Sigismund von Neukomm: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Sigismund Ritter von Neukomm''' (* [[10. Juli]] [[1778]] in [[Salzburg]]; † [[3. April]] [[1858]] in Paris, Frankreich) war Komponist und Pianist.  
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[[File:Neukomm.jpg|thumb|Sigismund Ritter von Neukomm zwischen 1820 and 1850.]]
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[[Datei:Gedenktafel_Sigismund_von_Neukomm.jpg|thumb|right|Gedenktafel für Sigismund von Neukomm  am [[Gollhoferhaus]] am [[Hagenauerplatz]].]]
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'''Sigismund Ritter von Neukomm''' (* [[10. Juli]] [[1778]] in der [[Stadt Salzburg]]; † [[3. April]] [[1858]] in Paris, [[Frankreich]]) war Komponist und Pianist.  
  
==Leben==
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== Leben ==
Neukomm kam im Eckhaus am [[Hagenauerplatz]] schräg gegenüber von [[Mozarts Geburtshaus]] in der Salzburger [[Altstadt]] zu Welt. Er war dann Schüler von [[Johann Michael Haydn]] und später Mitarbeiter und langjähriger Freund von dessen Bruder Joseph Haydn.  
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Sigismund Neukomm war das älteste Kind des Salzburger [[Salzburger Lehrerbildungsanstalt|Hauptschullehrers]] [[David Neukomm]] (* 1749; † 1805) und seiner Frau Kordula, geborene Rieder (* 1753; † 1814). Er kam im Eckhaus ([[Gollhoferhaus]]) [[Getreidegasse]]-[[Hagenauerplatz]] schräg gegenüber des [[Hagenauerhaus]]es in der Salzburger [[Altstadt]] zu Welt.  
  
Als bekennender Verehrer [[Wolfgang Amadeus Mozart|W. A. Mozarts]] lernte er sein Vorbild nie persönlich kennen, unterrichtete aber dessen Sohn [[Karl Thomas Mozart|Carl]] im Cembalospiel und verfasste für Mozarts unvollendetes Requiem eine Ergänzung mit einem finalen „Libera Me“.  
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Der junge Neukomm konnte schon im Alter von vier Jahren fließend lesen und im Alter von fünf schreiben, der Vater sorgte für diese frühkindliche Ausbildung. Kurze Zeit später erhielt er Musikunterricht beim Salzburger [[Domorganist]]en Franz Xaver Weissauer. Mit sechs Jahren soll er bereits Orgel gespielt haben, wobei Weissauer das Pedal bediente. Er übte sich aber auch auf Streich- und Blasinstrumenten. Unterricht in Harmonielehre erhielt Neukomm bei [[Johann Michael Haydn]], dessen Gattin [[Maria Magdalena Haydn|Maria Magdalena]] mit Neukomms Mutter verwandt war. Nach Absolvierung des [[Geschichte des Benediktiner-, Staats- und Akademischen Gymnasiums|Benediktinergymnasiums]]<ref>Panagl, Oswald: ''Sigismund von Neukomm'', in: ''[[400 Jahre Akademisches Gymnasium Salzburg]]''</ref> wurde er Mitarbeiter und langjähriger Freund von dessen Bruder Joseph Haydn.
  
Er zeigte sich in vielen Ländern der Welt tätig und war ein ständig Reisender. Unter anderem war er von [[1804]] bis [[1808]] Kapellmeister in der russischen Metropole St. Petersburg und von [[1816]] bis [[1821]] in Brasilien. Den Großteil seines Lebens verbrachte er jedoch in Paris. Sein Lebenswerk umfasst mehr als 1.300 Stücke, darunter zehn Opern, drei Oratorien, geistliche Musik und Lieder in verschiedenen Sprachen. Er ist der Namensgeber der [[Neukommgasse]] im [[Salzburg]]er Stadteil [[Gneis]].
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Mit 16 Jahren wurde er zum Titularorganisten an der Salzburger [[Universitätskirche]] ernannt. Er verdiente damit erstmals eigenes Geld. Kurze Zeit danach arbeitete er als Korrepetitor am [[Stadttheater Salzburg|Salzburger Theater]]. Im Alter von 19 Jahren ging Neukomm im März 1797 nach Wien.  
  
