Eriocrania unimaculella: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zeile 4: Zeile 4:
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie==
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie==
  
Obwohl sich das von Mairhuber ([[1965]]) aus [[Leogang]] gemeldete Exemplar als Fehlbestimmung erwies, konnte ein unerkannt in der Landessammlung steckendes Exemplar durch genitalmorphologische Untersuchung dieser Art zugeordnet werden. Dieses Tier wurde ebenfalls von Mairhuber bei Wartberg gefangen. In neuester Zeit wurde die Art im Wörlemoos in [[Unzing]] und mehrfach im [[Gois]]er Moor entdeckt. Die drei Fundorte liegen auf ca. 440, 600  beziehungsweise 500 m Höhe. Auch in der [[Stadt Salzburg]] wurde durch Heimo Nelwek am 26.3.2012 ein Exemplar entdeckt. Weitere Fundorte in [[Land Salzburg|Salzburg]] sind nicht bekannt (Embacher et al., Kurz et al. 2010). Die Imagines fliegen Ende März und Anfang April auf Hochmooren um Moorbirken (''[[Betula pubescens]]'').
+
Obwohl sich das von Mairhuber ([[1965]]) aus [[Leogang]] gemeldete Exemplar als Fehlbestimmung erwies, konnte ein unerkannt in der Landessammlung steckendes Exemplar durch genitalmorphologische Untersuchung dieser Art zugeordnet werden. Dieses Tier wurde ebenfalls von Mairhuber bei Wartberg gefangen. In neuester Zeit wurde die Art im Wörlemoos in [[Unzing]] und mehrfach im [[Gois]]er Moor entdeckt. Die drei Fundorte liegen auf ca. 440, 600  beziehungsweise 500 m Höhe. Auch in der [[Stadt Salzburg]] wurde durch Heimo Nelwek am 26.3.2012 ein Exemplar entdeckt. Schließlich wurden am 8.6.2013 noch eine Raupe und eine Fraßspur im Filzmoos bei [[Kaprun]] in rund 760 m Höhe gefunden. Somit ist die Art nun aus den Zonen I (Alpenvorland und Flyschzone), Ia ([[Stadt Salzburg]]), II (nördliche Kalkalpen) und IV (Zentralalpen) bekannt (Embacher et al. 2011, Kurz & Kurz 2013). Die Imagines fliegen Ende März und Anfang April auf Hochmooren um Moorbirken (''[[Betula pubescens]]'').
  
 
==Biologie und Gefährdung==
 
==Biologie und Gefährdung==
  
Nachdem die Hochmoorflächen und dadurch auch die Moorbirkenbestände an den drei Fundorten bereits weitgehend zerstört sind, muss die Art trotz der jüngsten Nachweise als sehr gefährdet eingestuft werden. Allerdings ist ein Vorkommen auf weiteren Hochmoorflächen des [[Flachgau]]es durchaus möglich. Die Imagines fliegen im Sonnenschein um Moorbirken und rasten bei bedecktem Wetter auf den Zweigen. 2010 konnten erstmals Raupen der Art entdeckt werden, die übrigen Entwicklungsstadien wurden in Salzburg noch nicht gefunden. Die Eier werden an Blattknospen der Moorbirke (''[[Betula pubescens]]'') abgelegt, die Raupen fressen in großen Platzminen in den Blättern. Die Verpuppung erfolgt in einem Seidenkokon in der Erde (siehe Kurz et al. 2010).
+
Die Imagines fliegen im Sonnenschein um Moorbirken und rasten bei bedecktem Wetter auf den Zweigen. 2010 konnten erstmals Raupen der Art entdeckt werden, die übrigen Entwicklungsstadien wurden in Salzburg noch nicht gefunden. Die Eier werden an Blattknospen der Moorbirke (''[[Betula pubescens]]'') abgelegt, die Raupen fressen in großen Platzminen in den Blättern. Die Verpuppung erfolgt in einem Seidenkokon in der Erde (siehe Kurz & Kurz 2013). Durch die jüngsten Funde konnte der nachweis erbracht werden, dass die Art in Salzburg eine deutlich weitere Verbreitung besitzt als ursprünglich angenommen. Sie muss daher nicht mehr als sehr gefährdet betrachtet werden, sondern lediglich als potentiell bedroht, da die Hochmoore in Salzburg durch Stickstoffeintrag aus der Luft, zum Teil Austrocknung, sowie Verbuschung und Verwaldung nach wie vor gefährdet sind.
  
