Fürstenzimmer (Festung Hohensalzburg): Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:2024 08 20 Festung Hohensalzburg Fürstenzimmer 01.jpg|thumb|Blick in die Fürstenzimmer. 2024]]
[[Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 06.jpg|thumb|Kachelofen in der Goldene Stube <br/> [Bild vergrößern]: 2x klicken]]  
[[File:Hohensalzburg Castle 37.jpg|thumb|In der "Goldenen Stube".]]
[[Datei:2024_08_20_Festung_Hohensalzburg_Fürstenzimmer_Kachelofen.jpg|thumb|2024. Der ehemals im Salzburger [[Schloss Arenberg]] aufgestellte Kachelofen ist der Hafnerwerkstatt Thomas Strobl in Salzburg zuzuschreiben.]]
Die '''Fürstenzimmer''' befinden sich im [[Hoher Stock (Festung Hohensalzburg)|Hohen Stock]] der [[Festung Hohensalzburg]] in der [[Stadt Salzburg]].
Die '''Fürstenzimmer''' befinden sich im [[Hoher Stock (Festung Hohensalzburg)|Hohen Stock]] der [[Festung Hohensalzburg]] in der [[Stadt Salzburg]].


== Allgemeines ==
== Beschreibung==
Die Fürstenzimmer im 3. Stock bestehen aus ''Fürstensaal'' oder ''Goldener Saal'', sowie der ''Goldenen Stube'', bestehend aus zwei Räumen. Ihre Ausstattung ist original und seit [[1501]]/[[1502]] unverändert.  
Die Fürstenzimmer im 3. Stock bestehen aus ''Fürstensaal'' oder ''Goldener Saal'', sowie der ''Goldenen Stube'', bestehend aus zwei Räumen. Ihre Ausstattung ist original und seit [[1501]]/[[1502]] unverändert.  
* Die Kasettendecken wurden in Lapislazuli<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Lapislazuli Wikipedia.de/Lapislazuli]</ref>-Blau, Azur- oder Königsblau gefasst, die Noppen (Sterne) sind vergoldet; dies ergibt eine künstlerische Nachahmung des Nachthimmels.
* Die Kasettendecken wurden in Lapislazuli<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Lapislazuli Wikipedia.de/Lapislazuli]</ref>-Blau, Azur- oder Königsblau gefasst, die Noppen (Sterne) sind vergoldet; dies ergibt eine künstlerische Nachahmung des Nachthimmels.
* In Goldenen Saal stehen vier mächtige gedrehten Säulen aus [[Adneter Marmor]] und die Decke wird von einem einzigen Trambalken mit einer Spannweite von mehr als 20 m getragen.
* Im ''Goldenen Saal'' stehen vier mächtige gedrehten Säulen aus [[Adneter Marmor]] und die Decke wird von einem einzigen Trambalken mit einer Spannweite von mehr als 20 m getragen.
* Der Kachelofen in der Goldenen Stube ist mit vielen repräsentativen Email-Feldern oder sonst einzigartigen Details ausgestattet (Bild): zB. [[Wappen]] von [[Salzburger Landeswappen|Salzburg]] und von [[Erzbischof]] [[Leonhard von Keutschach]]; Anbetung durch die Hl. drei Könige; der 'lange Hans' (in der Ecke), die übernatürlich gestreckte Figur eines Jünglings, gekleidet in der Mode des Hochmittelalters; die Löwen-Füße unter dem Sockel.     
* Der Kachelofen in der ''Goldenen Stube'' ist mit vielen repräsentativen Email-Feldern oder sonst einzigartigen Details ausgestattet (Bild): z. B. [[Wappen]] von [[Salzburger Landeswappen|Salzburg]] und von [[Fürsterzbischof]] [[Leonhard von Keutschach]]; Anbetung durch die Hl. drei Könige; der 'lange Hans' (in der Ecke), die übernatürlich gestreckte Figur eines Jünglings, gekleidet in der Mode des Hoch[[mittelalter]]s; die Löwen-Füße unter dem Sockel.     


== Sanierung 2016 ==
== Sanierung 2016 ==
Nach umfangreichen Arbeiten präsentiert sich der Hohe Stock der Festung Hohensalzburg seid März 2016 in neuem Glanz. Zu den Höhepunkten der neu gestalteten Fürstenzimmer zählt ein multimediales Magisches Theater. Dort können die Besucher der Fürstenzimmer in die Epoche des [[Fürsterzbischof]]s [[Leonhard von Keutschach]] eintauchen.
Nach umfangreichen Arbeiten präsentiert sich der Hohe Stock der Festung Hohensalzburg seit März 2016 in neuem Glanz. Zu den Höhepunkten der neu gestalteten Fürstenzimmer zählt ein multimediales 'magisches Theater'. Dort können die Besucher der Fürstenzimmer in die Epoche des Fürsterzbischofs Leonhard von Keutschach eintauchen.


