Gasthaus Kuglhof: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
(Erg nach Quelle Josef Eder (Baumeister und Historiker) ~~~~)
Zeile 3: Zeile 3:
 
Das '''Gasthaus Kuglhof''' ist ein Gasthof im [[Salzburg]]er Stadtteil [[Maxglan]] in direkter Nachbarschaft zum [[Pressezentrum Salzburg]] an der [[Karolingerstraße]].
 
Das '''Gasthaus Kuglhof''' ist ein Gasthof im [[Salzburg]]er Stadtteil [[Maxglan]] in direkter Nachbarschaft zum [[Pressezentrum Salzburg]] an der [[Karolingerstraße]].
  
==Geschichte==
+
== Geschichte ==
Der Kuglhof war im [[20. Jahrhundert]] der Landwirtschaftshof der [[Guglbrauerei]], heißt also eigentlich ''Guglhof'' und hat mit der Kugel nichts zu tun. Im Mai [[1911]] erwarb ihn die [[Stieglbrauerei]] und verpachtete ihn. [[1932]] brannte er ab, wurde aber [[1933]] wieder aufgebaut und erweitert. [[1936]] erhielt er eine für damalige Verhältnisse sensationelle Lehmbahn mit Nadelstreu und zog die [[Salzburger Stockschützen]] an.
+
1860 wurde das alte [[Baumannpetergut]] von Johann Maurachl gekauft. Er heiratete Rosina Holzegger, bürgerliche Guglbräuin. [[1870]] hörte in der Stadt das alte [[Guglbräu]] in der [[Judengasse]] zu bestehen auf und so errichtete Maurachl auf seinem Gut in Maxglan ein Gasthaus, das er „zum Kuglhof" nannte. Die Kugel, phonetisch ähnlich klingend, hat jedoch mit dem Gugl, dem Namen eines früheren Besitzer, nichts zu tun. Der "Kuglhof" war bald ein beliebter Ausflugsort für die Salzburger, viele kleine Gartenfeste wurden dort abgehalten. 1887 erbte ihn Klara Buttinger, die den Johann Dobler heiratete, den sie in Mitbesitz setzen ließ. [[1902]] war die Witwe wieder die Besitzerin.
 +
 
 +
Im Mai [[1911]] erwarb ihn die [[Stieglbrauerei]] und verpachtete ihn.  
 +
 
 +
[[1935]] am [[3. Jänner]] brannte der Gasthof, der zum Großteil aus Holz erbaut war, bis auf die Seitenwände ab. Auch der damalige Pächter, Stanislaus Ellwagner, erlitt bedeutenden Schaden.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19350104&query=%22Kuglhof%22&seite=7 [[ANNO]]], [[Salzburger Chronik]], 4. Jänner 1935, Seite 7</ref> Unter Kommerzialrat Direktor [[Heinrich Kiener]] wurde von der Stieglbrauerei nach den Plänen des Baumeisters Schwaiger durch die Firma Karl & Zimmermann auf der Stelle der Brandstätte ein neues hübsches Gasthaus erbaut und im Juli 1935 der Benützung übergeben.
 +
 
 +
[[1936]] erhielt er eine für damalige Verhältnisse sensationelle Lehmbahn mit Nadelstreu und zog die [[Salzburger Stockschützen]] an.
  
 
Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] befand sich beim Kuglhof ein [[Lager Kuglhof|russisches Kriegsgefangenenlager]]. Die Gefangenen mussten bei den Bauern in der Umgebung arbeiten<ref>Foto in ''Salzburg Vorstädte Album 1860−1930'', Verlag für Photographie, Wien 1998</ref>.
 
Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] befand sich beim Kuglhof ein [[Lager Kuglhof|russisches Kriegsgefangenenlager]]. Die Gefangenen mussten bei den Bauern in der Umgebung arbeiten<ref>Foto in ''Salzburg Vorstädte Album 1860−1930'', Verlag für Photographie, Wien 1998</ref>.
 +
 +
Ab [[1947]] war Anton Schenk neuer Pächter.
  
 
Noch eine Rarität: Der Kuglhof ist eines der wenigen Gasthäuser, die mit dem traditionellen [[Stiegl-Pferde|Pferdegespann der Stieglbrauerei]] beliefert werden.
 
