Schach-Landesverband Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
(überarbeitet)
Zeile 1: Zeile 1:
Der '''Schach-Landesverband Salzburg''' (SLV),  gegründet 1950, ist ein sportlicher Fachverband (rechtlich ein Verein).
+
Der '''Schach-Landesverband Salzburg''' (SLV),  gegründet [[1950]], ist ein sportlicher Fachverband (rechtlich ein Verein).
  
 
== Der Verein ==
 
== Der Verein ==
Mitglieder sind die 29 (Stand 2013) Schachvereine (Klubs) und Schachsektionen von Sportvereinen im Bundesland Salzburg und angrenzenden Regionen von Oberösterreich und dem bayerischem Rupertiwinkel. Der Verband organisiert und koordiniert mit den Vereinen das Spielgeschehen, insbesondere die Mannschaftswettkämpfe, Einzellandesmeisterschaften und Entsendungen im Bundesland Salzburg.
+
Mitglieder sind die 29 (Stand 2013) Schachvereine (Klubs) und Schachsektionen von Sportvereinen im [[Bundesland Salzburg]] und angrenzenden Regionen von [[Oberösterreich]] und dem [[Bayern|bayerischem]] [[Rupertiwinkel]]. Der Verband organisiert und koordiniert mit den Vereinen das Spielgeschehen, insbesondere die Mannschaftswettkämpfe, Einzellandesmeisterschaften und Entsendungen im Bundesland Salzburg.
  
 
Bei den Mannschaftswettkämpfen wird in Leistungsklassen und Regionen, von der 2. Klasse bis zur Bundesliga-A (früher Staatsliga) gespielt.  
 
Bei den Mannschaftswettkämpfen wird in Leistungsklassen und Regionen, von der 2. Klasse bis zur Bundesliga-A (früher Staatsliga) gespielt.  
 
Schach ist von der LSO und BSO (wie auch international in mehr als 90  Staaten) als Sport anerkannt. Die psychische Wettkampfkomponente unter zeitlichem Druck ist dabei hoch anzusetzen. International sind nun 174 Länder (1/2013) in der  FIDE (Weltschachverband) vertreten. Es gibt Turnier-, Schnellschach- und Blitzschachbewerbe als Nah(kampf)schach. Das seltene Kompositionsschach und Fernschach werden stark mittels PC und Internet gespielt.  
 
Schach ist von der LSO und BSO (wie auch international in mehr als 90  Staaten) als Sport anerkannt. Die psychische Wettkampfkomponente unter zeitlichem Druck ist dabei hoch anzusetzen. International sind nun 174 Länder (1/2013) in der  FIDE (Weltschachverband) vertreten. Es gibt Turnier-, Schnellschach- und Blitzschachbewerbe als Nah(kampf)schach. Das seltene Kompositionsschach und Fernschach werden stark mittels PC und Internet gespielt.  
  
Mit Stand 1/2013 hat der SLV 1.716 registrierte, davon 769 aktive  Meisterschaftsspieler mit nationaler Elozahl. Für die aktiv Registrierten werden auch Abgaben an den ÖSB entrichtet.
+
Mit Stand 1/2013 hat der SLV 1 716 registrierte, davon 769 aktive  Meisterschaftsspieler mit nationaler Elozahl. Für die aktiv Registrierten werden auch Abgaben an den ÖSB entrichtet.
  
 
Die Spielgemeinschaft SIR (Royal-Inter-Salzburg-Süd) ist ein Bundesliga A (und auch B) Verein, der ASK, Mozart-1910, Schwarzach und Ranshofen sind Bundesliga-B Vereine (BL-B).
 
Die Spielgemeinschaft SIR (Royal-Inter-Salzburg-Süd) ist ein Bundesliga A (und auch B) Verein, der ASK, Mozart-1910, Schwarzach und Ranshofen sind Bundesliga-B Vereine (BL-B).
Zeile 15: Zeile 15:
 
==Geschichte==
 
==Geschichte==
  
Zwischen 1868 und 1879 sind in der Stadt Salzburg drei kleine Stadtturniere in Cafe´s am Platzl (Linzergasse) dokumentiert und wird im Oktober 1868 "ein Schachklub" mit etlichen Spielern in der Zeitung erwähnt. Dann gibt es eine Lücke.
+
Zwischen 1868 und 1879 sind in der Stadt Salzburg drei kleine Stadtturniere in Cafés am [[Platzl]] ([[Linzer Gasse]]) dokumentiert und wird im Oktober 1868 "ein Schachklub" mit etlichen Spielern in der Zeitung erwähnt. Dann gibt es eine Lücke.  
Das Schachspiel in der Stadt Salzburg verlagert sich nach dem Bahnbau 1875 vor allem in den 1890er Jahren und der aufkommenden wirtschaftlichen Entwicklung in ein neu errichtetes Cafe in der Neustadt an der heutigen Rainerstrasse. In den Cafe´s trifft sich das Bürgertum, höhere Beamte, Gewerbetreibende, Künstler. Zeitungslesen, Billard und Spiele prägen diese Kultur.
 
