Edmundsburg

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Edmundsburg, Ansicht von Osten
Karte


Die Edmundsburg ist ein denkmalgeschütztes Objekt in der Stadt Salzburg auf dem Mönchsberg, die man über die Clemens-Holzmeister-Stiege im Toscanini-Hof neben der Felsenreitschule erreicht.

Geschichte

Ausschnitt aus dem Kupferstich Salzburg, ca. 1740, von Matthäus Seutter: die Felsenreitschule und darüber die Edmundsburg.

Die heutige Edmundsburg bestand ursprünglich aus zwei, jedoch stets unter einem Besitzer vereinigten Häusern. 1631 wurde sie zur gräflichen Lodronischen Primogenitur gekauft. 1673 erwarb sie Felix Pflanzmann, dessen Tochter Kordula 1695 in den Schutz und in die Verpflegung des Benediktinerstifts St. Peter gegeben wurde, wofür der Vater dem Stift die Häuser schenkte. 1695 bis 1696 ließ Abt Edmund Sinnhuber die Edmundsburg mit einem Kostenaufwand von 40.000 Gulden als Sommersitz umbauen; sie blieb bis 1834 im Besitz des Benediktinerstifts St. Peter. Kordula starb bereits 1697.

Bis 1621 führte ein Fahrweg von der Altstadt zum Vorläufer der heutigen Edmundsburg. Seit 1654 war zumindest wieder eine Treppe von der Altstadt vorhanden, die sog. „Peterswacht-Stiege“. Sie verband die Edmundsburg auch mit dem Getreidekasten des Erzstiftes, wie dies in der Salzburger Chronik beschrieben ist. In geänderter Form ist diese Treppe als Clemens-Holzmeister-Stiege bis heute erhalten.

Die Edmundsburg ist ein kubisches Gebäude mit drei Geschoßen. Die lateinische Inschrift über dem Eingang lautet: „Omni tempore benedic Deum, & pete ab eo, ut vias tuas Dirigat. Tob. 4.20 [1] E.A. 1696 S.P.“ – Übersetzung: „Zu jeder Zeit preise Gott und bitte ihn, dass er deine Wege leiten möge.“ – gewidmet von Abt Edmund, Stift St. Peter, im Jahre 1696.

links im Hintergrund die Edmundsburg
rechts die Universitätskirche

Von 1853 an war eine Knabenerziehungsanstalt in dem Gebäude untergebracht. Im 1902 errichteten Nebengebäude, dem Edith-Stein-Haus, ist das Katholische Hochschulwerk angesiedelt, dem auch die Verwaltung der Edmundsburg obliegt, sowie das Österreichische Institut für Europäische Rechtspolitik.

Seit 1987 ist das Österreichische Institut für Menschenrechte in der Edmundsburg untergebracht [2]. Das Haus ist seit November 2008 auch Sitz des Stefan Zweig Centres und des Literaturarchivs.

Generalsanierung 2008

Die Edmundsburg auf dem Mönchsberg wurde 2008 saniert. Die Spiluttini Bau GmbH revitalisierte nach den Plänen von Architekt Dipl.-Ing. Fritz Genböck im Auftrag der Salzburg Wohnbau, die das Gebäude im Baurecht übernommen hat, die Edmundsburg. Eine besondere Herausforderung war die Errichtung eines 27 Meter tiefen Schachts für einen Lift und eine Nottreppe. Mit dem Lift gelangt man bequem von den Mönchsberggaragen aus auf die Edmundsburg.

Edmundsburg beim Festspielbeginn 2011

Dieser Schacht wurde mit einem Schremmhammerbagger ausgebrochen. Das Bohrgerät wurde mittels Autokran aus dem Toscanini-Hof hochgehievt, der mit dem Gegengewicht von vier Sattelzügen beschwert war. Bei den Bohrarbeiten selbst mussten Erschütterungen soweit wie möglich vermieden werden, damit in der nahe gelegenen Felsenreitschule keine Schäden auftreten. Schließlich mussten die Bauarbeiter mit besonderer Vorsicht alle Eimer und anderen Gegenstände aus dem Toscanini-Hof an Seilen hinaufziehen bzw. hinunterlassen – es galt, Unfälle mit Passanten auf der Clemens-Holzmeister-Stiege zu vermeiden.

Die Umbaukosten beliefen sich auf ca. 3,5 Mio. Euro, wobei sich der ausführende Generalunternehmer, die Spiluttini Bau GmbH, entschlossen hatte, den Umbau durch ein sehr kostengünstiges Angebot zu unterstützen – ein sehr vorbildliches Auftreten dieses renommierten, seit fast einem Jahrhundert bestehenden Bauunternehmens.

Der Umbau wurde am 27. Oktober 2008 offiziell eröffnet.

Weblinks

Bilder

 Edmundsburg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Quellen

Einzelnachweise