Noch eine Rarität: Der Kuglhof ist eines der wenigen Gasthäuser, die mit dem traditionellen [[Stiegl-Pferde|Pferdegespann der Stieglbrauerei]] beliefert werden.
Zeile 18: Zeile 26:
  
 
„''Wir waren jetzt 13 Jahre im Tiroler Oberland.''“, sagt Preslmayr, der das gastronomische Handwerk in Wels und Bad Schallerbach erlernt hat. Kennengelernt haben sich die beiden bereits auf der Hotelfachschule in [[Bad Ischl]]. Dann studierten sie internationale Betriebswirtschaft in Innsbruck. Preslmayr war bis zuletzt in der Geschäftsleitung von Handl Speck beschäftigt. Stöllinger führte zehn Jahre lang den Vorzeigebetrieb Trofana Tyrol in Mils bei Imst. Auf die Frage, ob sie sich mit ihrer Hochschulausbildung nicht überqualifiziert für einen Traditionsgasthof fühlen, antworten sie mit ihrer Visitenkarte. Darauf steht der Firmenname, unter dem der Kuglhof in Zukunft geführt wird: „Herzblut Gastronomie GesmbH.“
 
„''Wir waren jetzt 13 Jahre im Tiroler Oberland.''“, sagt Preslmayr, der das gastronomische Handwerk in Wels und Bad Schallerbach erlernt hat. Kennengelernt haben sich die beiden bereits auf der Hotelfachschule in [[Bad Ischl]]. Dann studierten sie internationale Betriebswirtschaft in Innsbruck. Preslmayr war bis zuletzt in der Geschäftsleitung von Handl Speck beschäftigt. Stöllinger führte zehn Jahre lang den Vorzeigebetrieb Trofana Tyrol in Mils bei Imst. Auf die Frage, ob sie sich mit ihrer Hochschulausbildung nicht überqualifiziert für einen Traditionsgasthof fühlen, antworten sie mit ihrer Visitenkarte. Darauf steht der Firmenname, unter dem der Kuglhof in Zukunft geführt wird: „Herzblut Gastronomie GesmbH.“
 
+
== Weblink ==
==Fußnote und Quellen==
+
{{Homepage|http://www.kuglhof.at/}}
<references/>
+
== Fußnote und Quellen ==
 
{{Homepage|http://www.kuglhof.at/}}
 
{{Homepage|http://www.kuglhof.at/}}
 
* {{Quelle SN|21. und 25. August, 1. September 2012 sowie 8. Februar 2013}}
 
* {{Quelle SN|21. und 25. August, 1. September 2012 sowie 8. Februar 2013}}
+
* [[Josef Eder (Baumeister und Historiker)|Josef Eder]]: ''Der Kuglhof'' [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19350727&query=%22Eder%22&seite=9 [[ANNO]]], [[Salzburger Volksblatt]], 27. Juli 1935, Seite 9
 +
== Fußnoten ==
 +
<references/>
 +
 
 
[[Kategorie:Stadt Salzburg|Kuglhof, Gasthof]]
 
[[Kategorie:Stadt Salzburg|Kuglhof, Gasthof]]
 
[[Kategorie:Maxglan|Kuglhof, Gasthof]]
 
[[Kategorie:Maxglan|Kuglhof, Gasthof]]

Version vom 9. April 2019, 14:01 Uhr

Gasthaus Kuglhof
Für den Ansturm bereit, Gastgarten beim Kuglhof

Das Gasthaus Kuglhof ist ein Gasthof im Salzburger Stadtteil Maxglan in direkter Nachbarschaft zum Pressezentrum Salzburg an der Karolingerstraße.

Geschichte

1860 wurde das alte Baumannpetergut von Johann Maurachl gekauft. Er heiratete Rosina Holzegger, bürgerliche Guglbräuin. 1870 hörte in der Stadt das alte Guglbräu in der Judengasse zu bestehen auf und so errichtete Maurachl auf seinem Gut in Maxglan ein Gasthaus, das er „zum Kuglhof" nannte. Die Kugel, phonetisch ähnlich klingend, hat jedoch mit dem Gugl, dem Namen eines früheren Besitzer, nichts zu tun. Der "Kuglhof" war bald ein beliebter Ausflugsort für die Salzburger, viele kleine Gartenfeste wurden dort abgehalten. 1887 erbte ihn Klara Buttinger, die den Johann Dobler heiratete, den sie in Mitbesitz setzen ließ. 1902 war die Witwe wieder die Besitzerin.