Die Kosten für die Arbeiten belaufen sich bis jetzt (März 2016) auf rund 2,6 Millionen Euro. Diese stammen aus Eigenmitteln der [[Salzburger Burgen und Schlösser]]. Rund ein Drittel des Gesamtbetrags wurde in die Restaurierung und Sanierung der Räumlichkeiten und Böden investiert. Ein weiteres Drittel wurde für Maßnahmen zum Schutz der einzigartigen Substanz ausgegeben – darunter Brandschutz und eine kontrollierte natürliche Temperatursteuerung. Das verbleibende Drittel wurde in die Neugestaltung und Neupräsentation der Ausstellung investiert.
Die Kosten für die Arbeiten beliefen sich bis März 2016 auf rund 2,6 Millionen Euro. Die Finanzierung stammte aus Eigenmitteln der [[Salzburger Burgen und Schlösser]]. Rund ein Drittel des Gesamtbetrags wurde in die Restaurierung und Sanierung der Räumlichkeiten und Böden investiert. Ein weiteres Drittel wurde für Maßnahmen zum Schutz der einzigartigen Substanz ausgegeben – darunter [[Brandschutz auf der Festung Hohensalzburg|Brandschutz]] und eine kontrollierte natürliche Temperatursteuerung. Das verbleibende Drittel wurde in die Neugestaltung und Neupräsentation der Ausstellung investiert.


Die Festung Hohensalzburg aus dem [[11. Jahrhundert]] und verbirgt in ihrem Inneren eines der bedeutendsten Denkmäler [[Gotik|spätgotischer]] Profanarchitektur: die geheimnisvollen Fürstenzimmer des Hohen Stocks. In ganz Europa gibt es kein vergleichbares Objekt mit einer annähernd erhaltenen Ausstattung aus dem [[15. Jahrhundert]]. Die verwendeten Materialien zeugen von der Macht und dem Reichtum desFürsterzbischofs Leonhard von Keutschach, der die Festung als seinen Herrschaftssitz ausbauen ließ.
Die Festung Hohensalzburg aus dem [[11. Jahrhundert]] verbirgt in ihrem Inneren eines der bedeutendsten Denkmäler [[Gotik|spätgotischer]] Profanarchitektur: die geheimnisvollen Fürstenzimmer des Hohen Stocks. In ganz Europa gibt es kein vergleichbares Objekt mit einer annähernd erhaltenen Ausstattung aus dem [[15. Jahrhundert]]. Die verwendeten Materialien zeugen von der Macht und dem Reichtum des Fürsterzbischofs Leonhard von Keutschach, der die Festung als seinen Herrschaftssitz ausbauen ließ.


Mehr als zwei Jahre dauerten die aufwändigen Arbeiten an den Fürstenzimmern. Ein Team an Kunsthistorikern, Restauratoren, Szenografen, Architekten und Lichtplanern arbeitete in enger Abstimmung an der Neupräsentation. Schließlich handelt es sich bei der Festung Hohensalzburg nicht um eine gewöhnliche Baustelle, sondern um ein einzigartiges Kulturgut von höchstem Rang.
Mehr als zwei Jahre dauerten die aufwändigen Arbeiten an den Fürstenzimmern. Ein Team an Kunsthistorikern, Restauratoren, Szenografen, Architekten und Lichtplanern arbeitete in enger Abstimmung an der Neupräsentation. Schließlich handelt es sich bei der Festung Hohensalzburg nicht um eine gewöhnliche Baustelle, sondern um ein einzigartiges Kulturgut von höchstem Rang.
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=== Neue historische Erkenntnisse ===
=== Neue historische Erkenntnisse ===


Bei den vorgelagerten Forschungsarbeiten konnten die beteiligten Kunsthistoriker außerdem zahlreiche neue Erkenntnisse aus vergangenen Epochen gewinnen: So wurde etwa bekannt, dass der bisher genutzte Zugang zum ''Goldenen Saal'' vermutlich nicht dem historischen Eingang entsprach. Durch eine geänderte Wegeführung können die Besucherinnen und Besucher den ''Goldenen Saal'' deshalb von nun an zentral in der Mitte betreten, so wie einst Leonhard von Keutschach selber.
Bei den vorgelagerten Forschungsarbeiten konnten die beteiligten Kunsthistoriker außerdem zahlreiche neue Erkenntnisse aus vergangenen Epochen gewinnen: So wurde etwa bekannt, dass der bisher genutzte Zugang zum ''Goldenen Saal'' vermutlich nicht dem historischen Eingang entsprach. Durch eine geänderte Wegeführung können die Besucher den ''Goldenen Saal'' deshalb von nun an zentral in der Mitte betreten, so wie einst Leonhard von Keutschach selber.