  
Im Frühjahr 1910, im Jahr des WM-Kampfes zwischen dem Deutschen Dr. Emanuel Lasker und dem Österreicher Carl Schlechter, wird die Salzburger Schachgesellschaft offiziell nach dem inoffiziellen Vorgänger im Cafe Krimmel, bzw. im Hotel Mirabell gegründet und finden im Juni und Herbst 1910 Mannschaftskämpfe gegen das bayrische Traunstein (und später gegen Trostberg) statt. Großmeister R. Spielmann wird dazu engagiert.  
+
Das Schachspiel in der [[Stadt Salzburg]] verlagert sich nach dem [[Westbahn|Bahnbau]] [[1875]] vor allem in den [[1890er]] Jahren und der aufkommenden wirtschaftlichen Entwicklung in ein neu errichtetes Café in der [[Neustadt]] an der heutigen [[Rainerstraße]]. In den Cafés trifft sich das Bürgertum, höhere Beamte, Gewerbetreibende, Künstler. Zeitungslesen, Billard und Spiele prägen diese Kultur.
  
Gegen diese Bayern wird oftmals gekämpft, auch 2x gegen Wels, solange es in Salzburg noch keine anderen Klubs gibt.  
+
Im Frühjahr [[1910]], im Jahr des WM-Kampfes zwischen dem Deutschen Dr. Emanuel Lasker und dem Österreicher Carl Schlechter, wird die Salzburger Schachgesellschaft offiziell nach dem inoffiziellen Vorgänger im [[Café Krimmel]] im [[Hotel Mirabell]] gegründet und finden im Juni und Herbst 1910 Mannschaftskämpfe gegen das bayrische [[Traunstein]] (und später gegen [[Trostberg]]) statt. Großmeister R. Spielmann wird dazu engagiert.  
Diese Klubs in den Stadtteilen, bzw. Gemeinden, Maxglan, Itzling und Lehen, und auch ein Schachzirkel in St. Johann i. Pongau folgen Anfang bis Mitte der 1930er. 1909 wird auch schon in Tamsweg (Lungau) eine vermutlich kurze Schachvereinsgründung beim Gasthaus Brandl aus wenigen Spielern zeitungsmäßig erwähnt.
 
Ab 1923 gibt es  eine kleine Schachgruppe, dem ATSV nahe, in Bischofshofen mit August Maggi und Jakobek.
 
  
Ab Oktober 1923 wird das Cafe Mozart in Salzburg-Getreidgasse nach mehreren Wechseln ein Schachcafe´und Sitz der Schachgesellschaft und wird auch aktuell täglich spätnachmittags, außer Wochenende, dort gespielt.
+
Gegen diese Bayern wird oftmals gekämpft, auch zwei Mal gegen Wels, so lange es in Salzburg noch keine anderen Klubs gibt. Diese Klubs in den Stadtteilen, bzw. Gemeinden [[Maxglan]], [[Itzling]] und [[Lehen]], und auch ein Schachzirkel in [[St. Johann im Pongau]] folgen Anfang bis Mitte der [[1930er]]. [[1909]] wird auch schon in [[Tamsweg]] ([[Lungau]]) eine vermutlich kurze Schachvereinsgründung beim Gasthaus Brandl aus wenigen Spielern zeitungsmäßig erwähnt.
 +
Ab 1923 gibt es  eine kleine Schachgruppe, dem ATSV nahe, in [[Bischofshofen]] mit August Maggi und Jakobek.
  
