Josef Behensky
Ing. Josef Behensky (* 8. Dezember 1895 in Maxglan; † 29. September 1963 in der Stadt Salzburg)[1] war nach dem Zweiten Weltkrieg der erste Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Salzburg.
Aus seinem Leben
Josef Behensky wurde als Sohn des damaligen Staatsbahn-Wechselwärters und späteren Maxglaner Bürgermeisters Karl Behensky (und als jüngerer Bruder des späteren Oberlehrers Alois Behensky) geboren. Er heiratete am 29. August 1942 vor dem Standesamt Salzburg Maria Schwaiger geb. Nagy.[1]
Behensky absolvierte in Pola (Istrien) die österreichisch-ungarische Marineschule und nahm während des Ersten Weltkrieges als Deckoffizier an zahlreichen U‑Boot-Fahrten teil.[2]
Er entfaltete eine langjährige Lehrtätigkeit an der Gewerblichen Zentralfortbildungsschule Salzburg. In der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt diente er von der Pike auf, wurde im Jahr 1936 zum Oberzeugwart ernannt und widmete in der Folge seine ganze Kraft der Stadtfeuerwehr. Als im Frühjahr der Zusammenbruch Hitlerdeutschlands bevorstand, richtete sich Behenskys ganzes Bestreben darauf, die Salzburger Feuerwehr über die unvermeidlichen Tage des Chaos und der Organisationslosigkeit hinüberzuretten und sie für zukünftige Aufgaben einsatzbereit und schlagkräftig zu erhalten. Nach dem Einmarsch der Amerikaner zum Stadtfeuerwehrkommandanten ernannt, baute er in wenigen Monaten wieder eine den Anforderungen einer modernen Großstadtfeuerwehr entsprechende Organisation auf.[2][3]
Im Juni 1947 wurden Josef Behensky und sein Stellvertreter Johann Pritz wegen mutmaßlicher Verfehlungen in der Materialverwaltung der Stadtfeuerwehr verhaftet.[4] Sie hatten sich dann vor einem amerikanischen Militärgericht wegen Veruntreuung zu verantworten; es waren in "schwarzen Lagern" (amerikanische) Autoreifen, Benzinkanister und Gummischläuche entdeckt worden, die nicht im Feuerwehr-Inventar aufschienen, und die beiden Angeklagten gaben immerhin zu, zehn Schläuche an verkauft und den Erlös von 2 200 Schilling) untereinander aufgeteilt zu haben.[5] Später widerrief Behensky sein bei der Polizei abgelegtes Geständnis mit der Angabe, es sei aus Nervosität gemacht worden; beide Angeklagten wurden von der Anklage der Veruntreuung aus Mangel an Beweisen freigesprochen.[6] Wenige Monate später wurden der frühere Stadtfeuerwehrkommandant und sein Stellvertreter von den amerikanischen Militärbehörden verhaftet und neuerlich angeklagt; ihnen wurden nun Diebstahl von Wehrmachtsgut, Werkzeugmaschinen, Lagermetall, Autoreifen usw. zur Last gelegt und weiters vorgeworfen, falsche Angaben gegenüber alliierten Behörden gemacht und Befehle der Militärregierung verweigert zu haben.[7] Der Ausgang des Verfahrens ist nicht bekannt. In der Folge arbeitete Ing. Behensky beim städtischen Bauamt.[8]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Taufbuch der Stadtpfarre Salzburg-Mülln, Bd. VIII S. 28
- ↑ 2,0 2,1 Salzburger Nachrichten, 11. Dezember 1945, S. 3: 50. Geburtstag
- ↑ Salzburger Volkszeitung, 10. Dezember 1945, S. 3: Ing. Behensky zum 50. Geburtstag
- ↑ Salzburger Volkszeitung, 12. Juni 1948, S. 6: Kommandant der Stadtfeuerwehr verhaftet; Salzburger Nachrichten, 12. Juni 1948, S. 4: Verhaftungen bei der Stadtfeuerwehr
- ↑ Salzburger Volkszeitung, 16. Juli 1948, S. 3: Prozeß gegen den Feuerwehrkommandanten
- ↑ Salzburger Volkszeitung, 22. Juli 1948, S. 3: Ing. Behensky freigesprochen
- ↑ Salzburger Volkszeitung, 20. Oktober 1948, S. 3: Verfahren gegen Ing. Behensky
- ↑ Salzburger Nachrichten, 13. April 1954, S. 7: Frühgeschichtliche Gräber am Residenzplatz
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Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Salzburg 1945–1948 |
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