Dabei handelt es sich jedoch nicht um die einzige historische Erkenntnis, die bei der Umgestaltung zutage trat. In einem oberösterreichischen Schloss wurden jene Ledertapeten, die einst die Wände der Goldenen Stube und der Schlafkammern zierten, wiederentdeckt. Detaillierte Untersuchungen des Materials ergaben, dass die Tapeten Anfang des [[19. Jahrhundert]]s die Festung Hohensalzburg verließen und in Oberösterreich sekundär verwendet wurden.
Dabei handelt es sich jedoch nicht um die einzige historische Erkenntnis, die bei der Umgestaltung zutage trat. In einem oberösterreichischen Schloss wurden jene Ledertapeten, die einst die Wände der Goldenen Stube und der Schlafkammern zierten, wiederentdeckt. Detaillierte Untersuchungen des Materials ergaben, dass die Tapeten nach 1816 aus der Festung Hohensalzburg entfernt wurden um in Oberösterreich sekundär verwendet zu werden.
 
[[Datei:Festung Hohensalzburg Hoher Stock Fürstensaal Panorama 20160914.jpg|thumb|800px|center|[[Fürstenzimmer (Festung Hohensalzburg)|Fürstensaal]] des [[Erzbischof]]s [[Leonhard von Keutschach]] im 3. Obergeschoß des [[Hoher Stock|Hohen Stock]]es]]


=== Magisches Theater und moderne Medienstationen als Höhepunkte ===
=== Magisches Theater und moderne Medienstationen als Höhepunkte ===
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Die Neugestaltung der Fürstenzimmer dient aber nicht nur dem Erhalt des denkmalgeschützten Bauwerks. Es wurde auch dafür gesorgt, dass die Festung weiter an Attraktivität gewinnt.
Die Neugestaltung der Fürstenzimmer dient aber nicht nur dem Erhalt des denkmalgeschützten Bauwerks. Es wurde auch dafür gesorgt, dass die Festung weiter an Attraktivität gewinnt.


Ein Höhepunkt der neu gestalteten Fürstenzimmer ist das Magische Theater. Diese beeindruckende mechanisch-multimediale Installation ist eine Kombination aus beweglichen Figuren auf Schienen, einem nachgestellten Festungsbau mit Seilzügen, raffinierten Mechanismen sowie Projektionen und Audiostationen mit mehreren Sprachen und überraschenden medialen Tricks.
Ein Höhepunkt der neu gestalteten Fürstenzimmer ist das 'magische Theater'. Diese beeindruckende mechanisch-multimediale Installation ist eine Kombination aus beweglichen Figuren auf Schienen, einem nachgestellten Festungsbau mit Seilzügen, raffinierten Mechanismen sowie Projektionen und Audiostationen mit mehreren Sprachen und überraschenden medialen Tricks.


Besucher werden sofort in den Bann gezogen und bekommen auf unterhaltsame Art und Weise die Geschichte von Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach und seinen Fürstenzimmern präsentiert. Anspielend auf die einstige Macht des Fürsterzbischofs in weltlichen und kirchlichen Belangen bilden eine Weltkugel und das Firmament die Bühne des Theaters.
Besucher werden sofort in den Bann gezogen und bekommen auf unterhaltsame Art und Weise die Geschichte von Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach und seinen Fürstenzimmern präsentiert. Anspielend auf die einstige Macht des Fürsterzbischofs in weltlichen und kirchlichen Belangen bilden eine Weltkugel und das Firmament die Bühne des Theaters.