Erster Salzburger Landesmeister, damals noch ohne offiziellem Landesverband, wurde im November 1925 im Cafe´ Mozart- zur Überraschung der Stadtsalzburger- der Bischofshofner Eisenbahner August Maggi (1885-1973). Als "homum novum" (neuer Mensch) in der Presse bezeichnet. A. Maggi, der von der Grazer Schachgesellschaft her kam, spielt dann auch 1926 gegen den österreichischen Staatsmeister, den Wiener SR Wolff, immerhin ein beachtliches remis.
+
Ab Oktober [[1923]] wird das [[Café Mozart]] in Salzburg-[[Getreidegasse]] nach mehreren Wechseln ein Schachcafé und Sitz der Schachgesellschaft und wird auch aktuell täglich spätnachmittags, außer am Wochenende, dort gespielt.
 +
 
 +
Erster Salzburger Landesmeister, damals noch ohne offiziellem Landesverband, wurde im November [[1925]] im Café Mozart- zur Überraschung der Stadt-Salzburger- der Bischofshofner Eisenbahner August Maggi (* 1885, † 1973). Als "homum novum" (neuer Mensch) in der Presse bezeichnet. A. Maggi, der von der Grazer Schachgesellschaft her kam, spielt dann auch 1926 gegen den österreichischen Staatsmeister, den Wiener SR Wolff, immerhin ein beachtliches remis.
  
 
Früher wurden auch gern Korrespondenz-(Beratungs) -Schachpartien zwischen Schachgesellschaften von Städten gespielt.  
 
Früher wurden auch gern Korrespondenz-(Beratungs) -Schachpartien zwischen Schachgesellschaften von Städten gespielt.  
  
1910 bis in die 1930er sind Alois Laschensky, Willhelm Ullrich, Walter Kolneder und in den 1930ern Karl Mayr die besten heimischen Spieler.  
+
1910 bis in die [[1930er]] sind Alois [[Laschensky]], Willhelm Ullrich, Walter Kolneder und in den 1930ern Karl Mayr die besten heimischen Spieler.  
  
Stärkster Spieler der Salzburger Schachgesellschaft Anfang der 1920er Jahre und international angesehen, war der aus Teschen zugewanderte Bauunternehmer, Schachtheoretiker, Korrespondenzschachspieler und Problemkomponist Franz Motzko (1868-1929; Motzko Variante in der Spanischen Eröffnung).  
+
Stärkster Spieler der Salzburger Schachgesellschaft Anfang der [[1920er]] Jahre und international angesehen, war der aus Teschen zugewanderte Bauunternehmer, Schachtheoretiker, Korrespondenzschachspieler und Problemkomponist [[Franz Motzko]] (* 1868, † 1929; Motzko Variante in der Spanischen Eröffnung).  
 
In der ersten Republik fanden ab 1936 Meisterschaft zwischen den damaligen drei Vereinen in der Stadt Salzburg, die Schachgesellschaft, Maxglan und Itzling (organisiert durch eine Arbeitsgemeinschaft) statt.  
 
In der ersten Republik fanden ab 1936 Meisterschaft zwischen den damaligen drei Vereinen in der Stadt Salzburg, die Schachgesellschaft, Maxglan und Itzling (organisiert durch eine Arbeitsgemeinschaft) statt.  
  
Am [[1. Juli]] [[1947]] wird nach dem 2. Weltkrieg die inoffizielle Landesgruppe Salzburg gegründet und erfolgte der Beitritt zum ÖSB. 1947 fand auch ein WM-Aljechin Erinnerungsturnier statt.  
+
Am [[1. Juli]] [[1947]] wird nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] die inoffizielle Landesgruppe Salzburg gegründet und erfolgte der Beitritt zum ÖSB. 1947 fand auch ein WM-Aljechin Erinnerungsturnier statt.  
  
Der Landesverband wird offiziell [[1950]] anfangs mit sechs Mitgliedern ( Vereinen, bzw. Sektionen) gegründet: Mozart, Schachgesellschaft (SSG), Amateure-Itzling (dann ASV), Schachklub Bischofshofen, St. Johann und Zell am See.  
+
Der Landesverband wird offiziell [[1950]] anfangs mit sechs Mitgliedern ( Vereinen, bzw. Sektionen) gegründet: Mozart, Schachgesellschaft (SSG), Amateure-Itzling (dann ASV), Schachklub Bischofshofen, St. Johann im Pongau und [[Zell am See]].  
  
 
Seit [[1950]] läuft die Salzburger Mannschaftsmeisterschaft. 1953/1954 erfolgt Teilnahme am Mitropa-und Westropacup.  
 
Seit [[1950]] läuft die Salzburger Mannschaftsmeisterschaft. 1953/1954 erfolgt Teilnahme am Mitropa-und Westropacup.  
DI Erich Flir, Walter Wöll von Mozart und Georg Berner (Amateure Itzling) sind in den 1950ern die besten Spieler.
 