==Literatur==
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Als bekennender Verehrer [[Wolfgang Amadé Mozart|W. A. Mozarts]] lernte er sein Vorbild nie persönlich kennen, unterrichtete aber dessen Sohn [[Karl Thomas Mozart|Carl]] im Cembalospiel und verfasste für Mozarts unvollendetes Requiem eine Ergänzung mit einem finalen ''Libera Me''.  
* Otto Biba: ''Sigismund Neukomm. Ein österreichischer Komponist am brasilianischen Hof in Rio de Janeiro.'' In: Musikblätter der Wiener Philharmoniker 56 (2002), Folge 9, Wien 2002, S. 321-330 
 
  
* Ulrich Konrad: ''Sigismund von Neukomm: "Libera me, Domine" d-Moll NV 186. Ein Beitrag zur liturgischen Komplettierung von Wolfgang Amadé Mozarts "Requiem" d-Moll KV 626.'' In: Im Dienst der Quellen zur Musik. Festschrift Gertraut Haberkamp zum 65. Geburtstag. Hrsg. von der Bischöflichen Zentralbibliothek Regensburg durch Paul Mai. - Tutzing: Schneider 2002, S. 425-434 
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Er zeigte sich in vielen Ländern der Welt tätig und war ein ständig Reisender. Unter anderem war er von [[1804]] bis [[1808]] Kapellmeister in der [[Russland|russischen]] Metropole St. Petersburg und von [[1816]] bis [[1821]] in [[Brasilien]]. Den Großteil seines Lebens verbrachte er jedoch in Paris. Sein Lebenswerk umfasst mehr als 1&nbsp;300 Stücke, darunter zehn Opern, drei Oratorien, geistliche Musik und Lieder in verschiedenen Sprachen.  
  
* Rudolph Angermüller: ''Sigismund Ritter von Neukomm zu den Enthüllungsfeierlichkeiten des Mozart-Denkmals.'' In: Mitteilungen der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] 44 (1996), Heft 3-4, Salzburg, November 1996, S. 66-68 
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== Ehrung ==
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Er ist der Namensgeber der [[Neukommgasse]] im [[Salzburger Stadtteil]] [[Gneis]].
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==Literatur und Quellen==
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* Otto Biba: ''Sigismund Neukomm. Ein österreichischer Komponist am brasilianischen Hof in Rio de Janeiro.'' In: Musikblätter der Wiener Philharmoniker 56 (2002), Folge 9, Wien 2002, S. 321–330 
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* Ulrich Konrad: ''Sigismund von Neukomm: "Libera me, Domine" d-Moll NV 186. Ein Beitrag zur liturgischen Komplettierung von Wolfgang Amadé Mozarts "Requiem" d-Moll KV 626.'' In: Im Dienst der Quellen zur Musik. Festschrift Gertraut Haberkamp zum 65. Geburtstag. Hrsg. von der Bischöflichen Zentralbibliothek Regensburg durch Paul Mai. - Tutzing: Schneider 2002, S. 425–434 
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* [[Rudolph Angermüller]]: ''Sigismund Ritter von Neukomm zu den Enthüllungsfeierlichkeiten des Mozart-Denkmals.'' In: Mitteilungen der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] 44 (1996), Heft 3–4, Salzburg, November 1996, S. 66–68 
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* Marie Luise von Kummer: ''Ein vergessener Salzburger (Sigismund Neukomm).'' In: [[Bastei]]. Blätter des Stadtvereines Salzburg für Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft 41 (1992), 7./8. Folge, Salzburg, Dezember 1992, S. 10–13
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* [[Gisela Pellegrini]]: "Sigismund Ritter von Neukomm. Ein vergessener Salzburger Musiker." → [https://www.zobodat.at/biografien/Neukomm_Sigismund_Ritter_von_MGSL_76_0001-0068.pdf www.zobodat.at], pdf
  
* Marie Luise von Kummer: ''Ein vergessener Salzburger (Sigismund Neukomm).'' In: Bastei. Blätter des Stadtvereines Salzburg für Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft 41 (1992), 7./8. Folge, Salzburg, Dezember 1992, S. 10-13
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== Einzelnachweis ==
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[[Kategorie:Töchter und Söhne der Stadt Salzburg]]
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[[Kategorie:Salzburger im Ausland]]
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Aktuelle Version vom 12. November 2023, 13:16 Uhr

Sigismund Ritter von Neukomm zwischen 1820 and 1850.
Gedenktafel für Sigismund von Neukomm am Gollhoferhaus am Hagenauerplatz.