 
==Weiterführende Informationen==
 
==Weiterführende Informationen==
Zeile 17: Zeile 17:
  
 
==Quellen==
 
==Quellen==
*Embacher, G., P. Gros, M.E. Kurz, M.A.Kurz & C. Zeller-Lukashort: Kommentierte Liste der Schmetterlinge des Landes Salzburg. Systematisches Verzeichnis mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). In Vorbereitung
+
{{Quelle Embacher et al.}}
*Kurz, M. A., M. E. Kurz & H. C. Zeller-Lukashort 2000–2010. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 18 März 2010].
+
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2013. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 1 Juli 2013].
 
*Mairhuber, F. 1965: Zur Microlepidopterenfauna des Bundeslandes Salzburg (1. Beitrag); Nachrbl. Bayer. Ent. 14 (3/4): 33 - 38
 
*Mairhuber, F. 1965: Zur Microlepidopterenfauna des Bundeslandes Salzburg (1. Beitrag); Nachrbl. Bayer. Ent. 14 (3/4): 33 - 38
  

Version vom 3. Juli 2013, 12:19 Uhr

Salzburg, Untersberggebiet, Großgmain, Wartberg, 1974.03.23

Eriocrania unimaculella (Tinea unimacuellla Zetterstedt, 1839) ist ein Schmetterling aus der Familie Eriocraniidae.

Verbreitung, Lebensraum und Phänologie

Obwohl sich das von Mairhuber (1965) aus Leogang gemeldete Exemplar als Fehlbestimmung erwies, konnte ein unerkannt in der Landessammlung steckendes Exemplar durch genitalmorphologische Untersuchung dieser Art zugeordnet werden. Dieses Tier wurde ebenfalls von Mairhuber bei Wartberg gefangen. In neuester Zeit wurde die Art im Wörlemoos in Unzing und mehrfach im Goiser Moor entdeckt. Die drei Fundorte liegen auf ca. 440, 600 beziehungsweise 500 m Höhe. Auch in der Stadt Salzburg wurde durch Heimo Nelwek am 26.3.2012 ein Exemplar entdeckt. Schließlich wurden am 8.6.2013 noch eine Raupe und eine Fraßspur im Filzmoos bei Kaprun in rund 760 m Höhe gefunden. Somit ist die Art nun aus den Zonen I (Alpenvorland und Flyschzone), Ia (Stadt Salzburg), II (nördliche Kalkalpen) und IV (Zentralalpen) bekannt (Embacher et al. 2011, Kurz & Kurz 2013). Die Imagines fliegen Ende März und Anfang April auf Hochmooren um Moorbirken (Betula pubescens).

Biologie und Gefährdung

Die Imagines fliegen im Sonnenschein um Moorbirken und rasten bei bedecktem Wetter auf den Zweigen. 2010 konnten erstmals Raupen der Art entdeckt werden, die übrigen Entwicklungsstadien wurden in Salzburg noch nicht gefunden. Die Eier werden an Blattknospen der Moorbirke (Betula pubescens) abgelegt, die Raupen fressen in großen Platzminen in den Blättern. Die Verpuppung erfolgt in einem Seidenkokon in der Erde (siehe Kurz & Kurz 2013). Durch die jüngsten Funde konnte der nachweis erbracht werden, dass die Art in Salzburg eine deutlich weitere Verbreitung besitzt als ursprünglich angenommen. Sie muss daher nicht mehr als sehr gefährdet betrachtet werden, sondern lediglich als potentiell bedroht, da die Hochmoore in Salzburg durch Stickstoffeintrag aus der Luft, zum Teil Austrocknung, sowie Verbuschung und Verwaldung nach wie vor gefährdet sind.

Weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen und Hilfe:

Naturkundliche Gesellschaft

Logo nkis.jpg


Projekt: Fauna und Flora von Salzburg

Quellen

  • Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2013. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 1 Juli 2013].
  • Mairhuber, F. 1965: Zur Microlepidopterenfauna des Bundeslandes Salzburg (1. Beitrag); Nachrbl. Bayer. Ent. 14 (3/4): 33 - 38