  
1950 teilte sich die Schachgesellschaft in die Spielstätten Cafe Posthof und Cafe Mozart.
+
DI Erich Flir, Walter Wöll von Mozart und Georg Berner (Amateure Itzling) sind in den [[1950er]] die besten Spieler.
In den 1970ern prägen W. Klimitschek, H. Peterwagner, und die Ranshofner J.Ager und W. Hackbarth das Schach, um nur einige gute zu nennen. Im Cafe´Mozart wird vor allem Blitzschach gespielt. Im Turnierschach entwickelt sich das Elosystem, eine variierende Messung der Spielstärken.
+
 
 +
1950 teilte sich die Schachgesellschaft in die Spielstätten [[Café Posthof]] und Café Mozart.
 +
 
 +
In den [[1970er]] prägen W. Klimitschek, H. Peterwagner, und die Ranshofner J. Ager und W. Hackbarth das Schach, um nur einige gute zu nennen. Im Café Mozart wird vor allem Blitzschach gespielt. Im Turnierschach entwickelt sich das Elosystem, eine variierende Messung der Spielstärken.
  
Gespielt wurde Schach privat und in Spielzirkeln auch zur Mozartzeit und später in den Kaffeehäusern gelegentlich immer schon. Auch die Arbeiterschaft hat oft in Kantinen und Gasthäusern gern Karten, aber auch Schach gespielt. Es wurde aber füher kaum etwas aufgezeichnet.  
+
Gespielt wurde Schach privat und in Spielzirkeln auch zur [[Mozart]]<nowiki>zeit</nowiki> und später in den Kaffeehäusern gelegentlich immer schon. Auch die Arbeiterschaft hat oft in Kantinen und Gasthäusern gern Karten, aber auch Schach gespielt. Es wurde aber früher kaum etwas aufgezeichnet.  
  
Schach ist interdisziplinär und beinhaltet sowohl sportliche, künstlerische, kulturelle wie wissenschaftliche Atribute.
+
Schach ist interdisziplinär und beinhaltet sowohl sportliche, künstlerische, kulturelle wie wissenschaftliche Attribute. Erst die erhöhte Mobilität, der zunehmende Wettkampfcharakter, formale Strukturen der Zeitkontrolle und Turnierformen führten dann zu juristischen und sportlichen Organisationsformen und zum jetzigen Schachsport.  
Erst die erhöhte Mobilität, der zunehmende Wettkampfcharakter, formale Strukturen der Zeitkontrolle und Turnierformen führten dann zu juristischen und sportlichen Organisationsformen und zum jetzigen Schachsport.  
 
  
Einige gute Salzburger Spieler:
+
== Einige gute Salzburger Spieler ==
Stärkster Salzburger Spieler war bisher Josef Klinger (jun.) aus St. Johann i.P., der 1985 den IM Titel (Internationaler Meister) und 1988 sogar den Grad eines IGM (Internationaler Großmeister) errungen hat. Seine besten Erfolge (2520 Elo, Dritter der Jugendweltmeisterschaft 1985 und mehrere große internationale Turniersiege, 3x Zürich, Berlin, Biel, Bad Wörishofen, Werfen, 1985 und 1993 Staatsmeister, ...) errang er Mitte der 1980er- Anfang der 1990er Jahre, verlegte sich dann aber auf das Profi-Pokern.  
+
Stärkster Salzburger Spieler war bisher Josef Klinger (jun.) aus St. Johann im Pongau, der 1985 den IM Titel (Internationaler Meister) und 1988 sogar den Grad eines IGM (Internationaler Großmeister) errungen hat. Seine besten Erfolge (2520 Elo, Dritter der Jugendweltmeisterschaft 1985 und mehrere große internationale Turniersiege, drei Mal Zürich, Berlin, Biel, Bad Wörishofen, Werfen, 1985 und 1993 Staatsmeister, ...) errang er Mitte der [[1980er]]- Anfang der [[1990er]] Jahre, verlegte sich dann aber auf das Profi-Pokern.  
Die gebürtige Tamswegerin, IM Eva Moser (später Kärnterin/nun Grazerin) ist Internationale Meisterin der allgemeinen Klasse mit ca. 2440 ELO (und WGM bei den Damen).
+
 
 +
Die gebürtige Tamswegerin, IM Eva Moser (später Kärnterin, nun Grazerin) ist Internationale Meisterin der allgemeinen Klasse mit ca. 2440 ELO (und WGM bei den Damen).
  
 
Salzburg hat zudem bislang sechs Meister des Weltschachbundes (FM, FIDE-Meister), einige nationale Meisterspieler (NM) und 2 CM (Meisterkandidaten) hervorgebracht.  
 
