Eleonore Scholz (* um 1870; † 19xx) war eine Salzburger Volksschul⁣lehrerin und Schulleiterin.

Aus ihrem Leben

Am 1. Mai 1890 begann Eleonore Scholz als provisorische Unterlehrerin — wie damals der Titel einer neueintretenden Lehrerin lautete — ihre Wirksamkeit an der Volksschule Bischofshofen. Mit Februar 1892 wurde sie zur definitiven Unterlehrerin ernannt. 1890 zählte die Volksschule Bischofshofen vier Klassen mit einer Parallele, im Schuljahre 1902 bereits 5 Klassen mit einer Parallele. In den Jahren 1890 bis 1892 unterrichtete Scholz abwechselnd in der l., 2. und 3. Klasse, und zwar "immer mit bestem Erfolg". Im Laufe der Jahre wuchs der Ort Bischofshofen infolge des lebhaften Verkehrs beständig, die Kinderzahl stieg von 416 im Schuljahre 1890/91 auf 589 im Schuljahre 1900/01. Im September 1900 erfolgte endlich über behördliche Verfügung — die Schule hatte mittlerweile 6 Klassen mit 3 Parallelen erreicht — die Trennung der obersten 6. Klasse in eine Knaben- und eine Mädchenschule. Scholz übernahm letztere und "führte diese mit ganz bedeutendem Erfolge. Nicht nur in unterrichtlicher, sondern auch in erzieherischer Hinsicht leistete Frl. Scholz Bedeutendes, so daß sie sowohl bei Kindern als auch bei der gesamten Bevölkerung unserer Gemeinde in großem Ansehen stand."[1] Als sie im Jahr 1908 nach 18-jähriger Tätigkeit Bischofshofen verließ, um die ihr verliehene Lehrerinstelle an der Mädchen-[[Volksschule St. Andrä in der Stadt Salzburg anzutreten, sprach ihr die Gemeindevertretung für ihre hingebungsvolle und erfolgreiche Berufstätigkeit den Dank aus und widmete ihr als dessen Ausdruck ein Ehren- und Anerkennungsdiplom, das durch eine Deputation des Gemeindeausschusses und des Lehrkörpers, angeführt von Bürgermeister Johann Nitsch, mit einer Ansprache überreicht wurde.[2]

Von der St. Andrä-Mädchen-Volksschule wurde sie im Sommer 1909 an die Jubiläums-Mädchen-Volksschule in Salzburg versetzt.[3]

Im Juli 1918 verlieh ihr der k. k. Landesschulrat für das Herzogtum Salzburg die Oberlehrerinstelle an der Volksschule St. Andrä.[4] Im Dezember 1921 verlieh ihr der Bundesminister für Unterricht "in Anerkennung vieljährigen, sehr erfolgreichen Wirkens im öffentlichen Schuldienste" den Titel "Direktorin". [5]

Im Februar 1927 schied sie aus dem Schuldienst und erhielt aus diesem Anlass folgenden Nachruf:[6]

"Frau Direktorin Eleonore Scholz, eine der Besten unserer heimischen Lehrkräfte, schied so still, in ruhiger Selbstverständlichkeit, wie ihr ganzes Wirken gewesen, Mitte Februar aus dem Schuldienste. Nach mehrmonatlichem Urlaube trat Frau Direktorin in den wohlverdienten Ruhestand. Nur schwer und herzlich ungern sahen wir sie aus unserem Kreise scheiden. Ihr stilles, freundliches Wesen, ihr vornehm herzlicher Ton wird stets in aller Herzen in Erinnerung bleiben. Als Kollegin wie als Leiterin stets gleich im Umgang, hilfsbereit und ratend jedem, der sich ihr nahte, ihr anvertraute. Der breiten Öffentlichkeit ist Frau Direktorin Scholz, seit 1918 Leiterin der Mädchen-Volksschule St. Andrä, wohl zumeist fremd geblieben. Um so herzlicher ist der Widerhall, den ihr Name in den Herzen ihrer ehemaligen Schüler und Schülerinnen aus Salzburg und Bischofshofen findet, an welch beiden Orten sie nahezu gleiche Zeit, je 18 Jahre, in vorbildlicher Weise für die Jugend gelebt und gesorgt. Viele ihrer ehemaligen Schulkinder sind nun längst herangewachsen, so manche derselben haben eigene Familie gegründet, aber immer noch gedenken sie in herzlicher Dankbarkeit und Verehrung ihrer einstigen Lehrerin, die so viel für ihre Erziehung getan. Im Jahre 1909 wurde Frau Direktorin Scholz als Lehrerin und im Jahre 1918, wie schon erwähnt, als Leiterin an die hierortige Mädchen-Volksschule St. Andrä ernannt und hat es auch hier verstanden, in Kurzem durch ihr verständnisvolles Entgegenkommen und zielbewußtes Wirken das Vertrauen der Eltern, die Zuneigung der Kinder, die vollste Anerkennung ihrer Vorgesetzten und wahrlich nicht zuletzt die Wertschätzung ihrer Lehrkräfte zu erwerben. Möge ihr nun noch geraume Zeit im Ruhestand vergönnt sein, in der sie, zurückblickend auf ihr Lebenswerk, mit berechtigter, innerer Befriedigung sich eingestehen darf, das Beste gewollt und Gutes erreicht zu haben."

Quellen

  1. Salzburger Volksblatt, 1. August 1908, S. 34
  2. Salzburger Chronik, 16. April 1908, S. 3; Salzburger Volksblatt, 15. April 1908, S. 8
  3. Salzburger Volksblatt, 23. Juli 1909, S. 7
  4. Salzburger Volksblatt, 29. Juli 1918, S. 4
  5. Salzburger Volksblatt, 17. Dezember 1921, S. 5
  6. Salzburger Chronik, 26. Februar 1927, S. 4 = Salzburger Volksblatt, 26. Februar 1927, S. 7
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