Salzburger Flughafen Anflugrouten: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 30. Juli 2011, 13:06 Uhr
Die Anflugrouten für den Salzburger Flughafen wurden im Sommer 2011 Gegenstand einer emotionellen Debatte zwischen den Bürgern der bayrischen Stadt Freilassing und dem Bürgermeister der Stadt Salzburg, Dr. Heinz Schaden.
Allgemeines
Der Flughafen Salzburg verfügt lediglich über eine Piste. Diese ist in leichter Nordwest (Piste 34)/Südost (Piste 16) - Richtung. Von Norden her verfügt der Flughafen über ein Instrumentenlandesystem (ILS[1]), das die Maschinen auch bei schlechtem Wetter einen Präzisionsanflug ermöglicht. Hingegen von Südosten kommend kann der Flughafen nur im Sichtflug angeflogen werdne.
Unmittelbar unter der Einflugsschneise von Nordwest kommend, über die die Hauptlast der ankommenden Flüge abgewickelt werden, befindet sich die bayrische Stadt Freilassing. Im Jahr 2011 flammten bereits länger anhaltende Debatten wegen Lärmbelästigung wieder stärker auf und es kam zu einer Debatte über mehr Anflüge von Südost. Ein Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Österreich, der 1967 geschlossen wurde, regelt ein Mitspracherecht Deutschlands. Diesem Staatsvertrag fehlen aber Regelungen über An- und Abflugrouten und über den Betrieb am Wochenende. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass 1967 diesen Fragen noch keine Bedeutung zugemessen wurden.
Mittlerweile sind es aber über 20 000 Flüge jährlich. Davon sind etwa 13 000 Flüge, die Großraumflugzeuge betreffen. Von diesen nehmen rund 10 500 den Nordost-Anflug über Freilassing, nur rund 1 500 kommen von Südosten im Sichtflug herein. Bis zu 230 Starts und Landungen werden nach Angaben der Salzburger Flughafen GmbH an Spitzentagen (im Winter meist Samstag, im Sommer während der Salzburger Festspiele zwischen 6 und 23 Uhr gezählt. Anwohner sprechen sogar von 280.
Anflugrouten
Das ILS von Nordosten führt Flugzeuge bereits etwa 40 bis 50 Kilometer vor Salzburg über einen "Landestrahl" automatisch zum Flughafen Salzburg. Selbst bei Schlechtwetter erreichen so die Piloten problemlos den Flughafen.
Anders die Situation beim Anflug von Südosten. Hier verhindern die Berge die Installieren eines ILS, da der Gleitstrahl, der die Flugzeuge automatisch von ihrer Flughöhe zum Flughafen lotst, durch Berge behindert wäre.
Sichtanflug von Süden
Sowohl für ein ILS als auch für Sichtanflug gelten bestimmten Voraussetzungen, die die International Civil Aviation Organisation (ICAO) vorschreibt. Und tief hängende Wolken beispielsweise verhindert einen Sichtanflug. Daher kann der Flughafen Salzburg von Süden nur bei Schönwetter angeflogen werden.
Streitpunkt
Die Lärmentwicklung wollen die Freilassinger Bürger nicht mehr länger im Ungleichgewicht zur Anzahl der Anflüge von Süden her akzeptieren und verlangten im Sommer 2011, dass deutlich mehr Anflüge von Süden her zum Flughafen Salzburg erfolgen müssen. Dies ist jedoch aufgrund der geschilderten Voraussetzungen des Fehlens eines ILS nur bedingt möglich.
Alternativen
Die Flugsicherheitsbehörde AustroControl hatte im Auftrag des BMVIT (Verkehrsministerium) eine neue Südanflugroute erarbeitet, die noch heuer verordnet werden soll.
Südanflugroute
Ein Meldepunkt, an dem Piloten mit der Flugsicherung im Tower Salzburg Kontakt aufnehmen müssen, ist beim Südanflug etwa über Abtenau. Dort befinden sich die Flugzeuge noch in rund 3 000 m ü. A.. Über Abtenau beginnen die Piloten ihren Landeanflug in einem Sinkflug von 3,5 Grad. Damit sind sie über Golling noch in 2 000 m ü. A. Die Flugrouten führt jedoch neben dicht besiedelten Gemeindegebieten und führt entlang der Tauernautobahn bis Puch-Urstein. Dort befinden sich die Maschinen bereits nur mehr 1 000 m ü. A. Von dort beginnt der Endanflug über Taxach, Rif, Grödig und Leopoldskroner-Moos.
Erst zwischen Grödig und Leopoldskroner-Moos erreichen die Flugzeuge jene Flughöhe, die sie beim Anflug von Norden über Freilassing schon haben. Das bedeutet, dass über dem dicht besiedelten Freilassing der Fluglärm jene Intensität hat, den ein Flugzeug beim Landeanflug von Süden über relativ dünn besiedelten Gebiet zwischen Eichet und der südlichen Moosstraße erzeugt.
Schleife von Norden kommend
Eine schon bisher benutzte Landeanflugsroute führt von Norden kommend östlich des Gaisbergs über die Salzburger Stadtteile Parsch, Aigen, Salzburg Süd und Hellbrunn in einer Kurve über das südliche Leopoldskroner-Moos zum Flughafen.
Sichtflugvorschriften
Diese Route sei jedoch ebenfalls nur bei guten Sicht- und Wetterbedingungen möglich. Darüber hinaus benötigen alle Piloten, die Salzburg im Sichtflug anfliegen wollen, eine entsprechende Sichtflugausbildung. Auch das geplante, genauere GPS-Navigationssystem für Sichtanflüge vom Süden bzw. über die Schleife ändert nichts an den strengeren Vorschriften für diese Piloten.
Entscheidungsgewalt Pilot
Allen bestehenden und geplanten Möglichkeiten steht jedoch stets die letztinstanzliche Entscheidung des Kapitäns eines Flugzeugs gegenüber. Da dieser für die Sicherheit der Menschen an Bord verantwortlich ist, wird er stets die sicherste Anflugsroute wählen und sich weder von politischen Debatten noch Wünschen der Anrainer leiten lassen. Der Tower Salzburg kann anfliegenden Maschinen nur Anflugrouten vorschlagen, denn ein Flugzeug braucht immer Gegenwind.
Weblinks
Quellen
- www.welt.de
- Salzburger Nachrichten im Juli, diverse Ausgaben
Fußnoten
- ↑ siehe Wikipedia ILS
[[Kategorie:Flachgau