Neben dem magischen Theater erwartet die Besucher in den Fürstenzimmern zahlreiche weitere spannende Neuerungen: An insgesamt fünf Medienstationen informiert man sich mittels aufwändig gestalteter kurzer Videoclips über die Fürstenzimmer mit ihrer reichhaltigen Ausstattung, die einstige Nutzung und Bedeutung der Räume sowie die Geschichte von Leonhard von Keutschach.
Neben dem magischen Theater erwartet die Besucher in den Fürstenzimmern zahlreiche weitere spannende Neuerungen: An insgesamt fünf Medienstationen informiert man sich mittels aufwändig gestalteter kurzer Videoclips über die Fürstenzimmer mit ihrer reichhaltigen Ausstattung, die einstige Nutzung und Bedeutung der Räume sowie die Geschichte von Leonhard von Keutschach.
== Bildergalerie ==
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<!--Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 01.jpg|Großer Saal-->
Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 02.jpg|Säulen aus [[Adneter Marmor]] im Großen Saal
Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 03.jpg|Großer Saal
Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 04.jpg|Holztram mit Wappen-Reihe im Großen Saal
Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 05.jpg|Goldene Stube
<!--Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 06.jpg|Kachelofen der Goldene Stube-->
Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 07.jpg|Tür mit Ornament
Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 08.jpg|reich mit Ornamenten geschmücktes Feld über der Türe (Supraporte)
Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 09.jpg|Detail: Wandschmuck (Erzengel)
Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 10.jpg|Detail: spätgotische Kachelofen
Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 11.jpg|Detail: spätgotische Truhe
Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 12.jpg|Detail: spätgotischer Kachelofen
Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 13.jpg|Detail: spätgotischer Kachelofen
Datei:Fürstenzimmer Festung Hohensalzburg 14.jpg|Detail: spätgotischer Kachelofen
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== Quelle ==
== Quelle ==
* [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom  [http://service.salzburg.gv.at/lkorrj/Index?cmd=detail_ind&nachrid=56161 8. März 2016]
* [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom  [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=56161 8. März 2016]


== Fußnoten ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
<references/>


[[Kategorie:Tourismus]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Stadtberg]]
[[Kategorie:Festungsberg]]
[[Kategorie:Festung Hohensalzburg]]
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:historisches Gebäude]]
[[Kategorie:Verteidigungsanlage]]
[[Kategorie:Verteidigungsanlage]]
[[Kategorie:Festung]]
[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Salzburgs Schätze]]
[[Kategorie:Salzburgs Schätze]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Stadtberg]]
[[Kategorie:Festungsberg]]

Aktuelle Version vom 20. August 2024, 20:23 Uhr

Blick in die Fürstenzimmer. 2024
In der "Goldenen Stube".
2024. Der ehemals im Salzburger Schloss Arenberg aufgestellte Kachelofen ist der Hafnerwerkstatt Thomas Strobl in Salzburg zuzuschreiben.

Die Fürstenzimmer befinden sich im Hohen Stock der Festung Hohensalzburg in der Stadt Salzburg.

Beschreibung

Die Fürstenzimmer im 3. Stock bestehen aus Fürstensaal oder Goldener Saal, sowie der Goldenen Stube, bestehend aus zwei Räumen. Ihre Ausstattung ist original und seit 1501/1502 unverändert.

  • Die Kasettendecken wurden in Lapislazuli[1]-Blau, Azur- oder Königsblau gefasst, die Noppen (Sterne) sind vergoldet; dies ergibt eine künstlerische Nachahmung des Nachthimmels.
  • Im Goldenen Saal stehen vier mächtige gedrehten Säulen aus Adneter Marmor und die Decke wird von einem einzigen Trambalken mit einer Spannweite von mehr als 20 m getragen.
  • Der Kachelofen in der Goldenen Stube ist mit vielen repräsentativen Email-Feldern oder sonst einzigartigen Details ausgestattet (Bild): z. B. Wappen von Salzburg und von Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach; Anbetung durch die Hl. drei Könige; der 'lange Hans' (in der Ecke), die übernatürlich gestreckte Figur eines Jünglings, gekleidet in der Mode des Hochmittelalters; die Löwen-Füße unter dem Sockel.

Sanierung 2016

Nach umfangreichen Arbeiten präsentiert sich der Hohe Stock der Festung Hohensalzburg seit März 2016 in neuem Glanz. Zu den Höhepunkten der neu gestalteten Fürstenzimmer zählt ein multimediales 'magisches Theater'. Dort können die Besucher der Fürstenzimmer in die Epoche des Fürsterzbischofs Leonhard von Keutschach eintauchen.