Salzburg hat zudem bislang sechs Meister des Weltschachbundes (FM, FIDE-Meister), einige nationale Meisterspieler (NM) und 2 CM (Meisterkandidaten) hervorgebracht.  
 
Höchste Elozahlen: H. Herndl (2380), R. Hanel (2375), F. Hager (2340), J. Kraschl (Jugendstaatsmeister), E. Schöppl und J. Fischer (Grazer Stadtmeister 1982) je ca. 2310, CM: A. Hinteregger, R. Scheiblmeier.
 
Höchste Elozahlen: H. Herndl (2380), R. Hanel (2375), F. Hager (2340), J. Kraschl (Jugendstaatsmeister), E. Schöppl und J. Fischer (Grazer Stadtmeister 1982) je ca. 2310, CM: A. Hinteregger, R. Scheiblmeier.
  
News 2015:
+
== News 2015 ==
 
Im Jugendschach der Mädchen konnte Magdalena Mörwald für Salzburg bereits 6! goldene Jugend-Staatsmeistertitel erringen (zuletzt 2015 in der U-12), ihre Schwester Miriam wurde Dritte der U-14 (2015).  
 
Im Jugendschach der Mädchen konnte Magdalena Mörwald für Salzburg bereits 6! goldene Jugend-Staatsmeistertitel erringen (zuletzt 2015 in der U-12), ihre Schwester Miriam wurde Dritte der U-14 (2015).  
 +
 
Daniela Wunderl ist Spielerin in der Frauen-Bundesliga.
 
Daniela Wunderl ist Spielerin in der Frauen-Bundesliga.
  
 +
== Turniere ==
 
Jährlich finden im Sommer internationale Turniere im Bundesland statt:
 
Jährlich finden im Sommer internationale Turniere im Bundesland statt:
 
*das Schwarzacher Open,
 
*das Schwarzacher Open,
*das Wallerseeopen in Neumarkt,
+
*das [[Wallersee]] Open in [[Neumarkt am Wallersee]]
*sowie die Seniorenstaatsmeisterschaften in Maria Alm.
+
*sowie die Seniorenstaatsmeisterschaften in [[Maria Alm am Steinernen Meer]]
  
 
== Vereine (Sektionen) des Schach-Landesverbandes Salzburg ==
 
== Vereine (Sektionen) des Schach-Landesverbandes Salzburg ==
Zeile 104: Zeile 108:
 
* Pinzgauer Schachsenioren
 
* Pinzgauer Schachsenioren
  
'''Landesmeister 2010''' (Archiv)
+
== Landesmeister 2010 (Archiv) ==
 
+
:LM 2010  
LM 2010  
+
::U18 männl.: Stefan Riemelmoser (ASKÖ Jugend und Schulschachclub Braunau)  
U18 männl.:
+
::U18 weibl.: Eva Wunderl (Schachvereinigung Oberndorf-Laufen)  
Stefan Riemelmoser (ASKÖ Jugend und
+
::U16 männl.: Severin Kliegl (Schachklub Royal Salzburg)  
Schulschachclub Braunau);
+
::U16 weibl.: Jacqueline Löw (Schachvereinigung Oberndorf-Laufen)
U18 weibl.: Eva Wunderl (Schachvereinigung
+
::U14 männl.: Emanuel Frank (TV Neumarkt am Wallersee 1867)  
Oberndorf-Laufen);
+
::U14 weibl.: Christine Auer (Schachvereinigung Oberndorf-Laufen)
U16 männl.: Severin Kliegl (Schachklub
+
::U12 männl.: Tobias Jakob (Schachklub Royal Salzburg)  
Royal Salzburg);
+
::U12 weibl.: Julia Just (Schulschach-AG)
U16 weibl.:
+
::U10 männl.: Paul Stellnberger (Schachklub Royal Salzburg)
Jacqueline Löw (Schachvereinigung
+
::U10 weibl.: Mitra Azad (Schachklub Royal Salzburg)
Oberndorf-Laufen);
+
::U8 männl.: Thomas Loreth (Schachvereinigung Oberndorf-Laufen)  
U14 männl.:
+
::U8 weibl.: Flora Haidenberger (TV Neumarkt am Wallersee 1867)  
Emanuel Frank (TV Neumarkt am
 
Wallersee 1867);
 
U14 weibl.:
 
Christine Auer (Schachvereinigung
 
Oberndorf-Laufen);
 
U12 männl.:
 
Tobias Jakob (Schachklub Royal Salzburg);
 
U12 weibl.: Julia Just (Schulschach-AG);
 
U10 männl.: Paul Stellnberger (Schachklub Royal
 
Salzburg);
 
U10 weibl.: Mitra Azad (Schachklub
 
Royal Salzburg);
 
U8 männl.: Thomas Loreth
 
(Schachvereinigung Oberndorf-Laufen);
 
U8 weibl.: Flora Haidenberger (TV Neumarkt am
 
Wallersee 1867).
 
