Franz Lechner (Uhrmacher): Unterschied zwischen den Versionen
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== Leben == | == Leben == | ||
Franz Lechner stammt aus einer der ältesten St. Johanner Familien. Als Zweiter von sechs Brüdern wurde er, wie der Vater und Großvater, Uhrmachermeister und war nach den Lehrjahren in [[Kärnten]] im traditionsreichen elterlichen Betrieb tätig, der seit [[1835]] bestand. Noch in der Monarchie geboren, erinnerte er sich, wie er als Kind dem Kaiser winken durfte. | Franz Lechner stammt aus einer der ältesten St. Johanner Familien. Als Zweiter von sechs Brüdern wurde er, wie der Vater und Großvater, Uhrmachermeister und war nach den Lehrjahren in [[Kärnten]] im traditionsreichen elterlichen Betrieb tätig, der seit [[1835]] bestand. Noch in der Monarchie geboren, erinnerte er sich, wie er als Kind dem Kaiser winken durfte. | ||
[[1940]] heiratete Franz seine Lore und baute nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft mit ihr das Uhrenfachgeschäft in St. Johann wieder auf. Der Kindersegen war mit einem harten Schicksal verbunden. Der erste Sohn Wolfgang wurde mit einer geistigen Behinderung geboren, der zweite Sohn Manfred verstarb nach wenigen Wochen und so wurde alle Hoffnung in die Tochter Heidrun gelegt, die [[1945]] zur Welt kam. Sie wurde ebenfalls Uhrmacherin, absolvierte 1964 die Meisterprüfung und war damit jüngste Uhrmachermeisterin Österreichs. Bis zu ihrer Pension 2005 führte die zweifache Mutter, in | [[1940]] heiratete Franz seine Lore und baute nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft mit ihr das Uhrenfachgeschäft in St. Johann wieder auf. Der Kindersegen war mit einem harten Schicksal verbunden. Der erste Sohn Wolfgang wurde mit einer geistigen Behinderung geboren, der zweite Sohn Manfred verstarb nach wenigen Wochen und so wurde alle Hoffnung in die Tochter Heidrun gelegt, die [[1945]] zur Welt kam. Sie wurde ebenfalls Uhrmacherin, absolvierte [[1964]] die Meisterprüfung und war damit jüngste Uhrmachermeisterin Österreichs. Bis zu ihrer Pension [[2005]] führte die zweifache Mutter, in fünfter Generation, zwei Fachgeschäfte in St. Johann. | ||
Bis zu seinem 95. Geburtstag war Franz Lechner mit Freude jeden Tag im Geschäft | Bis zu seinem 95. Geburtstag war Franz Lechner mit Freude jeden Tag im Geschäft, das seit seiner Pensionierung von seiner Tochter geführt wurde, und in der Werkstatt tätig. Seine Frau Lore verstarb 1992 mit 71 Jahren, nach 52 Ehejahren. | ||
Franz Lechner war viele Jahre als Landesinnungsmeister der Uhrmacher und Juweliere tätig und wurde auch zum gerichtlich beeideten Schätzmeister bestellt | Franz Lechner war viele Jahre als Landesinnungsmeister der Uhrmacher und Juweliere tätig und wurde auch zum gerichtlich beeideten Schätzmeister bestellt. | ||
Politisch war Franz Lechner als Gemeindevertreter in St. Johann aktiv und wurde dafür mit dem Ehrenbecher für besondere Verdienste im kommunalen Bereich ausgezeichnet. | Politisch war Franz Lechner als Gemeindevertreter in St. Johann aktiv und wurde dafür mit dem Ehrenbecher für besondere Verdienste im kommunalen Bereich ausgezeichnet. | ||
Sein Herz | Sein Herz gehörte aber nicht nur der Uhrmacherei, sondern auch dem Sport. 42 Jahre lang war er Turn- und Sportvereinsobmann in St. Johann und war 18 Jahre im Präsidium des [[ASVÖ Salzburg]] tätig. | ||
In jungen Jahren war er besonders als Reck- und Geräteturner national erfolgreich. Er | In jungen Jahren war er besonders als Reck- und Geräteturner national erfolgreich. Er erkämpfte zehn Mal das "Goldene Sportabzeichen", das letzte Mal mit 80 Jahren. | ||
Auch mit seinen 100 Jahren ist er nach wie vor Schütze im Schützenverein St. Johann und ist Winter wie Sommer fast täglich beim Stockschießen auf der Bahn zu finden. | Auch mit seinen 100 Jahren ist er nach wie vor Schütze im Schützenverein St. Johann und ist Winter wie Sommer fast täglich beim Stockschießen auf der Bahn zu finden. | ||
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Als Anerkennung für sein Engagement in der Kammerorganisation verlieh die [[Wirtschaftskammer Salzburg]] Franz Lechner die "Silberne Ehrenmedaille für besondere Verdienste um die Wirtschaft" und machte ihn zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit. | |||
Für seine Verdienste im Sport wurde Lechner vielfach geehrt und ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ehrenzeichen des ASVÖ in Silber und Gold. Weiters war er Träger des "[[Silbernes Verdienstzeichen des Landes Salzburg|Silbernen Verdienstzeichens des Landes Salzburg]]" und des "Silbernen Verdienstzeichens der Republik Österreich". | |||
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Aktuelle Version vom 22. Oktober 2026, 19:44 Uhr
Franz Lechner (* 20. September 1911 in St. Johann im Pongau; † 5. Mai 2013 ebenda) war Uhrmachermeister in der Pongauer Bezirkshauptstadt St. Johann im Pongau und zuletzt der älteste Pongauer.
