Eduard Haustein
Eduard Haustein (* 5. Jänner 1853 in Sebastiansberg, [heute Hora Svatého Šebestiána], Nordböhmen [heute Tschechien]; † 31. Jänner 1920 in der Stadt Salzburg)[1] war langjähriger Direktor der Knaben-Volks- und ‑Bürgerschule am Franz-Josefs-Kai.
Leben
Eduard Haustein kam 1878 als Fachlehrer an die damals einzige Bürgerschule des Landes Salzburg und leitete diese von 1898 bis 1919. Zusätzlich war er Leiter aller Schulsparkassen Salzburgs.[2] Anlässlich seines Übertritts in den Ruhestand erschien folgender Nachruf:
- "Bürgerschuldirektor Eduard Haustein scheidet mit heutigem Tage aus dem öffentlichen Schuldienste. Durch volle 41 Jahre ununterbrochen in der Stadt Salzburg im Lehrdienste tätig, hat dieser Schulmann seine ganze Kraft restlos seinem Berufe gewidmet. Nach Tausenden zählt die Schar seiner gewesenen Schüler und viele Leser dieser Zeilen werden heute des genannten Jugendbildners als ihres einstigen Lehrers oder Direktors dankbar gedenken. Eduard Hausteins Wiege stand zu Sebastiansberg im Erzgebirge. Nach Beendigung seiner Studien an der Realschule und an der technischen Hochschule in Prag wandte sich Haustein dem Lehrberufe zu und kam 1878 als Fachlehrer an die damals einzige Bürgerschule unseres Landes. In Anerkennung seiner vorzüglichen Lehrerfolge wurde er 1898 zum Direktor der Knaben-Volks- und ‑Bürgerschule am Franz Josefskai ernannt. Dort hat Haustein jahraus, jahrein einen rastlos unermüdlichen Arbeitsdrang und wahren Bienenfleiß während der ganzen Dauer seiner Amtsführung entfaltet. Vorbildlich kann die Art und Weise genannt werden, wie dieser Schuldirektor die Leitungsgeschäfte an der größten Schule unseres Landes durch 21 Jahre geführt hat. Wohl deshalb war gerade Eduard Haustein schon seit Jahrzehnten ständiger Berater unserer Landesschulbehörden in Sachen der Schulverwaltung. Groß war auch die Zahl der Mitarbeiter, die dieser tüchtige Schulmann während seines Direktoriums an seiner Lehranstalt hat kommen und gehen gesehen. Auf die meisten dieser Lehrpersonen hat der Grundzug seines Wesens: scharf ausgeprägtes Pflichtgefühl, gepaart mit stetiger Arbeitsfreudigkeit, guten Eindruck gemacht und sie zur Nachfolge angespornt. So kam es, daß das Wort "Haustein-Schule" nicht bloß bei der Behörde, sondern auch bei der Bevölkerung unserer Landeshauptstadt guten Klang besessen hat. Von dem weit ausgedehnten Arbeitsfelde, auf dem dieser nimmermüde Schulmann während seiner langen Dienstzeit gepflügt, gesät und schöne Früchte geerntet hat, seien bloß zwei Gebiete genannt: "Volksschulverein" und "Schulsparkasse". Nur Eingeweihte wissen, welch unendliche Fülle vom Erfolg gesegneter Arbeit hier Eduard Haustein völlig selbstlos zum Besten der Jugend unserer Stadt geleistet hat.
- Durch viele Jahre nahm er auch hervorragenden Anteil an der Organisation des freiheitlichen Salzburger Landeslehrervereines und stand selbst an der Spitze desselben. Unvergeßlich bleibt der Eindruck jenes größten Lehrertages unseres Landes, auf dem Eduard Haustein als Referent Triumphe feierte. Nun bei seinem Scheiden aus dem Schuldienste von Krankheit befallen, mußte leider von der Veranstaltung einer öffentlichen Abschiedsfeier Umgang genommen werden. Durch Entsendung einer Abordnung und Überreichung einer Ehrenurkunde hat sich heute der Lehrkörper der Knaben-Volks- und ‑Bürgerschule von seinem hochgeschätzten Direktor verabschiedet. H. K."
Quelle
- Salzburger Volksblatt, 1. August 1919, S. 6: Bürgerschuldirektor Eduard Haustein
Einzelnachweise
- ↑ Sterbebuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Blasius, Bd. V S. 63
- ↑ Salzburger Volksblatt, 3. Februar 1920, S. 3 Bürgerschuldirektor i. R. Eduard Haustein †
Zeitfolge
| Vorgänger |
Direktor der Bürgerschule Salzburg 1898–1919 |
Nachfolger |