Leopoldskroner Weiher: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Leopoldskroner_Weiher_05.jpg|thumb|Der Weiher in seinem nördlichen Teil mit Blick auf [[Schloss Leopoldskron]], links dahinter [[Festung Hohensalzburg]], rechts der [[Gaisberg]]]]
 
[[Bild:Leopoldskroner_Weiher_05.jpg|thumb|Der Weiher in seinem nördlichen Teil mit Blick auf [[Schloss Leopoldskron]], links dahinter [[Festung Hohensalzburg]], rechts der [[Gaisberg]]]]
Der '''Leopoldskroner Weiher''' ist ein 13 ha großes stehendes Gewässer in der [[Riedenburg]], also südlich des Mönchsberges im Stadtgebiet von Salzburg .
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[[Datei:Leopoldskroner Weiher 03.jpg|thumb|Blick vom Westen Richtung Osten zum [[Gaisberg]]]]
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Der '''Leopoldskroner Weiher''' ist ein 13 ha großes stehendes Gewässer in der [[Riedenburg]], also südlich des [[Mönchsberg]]es im Stadtgebiet von Salzburg .
  
 
==Geschichte==
 
==Geschichte==
Es ist ein großer Weiher, dessen Geschichte sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen lässt. Die Meinung, der Weiher wäre ein letztes Überbleibsel eines riesigen Sees, der sich nach der Eiszeit im [[Salzburger Becken]] gebildet hatte, lässt sich auf Grund zahlreicher neuer Erkenntnisse nicht aufrecht halten. Zur Zeit der [[Salzburger Erzbischöfe]] diente er lange als Fischweiher (neben Weihern in [[Liefering]] und dem [[Waginger See]] in [[Bayern]]).
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Es ist ein großer Weiher, dessen Geschichte sich bis ins [[Mittelalter]] zurückverfolgen lässt. Die Meinung, der Weiher wäre ein letztes Überbleibsel eines riesigen Sees, der sich nach der Eiszeit durch das Abschmelzen des [[Salzachgletscher]]s im [[Salzburger Becken]] gebildet hatte, lässt sich auf Grund zahlreicher neuer Erkenntnisse nicht aufrecht halten. Zur Zeit der [[Salzburger Erzbischöfe]] diente er lange als Fischweiher (neben Weihern in [[Liefering]] und dem [[Waginger See]] in [[Bayern]]).
  
 
==Schwimmschule==
 
==Schwimmschule==
Bis 1944 war am Ufer, wo heute das [[Freibad Leopoldskron]] steht, eine Schwimmanlage im Weiher. Sie wurde vom Offizierskorps des [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59|Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr. 59]] betrieben. Im Sommer als Schwimmschule, im Winter als Eislaufbahn, nebenbei wurde das Eis an Wirte verkauft<ref>Es gab ja noch keine Kühlschränke; daher wurde im Winter Eis auf Seen und Weihern gebrochen und an Brauereien und Wirte verkauft, die es in Eiskellern horteten, um so ihre Getränke kühlen zu können</ref>.
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: ''Hauptartikel: [[Freibad Leopoldskron]]''
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Bis 1944 war am Ufer, wo heute das Freibad Leopoldskron steht, eine Schwimmanlage im Weiher. Sie wurde vom Offizierskorps des [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59|Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr. 59]] betrieben. Im Sommer als Schwimmschule, im Winter als Eislaufbahn, nebenbei wurde das Eis an Wirte verkauft<ref>Es gab ja noch keine Kühlschränke; daher wurde im Winter Eis auf Seen und Weihern gebrochen und an Brauereien und Wirte verkauft, die es in Eiskellern horteten, um so ihre Getränke kühlen zu können</ref>.
  
[[1828]] fasste Regimentskommandant Oberst [[Franz Schmidt von Ehrenberg]] den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine Schwimmschule für den Unterricht der Soldaten zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Besitzer des Weihers, [[Leopold Graf von Firmian]] konnte im Herbst [[1829]] der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst [[1842]] begann man mit dem Bau einer Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule.  
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[[1828]] fasste Regimentskommandant Oberst [[Franz Schmidt von Ehrenberg]] den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine Schwimmschule für den Unterricht der Soldaten zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Besitzer des Weihers, [[Leopold Graf von Firmian]], konnte im Herbst [[1829]] der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst [[1842]] begann man mit dem Bau einer Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule.  
  
