Fürstenweg

Aus SALZBURGWIKI
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Fürstenwege waren Wege im Umfeld von fürstlichen und sonstigen adeligen Schlössern, die im Umfeld der Schlösser bzw. im erweiterten Landschaftsgartens nur den Salzburger Erzbischöfen bzw. der Aristokratie und deren Gefolge vorbehalten war. Fast alle bekannten Fürstenwege Salzburgs liegen im Umfeld von Freisaal und von Hellbrunn, d.h. sie liegen als Gartenwege fast sämtlich im Landschaftsgarten von Hellbrunn.

Geschichte

Fürstenwege waren in fürsterzbischöflicher Zeit und den Jahrzehnten danach eine Bezeichnung für gartenartige Wege, die im Wesentlichen dem Fürsterzbischof und seinem Gefolge bzw. der Aristokratie und deren Bedienten vorbehalten waren. Auffällig ist, dass abgesehen vom Fürstenweg in Schallmoos (heute Vogelweiderstraße) alle Fürstenwege im engen räumlichen Zusammenhang mit dem wichtigsten Lustschloss des Fürsterzbistums, dem Schlossgarten Hellbunn und dem Wasserschloss Freissal stehen. Diese Fürstenwege waren somit gleichsam Gartenwege im erweiterten Schlossgarten von Hellbrunn d.h. im zugehörigen Landschaftsgarten des Schlosses. Damit wird gut verständlich, dass eine Benützung dieser "Gartenwege" in fürsterzbischöflicher Zeit für die Allgemeinheit nicht erwünscht war.

Bekannte Fürstenwege im Raum der Stadt Salzburg sind:

  • Ein Weg vom stadtseitigen Beginn der Fürstenallee in den Raum Freissal.
  • Die Hofhaymer Allee, die einst den Namen "Freisaalallee" hatte und eine echtre Allee war.
  • Die Hellbrunner Allee von Freisaal nach Hellbrunn.
  • Der Weg entlang der Wasserspiele Hellbrunn. Er wird auch heute noch Fürstenweg genannt.
  • die Hellbrunner Straße vom Raum Südlich des Kajetanertores bis zum Schloss Freisaal.
  • Die Allee vom Ehrenhof Hellbrunn nach Osten bis direkt zum Ufer der Salzach.
  • Ein Weg entlang des Ostrandes des Hellbrunner Berges durch den Schlosspark Hellbrunn bis zum Anifer Törl, nach Anif, nächst dem bedeutsamen Schloss Anif weiter nach Süden bis in den Raum Niederalm.
  • Die heutige Vogelweiderstraße mit ihrem einst eindrucksvollen Alleebestand und den herrschaftlichen Schlösschen bzw. Höfen entlang der Allee. Sie hieß bis zur Eingemeindung nach Salzburg auch Fürstenweg.

In der Quelle wird eine belegte Ausfahrt des Fürsterzbischofs Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach am 2. April 1764 angeführt. Er fuhr zum Dürrnberg und war in Begleitung von Graf Auersperg, Fürst Lobkowitz, Graf Thun, Karl Graf von Zinzendorf und anderen Persönlichkeiten. Die dabei befahrenen Wege waren allerdings nicht durchwegs Fürstenwege.

Fürstenwege heute

  • in Salzburg Süd bzw. Morzg am Rande von Hellbrunn verläuft der östliche Arm dieses Fürstenweges, der geradlinig in den Ehrenhof des Schlosses Hellbrunn führt.

Landschaftsschutzgebiet

Der heutige Teil des Fürstenwegs in der Stadt Salzburg führt in seinen wesentlichen Teilen durch das Landschaftsschutzgebiet Salzburg-Süd. Er bildet die Grenze zwischen dem Stadtteil Morzg und dem südlich anschließenden Landschaftsraum Hellbrunn. Gemeinsam mit der Hellbrunner Allee ist die 1615 von Fürsterzbischof Markus Sittikus gepflanzte Lindenallee des Fürstenweges die älteste Allee Europas und daher von besonderer kulturhistorischer Bedeutung.

Quellen

  • Steiner, Gertraud: Salz als Attraktion - der Dürrnberg in seiner Geschichte, Otto Müller Verlag, 1998, ISBN 3-7013-0969-8
  • Homepage der Stadt Salzburg, Naturschutz (v. R. Medicus)