro) ) bedeutete.
Ende 2018 zog Kuba seine rund 8 300 Ärzte und Pfleger aus dem südamerikanischen Land ab. Nach dem Wahlsieg des rechten heutigen Präsidenten Jair Bolsonaro dort war es zum Streit mit Havanna gekommen. Bolsonaro warf Kuba vor, mit den Ärzten auch Spione geschickt zu haben. Auch aus anderen Ländern der Region - El Salvador, Ecuador und zuletzt Bolivien - kehrten kubanische Mediziner zurück, nachdem dort US-freundlichere Regierungen an die Macht kamen.
Seit 1963, vier Jahre nach der Revolution von Fidel Castro, schickte Kuba nach offiziellen Angaben insgesamt mehr als 400 000 Ärzte im Namen der internationalen Kooperation in 164 Länder. Manche der Aufnahmeländer zahlen für die Dienste, in anderen Fällen - derzeit in 22 Ländern - kommt Havanna für die Kosten auf.
Für die Mediziner selbst ist es auch eine Möglichkeit, etwas zum mageren kubanischen Gehalt von 50 US-Dollar (rund 47 Euro) im Monat dazu zu verdienen: Im Ausland bekommen sie monatlich 300 bis 900 Dollar. Dank eines dreijährigen Einsatzes in Venezuela habe sie ein Fest zum 15. Geburtstag ihrer Tochter bezahlen sowie einen Fernseher und Ersatzteile für das Auto ihres Bruders kaufen können, erzählt die Ärztin Mayrin Tablada.
Besonders viele Ärzte und Pfleger - fast ein Drittel derjenigen, die heute im Ausland im Einsatz sind - wurden zum engen politischen Verbündeten Venezuela entsandt. Im Jahr 2003 vereinbarten die beiden damaligen Staatschefs Castro und Hugo Chavez ein Programm, wonach Kuba im Gegenzug für das medizinische Personal Öl bekam.
Quellen
- Sofern nicht anders angegeben stammen alle Informationen aus den Salzburger Nachrichten-online und dortigen Artikel sowie Blog zum Corona-Virus
Einzelnachweise
- ↑ www.sn.at, 16. März 2020
- ↑ www.sn.at, 15. März 2020
- ↑ fvw, deutsche Fachzeitschrift für Fremdenverkehrswirtschaft (airline-unter-corona-einfluss-lufthansa-vorstand-verzichtet-auf-gehalt (nur für Abonnenten lesbar)
- ↑ Die Presse