Immer wieder kam es mit der Familie Firmian, in deren Besitz der Weiher stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am [[1. November]] [[1900]] schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen auf, weil ihnen die jährliche Pacht von 5000 [[Gulden]] zu teuer wurde. Seit 1912 wurde das Bad von der Stadt Salzburg gepachtet und stand bis in den zweiten Weltkreig hinein den Salzburger zur Verfügung, bis Fliegerbomben das Bad zerstörten.  
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Immer wieder kam es mit der Familie Firmian, in deren Besitz der Weiher stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am [[1. November]] [[1900]] schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen auf, weil ihnen die jährliche Pacht von 5000 [[Gulden]] zu teuer wurde. Seit [[1912]] wurde das Bad von der Stadt Salzburg gepachtet und stand bis in den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] hinein den Salzburger zur Verfügung, bis Fliegerbomben das Bad zerstörten.  
  
 
=====Feste=====
 
=====Feste=====
Es gab zu jener Zeit auch rauschende Feste am Ufer des Weihers. So etwa am [[24. August]] [[1855]] zur Vorfeier des Namenstags von König Ludwig von Bayern, dem mittlerweile das [[Schloss Leopoldskron]] gehörte. 36 Schiffe mit Lampions verziert beförderten die Ehrengäste, die von einem Floss aus von der [[Salzburger Liedertafel]] unterhalten wurden. Zwei Musikkapellen spielten auf und ein Feuerwerk begeisterte die 6000 Besucher, die sich am Ufer des Weihers eingefunden hatten.
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Es gab zu jener Zeit auch rauschende Feste am Ufer des Weihers. So etwa am [[24. August]] [[1855]] zur Vorfeier des Namenstags von König [[Ludwig I. von Bayern]], dem mittlerweile das [[Schloss Leopoldskron]] gehörte. 36 Schiffe mit Lampions verziert beförderten die Ehrengäste, die von einem Floss aus von der [[Salzburger Liedertafel]] unterhalten wurden. Zwei Musikkapellen spielten auf und ein Feuerwerk begeisterte die 6000 Besucher, die sich am Ufer des Weihers eingefunden hatten.
  
 
=====Kaiser Franz Joseph I.=====
 
=====Kaiser Franz Joseph I.=====
Anlässlich seines Besuches in Salzburg vom [[21. August|21.]] bis [[23. August]] [[1867]], bei dem er mit Kaiser Napoléon III. zusammentraf, schwamm der Kaiser täglich hier. Und er gab dem Schwimmmeister 50 Gulden Trinkgeld (oder Spende?).
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Anlässlich seines Besuches in Salzburg vom [[21. August|21.]] bis [[23. August]] [[1867]], bei dem er mit Kaiser Napoléon III. zusammentraf, schwamm der [[Kaiser Franz Joseph I.|Kaiser]] täglich hier. Und er gab dem Schwimmmeister 50 Gulden Trinkgeld (oder Spende?).
  
 
==Natur==
 
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Die Park- und Erholungslandschaft mit seinen naturnahen und seinen kulturell geprägten Teilen um [[Schloss Leopoldskron]] und den drei Inseln im Weiher wurde der Landschaftsraum zwischen dem Königswäldchen und dem Mönchsberg wurde zur Sicherung seines Charakters zu einem [[Landschaftsschutzgebiete|Landschaftsschutzgebiet]] erklärt. Schloss, Schlosspark und Weiher stehen zudem unter Denkmalschutz. Im Sommer ist der Weiher bei Fischern beliebt, im Winter, wenn das Eis trägt, bei Eisläufern.
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Die Park- und Erholungslandschaft mit seinen naturnahen und seinen kulturell geprägten Teilen um [[Schloss Leopoldskron]] und den drei Inseln im Weiher wurde der Landschaftsraum zwischen dem [[Königswäldchen]] und dem Mönchsberg wurde zur Sicherung seines Charakters zu einem [[Landschaftsschutzgebiete|Landschaftsschutzgebiet]] erklärt. Schloss, Schlosspark und Weiher stehen zudem unter Denkmalschutz. Im Sommer ist der Weiher bei Fischern beliebt, im Winter, wenn das Eis trägt, bei Eisläufern.
  
