Ferdinand Neusser

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Ferdinand Neusser, auch: Neußer (* 1826/27 in Neutitschein, Mähren; † 19. August 1894 in der Stadt Salzburg)[1], war landschaftlicher Ingenieur und Vorstand des Salzburger Landes-Bauamtes (des Vorläufers der heutigen Landesbaudirektion).

Aus seinem Leben

Als im Jahr 1866 im Herzogtum Salzburg die Funktion eines landschaftlichen Ingenieurs ("landschaftlich" meint hier mit Landschaft das Land Salzburg als – teilweise – autonome Einheit der Monarchie) eingeführt wurde, wurde für diesen Aufgabenbereich, zunächst provisorisch, mit 1. August des genannten Jahres Ferdinand Neusser eingestellt. Im oblag nun die Besorgung der landschaftlichen Baugeschäfte, "in der Art, daß derselbe die auf die Gebäude der Landschaft und der Landesanstalten in der Stadt Salzburg, dann auf die Landesstraßen im Flachlande sich beziehenden Bau-Geschäfte im vollem Umfange zu besorgen haben und verpflichtet sein soll, sich auch bei einzelnen wichtigeren Bauten im Gebirge über Auftrag des Landesausschusses verwenden zu lassen." Ihm wurden auch die "landschaftlichen Wegmacher im Flachlande" unterstellt."[2]

Im Laufe seine insgesamt 28‑jährigen Tätigkeit wurden Neusser Mitarbeiter beigesellt, und er wurde zum Vorstand des so entstandenen Landesbauamtes ernannt. Im fünfzehnten Jahr seiner Tätigkeit widerfuhr ihm, nunmehr Oberingenieur und Vorstand des Landes-Bauamtes, die besondere Ehre, dass ihm Kaiser Franz Joseph I. das Ritterkreuz des Franz-Josef-Ordens verlieh. Über die feierliche Dekorierung wurde berichtet:[3]

"Dekoration.
Am vergangenen Donnerstag fand zum erstenmale seit dem Bestehen der Landesvertretung im entsprechend geschmückten Sitzungssaale des Landesausschusses die Dekorirung eines Beamten, nämlich des Vorstandes des landschaftlichen Bauamtes Herrn Oberingenieurs Ferdinand Neußer mit dem ihm von Sr. Majestät allergnädigst verliehenen Ritterkreuze des Franz Josef-Ordens in Gegenwart der Mitglieder des Landesausschusses und sämmtlicher Landschaftsbeamten durch den Herrn Landeshauptmann statt. Nachdem der Landeshauptmann in einer kurzen Ansprache das langjährige verdienstvolle Wirken des Herrn Oberingenieurs in Landschaftsdiensten auf jedem Gebiete des Bauamtes gebührend hervorgehoben, insbesonders der Neu- und Adaptirungsbauten, der Straßen- und Wasserbauten in allen Landestheilen erwähnt hatte, welche Se. Majestät der Kaiser, hievon in Kenntniß gesetzt, veranlaßte, diese Verdienste durch einen Orden zu lohnen, befestigte er das Ritterkreuz an der Brust Neußers, welcher sichtlich gerührt, dankte, und die Versicherung aussprach, auch in Zukunft mit vollsten Eifer seinem Berufe zu obliegen. Schließlich gaben Hr. Landschaftsrath Schweinbach Namens der Landschaftsbeamten und Herr Ingenieur Lasch Namens des Bauamtes ihrer Freude über diese ehrende Auszeichnung eines Landesbeamten Ausdruck, womit diese herzliche Feier endete."

Wenige Monate später beschloss der Salzburger Landtag, dem Ritterkreuzträger auch den Titel eines Baurates zu verleihen, und der nunmehrige Titular-Baurat wurde fünf Jahre später zum wirklichen Baurat ernannt.[4]

Ferdinand Neusser, der "sozusagen die Seele des landschaftlichen Bauamtes war",[5] wurde im Alter von 67 Jahren durch einen Schlaganfall ("Schlagfluss") aus dem Leben gerissen.[1]

Quellen

  1. ↑ 1,0 1,1 Sterbebuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, Bd. XI S. 148
  2. ↑ Circulare (Z. 3220) an sämmtliche Gemeinde-Vorsteher und Vertrauensmänner im Herzogthume Salzburg, dann an die landschaftlichen Wegmacher im Flachlande, betreffend die Bestellung des Ingenieurs Ferdinand Neusser zur Besorgung der landschaftlichen Baugeschäfte im Flachlande und in der Stadt Salzburg. Salzburger Zeitung, 2. August 1866, S. 2.
  3. ↑ Salzburger Chronik, 24. Mai 1881, S. 2: Dekoration
  4. ↑ Salzburger Volksblatt, 20. Oktober 1881, S. 2: Vom landschaftlichen Beamtenstande; Salzburger Chronik, 20. Jänner 1887, S. 2: Personalien
  5. ↑ Reichenhaller Badeblatt, 22. August 1894, S. 1
Zeitfolge
Vorgänger

–

Vorstand des Landesbauamtes
[1866]–1894
Nachfolger

Adolf Lasch