Werner Thuswaldner
Dr. Werner Thuswaldner (* 30. Mai 1942 in Laas, Gem. Kötschach/Mauten, Kärnten; † 3. August 2026 in der Stadt Salzburg) war Kulturredakteur, Schriftsteller und langjähriger Leiter des Salzburger Nachrichten-Kulturressorts.
Leben
In Laas in Kärnten wuchs er in einer großen Familie mit acht Geschwistern auf. Und zunächst sah alles nach einer Laufbahn als Techniker aus. "Die ursprüngliche Berufswahl hatte der Vater bestimmt. Ich bereue nicht, diese Sparte und damit ein gutes Stück Lebensrealität kennengelernt zu haben. Den beruflichen Umstieg musste ich ohne materielle Unterstützung ganz auf mich gestellt schaffen", schrieb Thuswaldner einmal über seinen Werdegang. Nach einer Ausbildung zum Bautechniker arbeitete er fünf Jahre lang bei Baufirmen im Autobahn- und Brückenbau. Dann aber entschloss er sich, an der Universität Salzburg Germanistik und Geschichte zu studieren.
Er leitete 24 Jahre lang die Kulturredaktion der "Salzburger Nachrichten", für die er danach freiberuflich tätig blieb und das Feuilleton leitete. Fast ein Vierteljahrhundert also, von 1982 bis 2006, prägte Werner Thuswaldner als Ressortleiter das Gesicht der Kulturseite in den "Salzburger Nachrichten". Alte Schule, könnte man sagen, war er. Ein (bildungs)bürgerlicher Geist in gutem Sinne. Er war, wissend und zurückhaltend, in erster Linie in den klassischen Bereichen von Kunst und Kultur und vor allem auch in der Literatur zu Hause. Thuswaldner hatte sein Studium auch mit einer Dissertation über Peter Handke abgeschlossen. Ab 1967 arbeitete er bei den "Salzburger Nachrichten", lernte unter dem legendären Max Kaindl-Hönig das journalistische Kulturgeschäft. Hier wurde seine Passion für Kunst und Kultur zum Beruf. Seinen Texten wohnten oft hintersinnige Pointen inne. Sein Humor war elegant. Dabei war der Weg in den Kulturjournalismus gleichsam die zweite Wahl.
Nach seiner Zeit bei den SN war er auch in der Pension nicht untätig. Er schrieb als freiberuflicher Theaterkritiker und Feuilletonist für zahlreiche Medien. Und schon während seiner Zeit bei den "Salzburger Nachrichten" trat Thuswaldner auch als Buchautor in Erscheinung. Im Jahr 2000 etwa erschien sein Debütroman "Pittersberg". Darin geht es in ruhiger und gelassener Art und einer Mischung aus Fakt und Fiktion um eine Kärntner Geschichte, in der Verdrängtes hochgespült wird. Neben weiteren Romanen, etwa "Der Mann mit Ideen" und dem im Salzburger Otto Müller Verlag erschienenen "Das Jubiläum" entstanden als literarische Texte auch die Theaterstücke "Wünsche ans Leben" oder "Könige unter sich". Dazu Hörspiele und auch ein Fernsehspiel. Eine Besonderheit bildet 2005 das fein gemachte Bilderbuch "Stille Nacht, heilige Nacht. Ein Lied für die Welt", das sich der üblichen Billigvermarktung, mit der dieses Lied so oft verkauft wird, entzieht.
Werner Thuswaldner hat vier Kinder und lebte mit seiner Familie in Salzburg.
Der Kunsthistoriker DI Dr. Peter Thuswaldner ist sein Bruder.
Funktionen und Ehrungen
Thuswaldner war auch in verschiedenen Kulturinstitutionen tätig. Unter anderem war er Vorsitzender des Beirats für Kunst im öffentlichen Raum, Vorstandsmitglied des Salzburger Kunstvereins und Generalsekretär des Salzburger PEN-Clubs.
1992 war er mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Salzburg ausgezeichnet worden.
Werke
(unvollständig)
- Romane:
- Pittersberg. Albrecht Knaus Verlag, München 2000, ISBN 3813501531.
- Der Mann mit Ideen. Lichtblick Verlag, 2009. ISBN 3950230750
- Theaterstücke:
- Wünsche ans Leben
- Könige unter sich
- Bilderbuch "Stille Nacht! Heilige Nacht!. Ein Lied für die Welt" (Illustrationen: Robert Ingpen) im Verlag "minedition" (2005).
- zahlreiche Hörspiele; mehrere Hörspielserien für den ORF, ein Fernsehspiel
Quellen
- www.basis-wien.at
- Eintrag in Kunstköpfe – salzburgs literaturlexikon
- Kurzbiographie auf www.drehpunktkultur.at
- Kurzbiographie auf literaturhaus-salzburg.at
- sn.at, 6. August 2026: Werner Thuswaldner, längjähriger Kulturchef der SN, ist gestorben: Ein Bautechniker für die Kultur. Ein Beitrag von Bernhard Flieher.