Leben
Franz Lechner stammt aus einer der ältesten St. Johanner Familien. Als Zweiter von sechs Brüdern wurde er, wie der Vater und Großvater, Uhrmachermeister und war nach den Lehrjahren in Kärnten im traditionsreichen elterlichen Betrieb tätig, der seit 1835 bestand. Noch in der Monarchie geboren, erinnerte er sich, wie er als Kind dem Kaiser winken durfte.
1940 heiratete Franz seine Lore und baute nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft mit ihr das Uhrenfachgeschäft in St. Johann wieder auf. Der Kindersegen war mit einem harten Schicksal verbunden. Der erste Sohn Wolfgang wurde mit einer geistigen Behinderung geboren, der zweite Sohn Manfred verstarb nach wenigen Wochen und so wurde alle Hoffnung in die Tochter Heidrun gelegt, die 1945 zur Welt kam. Sie wurde ebenfalls Uhrmacherin, absolvierte 1964 die Meisterprüfung und war damit jüngste Uhrmachermeisterin Österreichs. Bis zu ihrer Pension 2005 führte die zweifache Mutter, in fünfter Generation, zwei Fachgeschäfte in St. Johann.
Bis zu seinem 95. Geburtstag war Franz Lechner mit Freude jeden Tag im Geschäft, das seit seiner Pensionierung von seiner Tochter geführt wurde, und in der Werkstatt tätig. Seine Frau Lore verstarb 1992 mit 71 Jahren, nach 52 Ehejahren.
Franz Lechner war viele Jahre als Landesinnungsmeister der Uhrmacher und Juweliere tätig und wurde auch zum gerichtlich beeideten Schätzmeister bestellt.
Politisch war Franz Lechner als Gemeindevertreter in St. Johann aktiv und wurde dafür mit dem Ehrenbecher für besondere Verdienste im kommunalen Bereich ausgezeichnet.
Sein Herz gehörte aber nicht nur der Uhrmacherei, sondern auch dem Sport. 42 Jahre lang war er Turn- und Sportvereinsobmann in St. Johann und war 18 Jahre im Präsidium des ASVÖ Salzburg tätig.
In jungen Jahren war er besonders als Reck- und Geräteturner national erfolgreich. Er erkämpfte zehn Mal das "Goldene Sportabzeichen", das letzte Mal mit 80 Jahren.
Auch mit seinen 100 Jahren ist er nach wie vor Schütze im Schützenverein St. Johann und ist Winter wie Sommer fast täglich beim Stockschießen auf der Bahn zu finden.
Ehrungen
Als Anerkennung für sein Engagement in der Kammerorganisation verlieh die Wirtschaftskammer Salzburg Franz Lechner die "Silberne Ehrenmedaille für besondere Verdienste um die Wirtschaft" und machte ihn zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit.
Für seine Verdienste im Sport wurde Lechner vielfach geehrt und ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ehrenzeichen des ASVÖ in Silber und Gold. Weiters war er Träger des "Silbernen Verdienstzeichens des Landes Salzburg" und des "Silbernen Verdienstzeichens der Republik Österreich".
Quellen
- "Salzburger Woche", Ausgabe "Pongauer Nachrichten", 15. September 2011 - Franz Lechners 100. Geburtstag sowie Nachruf 16. Mai 2013