Sigismund Ritter von Neukomm (* 10. Juli 1778 in der Stadt Salzburg; † 3. April 1858 in Paris, Frankreich) war Komponist und Pianist.

Leben

Sigismund Neukomm war das älteste Kind des Salzburger Hauptschullehrers David Neukomm (* 1749; † 1805) und seiner Frau Kordula, geborene Rieder (* 1753; † 1814). Er kam im Eckhaus (Gollhoferhaus) Getreidegasse-Hagenauerplatz schräg gegenüber des Hagenauerhauses in der Salzburger Altstadt zu Welt.

Der junge Neukomm konnte schon im Alter von vier Jahren fließend lesen und im Alter von fünf schreiben, der Vater sorgte für diese frühkindliche Ausbildung. Kurze Zeit später erhielt er Musikunterricht beim Salzburger Domorganisten Franz Xaver Weissauer. Mit sechs Jahren soll er bereits Orgel gespielt haben, wobei Weissauer das Pedal bediente. Er übte sich aber auch auf Streich- und Blasinstrumenten. Unterricht in Harmonielehre erhielt Neukomm bei Johann Michael Haydn, dessen Gattin Maria Magdalena mit Neukomms Mutter verwandt war. Nach Absolvierung des Benediktinergymnasiums[1] wurde er Mitarbeiter und langjähriger Freund von dessen Bruder Joseph Haydn.

Mit 16 Jahren wurde er zum Titularorganisten an der Salzburger Universitätskirche ernannt. Er verdiente damit erstmals eigenes Geld. Kurze Zeit danach arbeitete er als Korrepetitor am Salzburger Theater. Im Alter von 19 Jahren ging Neukomm im März 1797 nach Wien.

Als bekennender Verehrer W. A. Mozarts lernte er sein Vorbild nie persönlich kennen, unterrichtete aber dessen Sohn Carl im Cembalospiel und verfasste für Mozarts unvollendetes Requiem eine Ergänzung mit einem finalen Libera Me.

Er zeigte sich in vielen Ländern der Welt tätig und war ein ständig Reisender. Unter anderem war er von 1804 bis 1808 Kapellmeister in der russischen Metropole St. Petersburg und von 1816 bis 1821 in Brasilien. Den Großteil seines Lebens verbrachte er jedoch in Paris. Sein Lebenswerk umfasst mehr als 1 300 Stücke, darunter zehn Opern, drei Oratorien, geistliche Musik und Lieder in verschiedenen Sprachen.

Ehrung

Er ist der Namensgeber der Neukommgasse im Salzburger Stadtteil Gneis.

Weiterführend

Für Informationen zum Thema Sigismund von Neukomm, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema.

Literatur und Quellen

  • Otto Biba: Sigismund Neukomm. Ein österreichischer Komponist am brasilianischen Hof in Rio de Janeiro. In: Musikblätter der Wiener Philharmoniker 56 (2002), Folge 9, Wien 2002, S. 321–330
  • Ulrich Konrad: Sigismund von Neukomm: "Libera me, Domine" d-Moll NV 186. Ein Beitrag zur liturgischen Komplettierung von Wolfgang Amadé Mozarts "Requiem" d-Moll KV 626. In: Im Dienst der Quellen zur Musik. Festschrift Gertraut Haberkamp zum 65. Geburtstag. Hrsg. von der Bischöflichen Zentralbibliothek Regensburg durch Paul Mai. - Tutzing: Schneider 2002, S. 425–434
  • Rudolph Angermüller: Sigismund Ritter von Neukomm zu den Enthüllungsfeierlichkeiten des Mozart-Denkmals. In: Mitteilungen der Internationalen Stiftung Mozarteum 44 (1996), Heft 3–4, Salzburg, November 1996, S. 66–68
  • Marie Luise von Kummer: Ein vergessener Salzburger (Sigismund Neukomm). In: Bastei. Blätter des Stadtvereines Salzburg für Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft 41 (1992), 7./8. Folge, Salzburg, Dezember 1992, S. 10–13
  • Gisela Pellegrini: "Sigismund Ritter von Neukomm. Ein vergessener Salzburger Musiker." → www.zobodat.at, pdf

Einzelnachweis

  1. Panagl, Oswald: Sigismund von Neukomm, in: 400 Jahre Akademisches Gymnasium Salzburg