Im Mai 1911 erwarb ihn die Stieglbrauerei und verpachtete ihn.

1935 am 3. Jänner brannte der Gasthof, der zum Großteil aus Holz erbaut war, bis auf die Seitenwände ab. Auch der damalige Pächter, Stanislaus Ellwagner, erlitt bedeutenden Schaden.[1] Unter Kommerzialrat Direktor Heinrich Kiener wurde von der Stieglbrauerei nach den Plänen des Baumeisters Schwaiger durch die Firma Karl & Zimmermann auf der Stelle der Brandstätte ein neues hübsches Gasthaus erbaut und im Juli 1935 der Benützung übergeben.

1936 erhielt er eine für damalige Verhältnisse sensationelle Lehmbahn mit Nadelstreu und zog die Salzburger Stockschützen an.

Während des Ersten Weltkriegs befand sich beim Kuglhof ein russisches Kriegsgefangenenlager. Die Gefangenen mussten bei den Bauern in der Umgebung arbeiten[2].

Ab 1947 war Anton Schenk neuer Pächter.

Noch eine Rarität: Der Kuglhof ist eines der wenigen Gasthäuser, die mit dem traditionellen Pferdegespann der Stieglbrauerei beliefert werden.

Von 1996 bis Ende 2012 war der Gasthof von der Familie Hawranek gepachtet. Deren Abschied sorgte in der Gastronomieszene für Aufsehen.

Der Kugelhof heute

Am 20. März 2013 eröffnete der Kuglhof unter seinem neuen Pächter, Peter Preslmayr, neu. „Das Datum haben wir bewusst gewählt“ sagt er. „Da ist nämlich Frühlingsbeginn.“ Dann schaut er seine Lebensgefährtin ziemlich verliebt an und fügt hinzu: „Und die Conny hat am 21. März Geburtstag.“ „Die Conny“ heißt übrigens noch Stöllinger. Sie ist in Fuschl am See aufgewachsen und seit 20 Jahren lebt sie mit ihrem Peter in wilder Ehe beisammen.

Wir sind uns bewusst, dass unser Vorgänger Alexander Hawranek riesige Fußstapfen hinterlassen hat“, sagt Preslmayr. Umso dankbarer seien sie auch, dass Hawranek in der Planungsphase noch beratend zur Seite stand. Hawranek streut Preslmayr und Stöllinger auch vorab Rosen: „Die beiden sind eine gute Wahl. Sie sind sehr sympathisch und mit dem festen Willen ausgestattet, den Kuglhof so weiterzuführen, dass sich die ehemaligen Stammgäste genauso wohlfühlen wie in den letzten 17 Jahren.

Wir waren jetzt 13 Jahre im Tiroler Oberland.“, sagt Preslmayr, der das gastronomische Handwerk in Wels und Bad Schallerbach erlernt hat. Kennengelernt haben sich die beiden bereits auf der Hotelfachschule in Bad Ischl. Dann studierten sie internationale Betriebswirtschaft in Innsbruck. Preslmayr war bis zuletzt in der Geschäftsleitung von Handl Speck beschäftigt. Stöllinger führte zehn Jahre lang den Vorzeigebetrieb Trofana Tyrol in Mils bei Imst. Auf die Frage, ob sie sich mit ihrer Hochschulausbildung nicht überqualifiziert für einen Traditionsgasthof fühlen, antworten sie mit ihrer Visitenkarte. Darauf steht der Firmenname, unter dem der Kuglhof in Zukunft geführt wird: „Herzblut Gastronomie GesmbH.“

Weblink

Fußnote und Quellen

Fußnoten

  1. ANNO, Salzburger Chronik, 4. Jänner 1935, Seite 7
  2. Foto in Salzburg Vorstädte Album 1860−1930, Verlag für Photographie, Wien 1998