  
 
== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
Zeile 144: Zeile 132:
  
 
[[Kategorie:Sport]]
 
[[Kategorie:Sport]]
 +
[[Kategorie:Organisation]]
 
[[Kategorie:Verein]]
 
[[Kategorie:Verein]]
 +
[[Kategorie:Sport]]
 +
[[Kategorie:Sportverein]]
 +
[[Kategorie:Schach]]

Version vom 12. Dezember 2015, 09:41 Uhr

Der Schach-Landesverband Salzburg (SLV), gegründet 1950, ist ein sportlicher Fachverband (rechtlich ein Verein).

Der Verein

Mitglieder sind die 29 (Stand 2013) Schachvereine (Klubs) und Schachsektionen von Sportvereinen im Bundesland Salzburg und angrenzenden Regionen von Oberösterreich und dem bayerischem Rupertiwinkel. Der Verband organisiert und koordiniert mit den Vereinen das Spielgeschehen, insbesondere die Mannschaftswettkämpfe, Einzellandesmeisterschaften und Entsendungen im Bundesland Salzburg.

Bei den Mannschaftswettkämpfen wird in Leistungsklassen und Regionen, von der 2. Klasse bis zur Bundesliga-A (früher Staatsliga) gespielt. Schach ist von der LSO und BSO (wie auch international in mehr als 90 Staaten) als Sport anerkannt. Die psychische Wettkampfkomponente unter zeitlichem Druck ist dabei hoch anzusetzen. International sind nun 174 Länder (1/2013) in der FIDE (Weltschachverband) vertreten. Es gibt Turnier-, Schnellschach- und Blitzschachbewerbe als Nah(kampf)schach. Das seltene Kompositionsschach und Fernschach werden stark mittels PC und Internet gespielt.

Mit Stand 1/2013 hat der SLV 1 716 registrierte, davon 769 aktive Meisterschaftsspieler mit nationaler Elozahl. Für die aktiv Registrierten werden auch Abgaben an den ÖSB entrichtet.

Die Spielgemeinschaft SIR (Royal-Inter-Salzburg-Süd) ist ein Bundesliga A (und auch B) Verein, der ASK, Mozart-1910, Schwarzach und Ranshofen sind Bundesliga-B Vereine (BL-B).

Der Pinzgauer Thomas Haslinger ist Ehrenmitglied des ÖSB für über 50 Jahre intensive Funktionärstätigkeit.

Geschichte

Zwischen 1868 und 1879 sind in der Stadt Salzburg drei kleine Stadtturniere in Cafés am Platzl (Linzer Gasse) dokumentiert und wird im Oktober 1868 "ein Schachklub" mit etlichen Spielern in der Zeitung erwähnt. Dann gibt es eine Lücke.

Das Schachspiel in der Stadt Salzburg verlagert sich nach dem Bahnbau 1875 vor allem in den 1890er Jahren und der aufkommenden wirtschaftlichen Entwicklung in ein neu errichtetes Café in der Neustadt an der heutigen Rainerstraße. In den Cafés trifft sich das Bürgertum, höhere Beamte, Gewerbetreibende, Künstler. Zeitungslesen, Billard und Spiele prägen diese Kultur.

Im Frühjahr 1910, im Jahr des WM-Kampfes zwischen dem Deutschen Dr. Emanuel Lasker und dem Österreicher Carl Schlechter, wird die Salzburger Schachgesellschaft offiziell nach dem inoffiziellen Vorgänger im Café Krimmel im Hotel Mirabell gegründet und finden im Juni und Herbst 1910 Mannschaftskämpfe gegen das bayrische Traunstein (und später gegen Trostberg) statt. Großmeister R. Spielmann wird dazu engagiert.

Gegen diese Bayern wird oftmals gekämpft, auch zwei Mal gegen Wels, so lange es in Salzburg noch keine anderen Klubs gibt. Diese Klubs in den Stadtteilen, bzw. Gemeinden Maxglan, Itzling und Lehen, und auch ein Schachzirkel in St. Johann im Pongau folgen Anfang bis Mitte der 1930er. 1909 wird auch schon in Tamsweg (Lungau) eine vermutlich kurze Schachvereinsgründung beim Gasthaus Brandl aus wenigen Spielern zeitungsmäßig erwähnt. Ab 1923 gibt es eine kleine Schachgruppe, dem ATSV nahe, in Bischofshofen mit August Maggi und Jakobek.

