Furtmühle: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Nach einer abwechslungsreichen Geschichte kaufte [[1916]] der aus [[Böhmen]] stammende und seit [[1892]] das Heimatrecht in Salzburg besitzende jüdische Kaufmann Moritz Klein die Furtmühle. Im [[Salzburger Volksblatt]] vom [[4. August]] 1917, wurden dringend Maurer für den Bau der Furthmühle in Bergheim gesucht. Moritz Klein starb bereits [[1923]], der Betrieb wurde von seiner Frau bis [[1930]] weitergeführt. In diesem Jahr ersteigerte [[Gustav Stuböck]] die Furtmühle. Er baute sie zu einer Lackfabrik um. Nach dessen frühem Tod wurde der Betrieb von Erben weitergeführt, bis es [[1959]] zum Konkurs kam. [[1960]] erwarb der [[Fisch Krieg]] die Mühle. [[2012]]–[[2013]] wurde sie dann in Wohnungen umgebaut. | + | Nach einer abwechslungsreichen Geschichte kaufte [[1916]] der aus [[Böhmen]] stammende und seit [[1892]] das Heimatrecht in Salzburg besitzende jüdische Kaufmann Moritz Klein die Furtmühle. Im [[Salzburger Volksblatt]] vom [[4. August]] 1917, wurden dringend Maurer für den Bau der Furthmühle in Bergheim gesucht. Moritz Klein starb bereits [[1923]], der Betrieb wurde von seiner Frau [[Johanna Klein|Johanna]] bis [[1930]] weitergeführt. In diesem Jahr ersteigerte [[Gustav Stuböck]] die Furtmühle. Er baute sie zu einer Lackfabrik um. Nach dessen frühem Tod wurde der Betrieb von Erben weitergeführt, bis es [[1959]] zum Konkurs kam. [[1960]] erwarb der [[Fisch Krieg]] die Mühle. [[2012]]–[[2013]] wurde sie dann in Wohnungen umgebaut. |
Beim Gebäude befindet sich der [[Kapellenbildstock Stuböck]]. | Beim Gebäude befindet sich der [[Kapellenbildstock Stuböck]]. | ||
Version vom 16. Juni 2020, 09:13 Uhr
Die Furtmühle war eine Mühle in der Flachgauer Gemeinde Bergheim.
Geschichte
Die Furtmühle, 1917 als neue Furtmühle errichtet, wurde auch "Stuböck-Haus", später "Fisch-Krieg-Haus" genannt. Noch heute erinnert die am ehemaligen Gebäude vorbeiführende Furtmühlstraße an diese Mautmühle. Sie war neben der Papierfabrik in Lengfelden, dem heutigen Missionshaus Maria Sorg der St. Petrus Claver Sodalität, über Jahrhunderte Bergheims größter Wirtschaftsbetrieb.
Am Standort der 1917 errichteten Furtmühle befanden sich jedoch bereits seit rund eintausend Jahren immer wieder Mühlen. Das Furtgut ist auch im Franziscäischen Kataster um 1830 eingezeichnet. Die früheste Nennung einer Mühle an diesem Standort findet sich 1339. In diesem Jahr erhielt das Domkapitel von Erzbischof Heinrich von Pirnbrunn eine von Johann Wispech (= Wiesbach) verkaufte Mühle an der Fischach. Historiker sind sich ziemlich sicher, dass unter dieser Mühle die Furtmühle zu verstehen ist.
Nach einer abwechslungsreichen Geschichte kaufte 1916 der aus Böhmen stammende und seit 1892 das Heimatrecht in Salzburg besitzende jüdische Kaufmann Moritz Klein die Furtmühle. Im Salzburger Volksblatt vom 4. August 1917, wurden dringend Maurer für den Bau der Furthmühle in Bergheim gesucht. Moritz Klein starb bereits 1923, der Betrieb wurde von seiner Frau Johanna bis 1930 weitergeführt. In diesem Jahr ersteigerte Gustav Stuböck die Furtmühle. Er baute sie zu einer Lackfabrik um. Nach dessen frühem Tod wurde der Betrieb von Erben weitergeführt, bis es 1959 zum Konkurs kam. 1960 erwarb der Fisch Krieg die Mühle. 2012–2013 wurde sie dann in Wohnungen umgebaut.
Beim Gebäude befindet sich der Kapellenbildstock Stuböck.
Quelle
- docplayer.org Mag.a[1] Monika Brunner-Gaurek: "Von der Furtmühle zum betreuten Wohnen"
Fußnote
- ↑ Bis 2006 war "Magister" (männlich) bzw. (seit 1993) "Magistra" (weiblich) der übliche akademische Grad für die meisten Studien auf Master-Niveau. "Mag." ist die gesetzliche (§55 Universitätsgesetz 2002) Abkürzung sowohl für "Magister" als auch für "Magistra", wohingegen aber auch (aus gleichstellungspolitischen Motiven) die Abkürzung "Mag.a" für "Magistra" propagiert und verwendet wird.