 
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* ''Salzburger Miniaturen 3'', [[Karl Heinz Ritschel]], [[Otto Müller Verlag], 2004, ISBN 3-7013-1086-6
 
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* Ergänzungen von [[Benutzer:Dr. Reinhard Medicus|Dr. Reinhard Medicus]]
  
 
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[[Kategorie:Wasser]]

Version vom 15. Mai 2010, 10:07 Uhr

Der Weiher in seinem nördlichen Teil mit Blick auf Schloss Leopoldskron, links dahinter Festung Hohensalzburg, rechts der Gaisberg
Blick vom Westen Richtung Osten zum Gaisberg

Der Leopoldskroner Weiher ist ein 13 ha großes stehendes Gewässer in der Riedenburg, also südlich des Mönchsberges im Stadtgebiet von Salzburg .

Geschichte

Es ist ein großer Weiher, dessen Geschichte sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen lässt. Die Meinung, der Weiher wäre ein letztes Überbleibsel eines riesigen Sees, der sich nach der Eiszeit durch das Abschmelzen des Salzachgletschers im Salzburger Becken gebildet hatte, lässt sich auf Grund zahlreicher neuer Erkenntnisse nicht aufrecht halten. Zur Zeit der Salzburger Erzbischöfe diente er lange als Fischweiher (neben Weihern in Liefering und dem Waginger See in Bayern).

Schwimmschule

Hauptartikel: Freibad Leopoldskron

Bis 1944 war am Ufer, wo heute das Freibad Leopoldskron steht, eine Schwimmanlage im Weiher. Sie wurde vom Offizierskorps des Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr. 59 betrieben. Im Sommer als Schwimmschule, im Winter als Eislaufbahn, nebenbei wurde das Eis an Wirte verkauft[1].

1828 fasste Regimentskommandant Oberst Franz Schmidt von Ehrenberg den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine Schwimmschule für den Unterricht der Soldaten zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Besitzer des Weihers, Leopold Graf von Firmian, konnte im Herbst 1829 der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst 1842 begann man mit dem Bau einer Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule.

Immer wieder kam es mit der Familie Firmian, in deren Besitz der Weiher stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am 1. November 1900 schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen auf, weil ihnen die jährliche Pacht von 5000 Gulden zu teuer wurde. Seit 1912 wurde das Bad von der Stadt Salzburg gepachtet und stand bis in den Zweiten Weltkrieg hinein den Salzburger zur Verfügung, bis Fliegerbomben das Bad zerstörten.

Feste

Es gab zu jener Zeit auch rauschende Feste am Ufer des Weihers. So etwa am 24. August 1855 zur Vorfeier des Namenstags von König Ludwig I. von Bayern, dem mittlerweile das Schloss Leopoldskron gehörte. 36 Schiffe mit Lampions verziert beförderten die Ehrengäste, die von einem Floss aus von der Salzburger Liedertafel unterhalten wurden. Zwei Musikkapellen spielten auf und ein Feuerwerk begeisterte die 6000 Besucher, die sich am Ufer des Weihers eingefunden hatten.

Kaiser Franz Joseph I.

Anlässlich seines Besuches in Salzburg vom 21. bis 23. August 1867, bei dem er mit Kaiser Napoléon III. zusammentraf, schwamm der Kaiser täglich hier. Und er gab dem Schwimmmeister 50 Gulden Trinkgeld (oder Spende?).

Natur

Die Park- und Erholungslandschaft mit seinen naturnahen und seinen kulturell geprägten Teilen um Schloss Leopoldskron und den drei Inseln im Weiher wurde der Landschaftsraum zwischen dem Königswäldchen und dem Mönchsberg wurde zur Sicherung seines Charakters zu einem Landschaftsschutzgebiet erklärt. Schloss, Schlosspark und Weiher stehen zudem unter Denkmalschutz. Im Sommer ist der Weiher bei Fischern beliebt, im Winter, wenn das Eis trägt, bei Eisläufern.

Verkehr

Die westlich des Weihers entlang führende König Ludwig-Straße ist von der Firmianstraße bis zur Einmündung des Zwieselwegs für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.

Daten

Der Weiher liegt 431 m ü. A., ist rund 650 m lang und an seiner breitesten Stelle (Schloss Leopoldskron) rund 220 m breit.

Fußnote

  1. Es gab ja noch keine Kühlschränke; daher wurde im Winter Eis auf Seen und Weihern gebrochen und an Brauereien und Wirte verkauft, die es in Eiskellern horteten, um so ihre Getränke kühlen zu können

Quellen

Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974