Ab Oktober 1923 wird das Café Mozart in Salzburg-Getreidegasse nach mehreren Wechseln ein Schachcafé und Sitz der Schachgesellschaft und wird auch aktuell täglich spätnachmittags, außer am Wochenende, dort gespielt.

Erster Salzburger Landesmeister, damals noch ohne offiziellem Landesverband, wurde im November 1925 im Café Mozart- zur Überraschung der Stadt-Salzburger- der Bischofshofner Eisenbahner August Maggi (* 1885, † 1973). Als "homum novum" (neuer Mensch) in der Presse bezeichnet. A. Maggi, der von der Grazer Schachgesellschaft her kam, spielt dann auch 1926 gegen den österreichischen Staatsmeister, den Wiener SR Wolff, immerhin ein beachtliches remis.

Früher wurden auch gern Korrespondenz-(Beratungs) -Schachpartien zwischen Schachgesellschaften von Städten gespielt.

1910 bis in die 1930er sind Alois Laschensky, Willhelm Ullrich, Walter Kolneder und in den 1930ern Karl Mayr die besten heimischen Spieler.

Stärkster Spieler der Salzburger Schachgesellschaft Anfang der 1920er Jahre und international angesehen, war der aus Teschen zugewanderte Bauunternehmer, Schachtheoretiker, Korrespondenzschachspieler und Problemkomponist Franz Motzko (* 1868, † 1929; Motzko Variante in der Spanischen Eröffnung). In der ersten Republik fanden ab 1936 Meisterschaft zwischen den damaligen drei Vereinen in der Stadt Salzburg, die Schachgesellschaft, Maxglan und Itzling (organisiert durch eine Arbeitsgemeinschaft) statt.

Am 1. Juli 1947 wird nach dem Zweiten Weltkrieg die inoffizielle Landesgruppe Salzburg gegründet und erfolgte der Beitritt zum ÖSB. 1947 fand auch ein WM-Aljechin Erinnerungsturnier statt.

Der Landesverband wird offiziell 1950 anfangs mit sechs Mitgliedern ( Vereinen, bzw. Sektionen) gegründet: Mozart, Schachgesellschaft (SSG), Amateure-Itzling (dann ASV), Schachklub Bischofshofen, St. Johann im Pongau und Zell am See.

Seit 1950 läuft die Salzburger Mannschaftsmeisterschaft. 1953/1954 erfolgt Teilnahme am Mitropa-und Westropacup.

DI Erich Flir, Walter Wöll von Mozart und Georg Berner (Amateure Itzling) sind in den 1950er die besten Spieler.

1950 teilte sich die Schachgesellschaft in die Spielstätten Café Posthof und Café Mozart.

In den 1970er prägen W. Klimitschek, H. Peterwagner, und die Ranshofner J. Ager und W. Hackbarth das Schach, um nur einige gute zu nennen. Im Café Mozart wird vor allem Blitzschach gespielt. Im Turnierschach entwickelt sich das Elosystem, eine variierende Messung der Spielstärken.

Gespielt wurde Schach privat und in Spielzirkeln auch zur Mozartzeit und später in den Kaffeehäusern gelegentlich immer schon. Auch die Arbeiterschaft hat oft in Kantinen und Gasthäusern gern Karten, aber auch Schach gespielt. Es wurde aber früher kaum etwas aufgezeichnet.

Schach ist interdisziplinär und beinhaltet sowohl sportliche, künstlerische, kulturelle wie wissenschaftliche Attribute. Erst die erhöhte Mobilität, der zunehmende Wettkampfcharakter, formale Strukturen der Zeitkontrolle und Turnierformen führten dann zu juristischen und sportlichen Organisationsformen und zum jetzigen Schachsport.

Einige gute Salzburger Spieler

Stärkster Salzburger Spieler war bisher Josef Klinger (jun.) aus St. Johann im Pongau, der 1985 den IM Titel (Internationaler Meister) und 1988 sogar den Grad eines IGM (Internationaler Großmeister) errungen hat. Seine besten Erfolge (2520 Elo, Dritter der Jugendweltmeisterschaft 1985 und mehrere große internationale Turniersiege, drei Mal Zürich, Berlin, Biel, Bad Wörishofen, Werfen, 1985 und 1993 Staatsmeister, ...) errang er Mitte der 1980er- Anfang der 1990er Jahre, verlegte sich dann aber auf das Profi-Pokern.

