Hermann Lukas
Schulrat Prof. Hermann Lukas († 1. Juni 1908 in Klagenfurt, Kärnten) war langjähriger Professor an der Staatsrealschule Salzburg und Fachinspektor für den Zeichenunterricht an Mittelschulen.
Aus seinem Leben
Im Jänner 1874 wurde Hermann Lukas, damals Lehrer geometrischen und Freihandzeichnens an der evangelischen Bürgerschule in Wien, zum wirklichen Lehrer an der Staats-Realschule in Salzburg ernannt.[1] An dieser Schule unterrichtete Lukas durch 33 Jahre.[2] Zeichenunterricht erteilte er auch dem jungen Erzherzog Heinrich Ferdinand.[3]
Im Herbst 1892 führte der k. k. Minister für Cultus und Unterricht eine fachmännische Inspektion des Zeichenunterrichtes an Mittelschulen – Gymnasien, Realgymnasien, Realschulen sowie Lehrer- und Lehrerinnen-Bildungsanstalten – ein und ernannte zum Fachinspektor für diesen Unterrichtszweig für die Kronländer Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Krain, Tirol (Lehranstalten mit deutscher Unterrichtssprache) und Vorarlberg Hermann Lukas, Professor an der Staatsrealschule in Salzburg.[4]
18 Jahre später sollte sich Lukas nach einer Kur im böhmischen Karlsbad noch einige Schonung auferlegen. Trotzdem trat er eine Inspektionsreise nach Krain und Kärnten an. In Klagenfurt erlag er einem Herzschlag.
Lukas war auch langjähriger Obmann der Salzburger Ortsgruppe des deutschen Böhmerwaldbundes.
In seinem Nachruf heißt es:
Die Nachricht von seinem Hinscheiden hat in dem großen Freundeskreise, dessen sich der Verstorbene zu erfreuen hatte, ein Gefühl schmerzlichster Trauer ausgelöst. Professor Lukas war ein warmer Freund der Jugend, der er mit geradezu väterlicher Liebe zugetan war. Als Mensch, wegen seiner Charaktereigenschaften allgemein geschätzt und hochgehalten, erfreute er sich allseitig der wärmsten Sympathien und galt als ein Ehrenmann in des Wortes strengster Bedeutung. Mit inniger Liebe hing er an seiner Gattin, der er, da sie seit Jahren leidend ist, die sorgsamste Pflege angedeihen ließ. Dieses glückliche Ehebündnis ist zu früh zerstört und die bedauernswerte Witwe steht allein auf der Welt, ihrem namenlosen Schmerze um den allzufrüh Entschlafenen preisgegeben. Ihr wendet sich denn auch die allgemeine Teilnahme zu. Einen schweren Verlust erleidet auch die hiesige Ortsgruppe des deutschen Böhmerwaldbundes, welche in Prof. Lukas ihren langjährigen arbeitsfreudigen und erfolgreich tätigen Obmann verloren hat. Seit mehr denn dreißig Jähren hat Prof. Lukas in Salzburg gelebt und gewirkt. Für alles Edle und Schöne begeistert, hat er sein Wissen und Können stets in den Dienst der Allgemeinheit gestellt und alle Bestrebungen unterstützt, die dieser förderlich sein konnten. Sein Andenken wird nicht so bald verblassen.
Quelle
- "Salzburger Volksblatt", 3. Juni 1908, S. 5: Prof. Hermann Lukas †