Die Kosten für die Arbeiten beliefen sich bis März 2016 auf rund 2,6 Millionen Euro. Die Finanzierung stammte aus Eigenmitteln der Salzburger Burgen und Schlösser. Rund ein Drittel des Gesamtbetrags wurde in die Restaurierung und Sanierung der Räumlichkeiten und Böden investiert. Ein weiteres Drittel wurde für Maßnahmen zum Schutz der einzigartigen Substanz ausgegeben – darunter Brandschutz und eine kontrollierte natürliche Temperatursteuerung. Das verbleibende Drittel wurde in die Neugestaltung und Neupräsentation der Ausstellung investiert.

Die Festung Hohensalzburg aus dem 11. Jahrhundert verbirgt in ihrem Inneren eines der bedeutendsten Denkmäler spätgotischer Profanarchitektur: die geheimnisvollen Fürstenzimmer des Hohen Stocks. In ganz Europa gibt es kein vergleichbares Objekt mit einer annähernd erhaltenen Ausstattung aus dem 15. Jahrhundert. Die verwendeten Materialien zeugen von der Macht und dem Reichtum des Fürsterzbischofs Leonhard von Keutschach, der die Festung als seinen Herrschaftssitz ausbauen ließ.

Mehr als zwei Jahre dauerten die aufwändigen Arbeiten an den Fürstenzimmern. Ein Team an Kunsthistorikern, Restauratoren, Szenografen, Architekten und Lichtplanern arbeitete in enger Abstimmung an der Neupräsentation. Schließlich handelt es sich bei der Festung Hohensalzburg nicht um eine gewöhnliche Baustelle, sondern um ein einzigartiges Kulturgut von höchstem Rang.

Bei der Neugestaltung wurde unter anderem der Boden des goldenen Saals mit Weißtannenholz neu belegt. Darüber hinaus wurde in den Fürstenzimmern ein neues Lichtkonzept verwirklicht. Dieses simuliert die mittelalterlichen Verhältnisse und schützt auf diese Weise die wertvollen Kunstgegenstände. Investiert wurde außerdem in neue Brandschutzmaßnahmen und eine kontrollierte, natürliche Temperatur-Steuerung.

Neue historische Erkenntnisse

Bei den vorgelagerten Forschungsarbeiten konnten die beteiligten Kunsthistoriker außerdem zahlreiche neue Erkenntnisse aus vergangenen Epochen gewinnen: So wurde etwa bekannt, dass der bisher genutzte Zugang zum Goldenen Saal vermutlich nicht dem historischen Eingang entsprach. Durch eine geänderte Wegeführung können die Besucher den Goldenen Saal deshalb von nun an zentral in der Mitte betreten, so wie einst Leonhard von Keutschach selber.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um die einzige historische Erkenntnis, die bei der Umgestaltung zutage trat. In einem oberösterreichischen Schloss wurden jene Ledertapeten, die einst die Wände der Goldenen Stube und der Schlafkammern zierten, wiederentdeckt. Detaillierte Untersuchungen des Materials ergaben, dass die Tapeten nach 1816 aus der Festung Hohensalzburg entfernt wurden um in Oberösterreich sekundär verwendet zu werden.

Magisches Theater und moderne Medienstationen als Höhepunkte

Die Neugestaltung der Fürstenzimmer dient aber nicht nur dem Erhalt des denkmalgeschützten Bauwerks. Es wurde auch dafür gesorgt, dass die Festung weiter an Attraktivität gewinnt.

Ein Höhepunkt der neu gestalteten Fürstenzimmer ist das 'magische Theater'. Diese beeindruckende mechanisch-multimediale Installation ist eine Kombination aus beweglichen Figuren auf Schienen, einem nachgestellten Festungsbau mit Seilzügen, raffinierten Mechanismen sowie Projektionen und Audiostationen mit mehreren Sprachen und überraschenden medialen Tricks.

Besucher werden sofort in den Bann gezogen und bekommen auf unterhaltsame Art und Weise die Geschichte von Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach und seinen Fürstenzimmern präsentiert. Anspielend auf die einstige Macht des Fürsterzbischofs in weltlichen und kirchlichen Belangen bilden eine Weltkugel und das Firmament die Bühne des Theaters.

Neben dem magischen Theater erwartet die Besucher in den Fürstenzimmern zahlreiche weitere spannende Neuerungen: An insgesamt fünf Medienstationen informiert man sich mittels aufwändig gestalteter kurzer Videoclips über die Fürstenzimmer mit ihrer reichhaltigen Ausstattung, die einstige Nutzung und Bedeutung der Räume sowie die Geschichte von Leonhard von Keutschach.

Quelle

Einzelnachweise