Die gebürtige Tamswegerin, IM Eva Moser (später Kärnterin, nun Grazerin) ist Internationale Meisterin der allgemeinen Klasse mit ca. 2440 ELO (und WGM bei den Damen).

Salzburg hat zudem bislang sechs Meister des Weltschachbundes (FM, FIDE-Meister), einige nationale Meisterspieler (NM) und 2 CM (Meisterkandidaten) hervorgebracht. Höchste Elozahlen: H. Herndl (2380), R. Hanel (2375), F. Hager (2340), J. Kraschl (Jugendstaatsmeister), E. Schöppl und J. Fischer (Grazer Stadtmeister 1982) je ca. 2310, CM: A. Hinteregger, R. Scheiblmeier.

News 2015

Im Jugendschach der Mädchen konnte Magdalena Mörwald für Salzburg bereits 6! goldene Jugend-Staatsmeistertitel erringen (zuletzt 2015 in der U-12), ihre Schwester Miriam wurde Dritte der U-14 (2015).

Daniela Wunderl ist Spielerin in der Frauen-Bundesliga.

Turniere

Jährlich finden im Sommer internationale Turniere im Bundesland statt:

Vereine (Sektionen) des Schach-Landesverbandes Salzburg

Stadt Salzburg und Umgebung

  • Allgemeiner Schachklub Salzburg (ASK)
  • 1. Salzburger Schachclub 1910, Mozart
  • Schachklub Salzburg-Süd (Die Stadtvereine Süd-, Royal und Inter spielen unter der Spielgemeinschaft SIR)
  • Schachklub Royal Salzburg
  • SC Inter Salzburg
  • Schulschach AG Österreich
  • Heeres-Sport-Verein Wals Sektion Schach
  • Sportunion Bergheim Sektion Schach
  • Kroatischer Schachverein SK "Pjesak"
  • (Postsportverein/Sektion Schach spielt beim ASK)

Flachgau und Tennengau

  • Halleiner Schachklub
  • Schachklub Golling
  • Schachfreunde Rif
  • Schachvereinigung Oberndorf-Laufen
  • Union-Schachclub Seekirchen
  • Schachclub Neumarkt
  • Schachfreunde Mattighofen
  • Naturfreunde Raiffeisen Mondseeland Sektion Schach
  • Museumsverein Obertrum am See
  • WSV-ATSV Ranshofen Schach
  • SPORTUNION Raiba Hochburg-Ach Sektion Schach

(Bad Ischl spielt nun beim Landesverband Oberösterreich.)

Pongau und Pinzgau

  • Sportverein Schwarzach im Pongau Sektion Schach
  • Sportverein Konkordiahütte - Tenneck Sektion Schach
  • Schachclub ASKÖ Radstadt
  • Sportclub Taxenbach Sektion Schach
  • Union Billard- und Schachclub Bruck Sektion Schach
  • Union Sportclub Uttendorf Sektion Schach
  • Heeres-Sportverein Saalfelden Sektion Schach
  • Schachklub Zell am See
  • Pinzgauer Schachsenioren

Landesmeister 2010 (Archiv)

LM 2010
U18 männl.: Stefan Riemelmoser (ASKÖ Jugend und Schulschachclub Braunau)
U18 weibl.: Eva Wunderl (Schachvereinigung Oberndorf-Laufen)
U16 männl.: Severin Kliegl (Schachklub Royal Salzburg)
U16 weibl.: Jacqueline Löw (Schachvereinigung Oberndorf-Laufen)
U14 männl.: Emanuel Frank (TV Neumarkt am Wallersee 1867)
U14 weibl.: Christine Auer (Schachvereinigung Oberndorf-Laufen)
U12 männl.: Tobias Jakob (Schachklub Royal Salzburg)
U12 weibl.: Julia Just (Schulschach-AG)
U10 männl.: Paul Stellnberger (Schachklub Royal Salzburg)
U10 weibl.: Mitra Azad (Schachklub Royal Salzburg)
U8 männl.: Thomas Loreth (Schachvereinigung Oberndorf-Laufen)
U8 weibl.: Flora Haidenberger (TV Neumarkt am Wallersee 1867)

Weblinks

Quellen

  • Homepage
  • Schach Aktiv, das österreichische Schachmagazin (monatlich)
  • Salzburger Sportjahrbuch des Landes
  • wikipedia /Schach/ Bundesliga /Österreich (Ergebnisse seit 1975/ Detailergebnisse seit 1991)