Richard Freicham

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Richard Freicham (* 1965) ist Heeresangehöriger und Landesleiter der Landesorganisation Salzburg des Österreichischen Bergrettungsdienstes.

Leben

Beruf

Hauptberuflich arbeitet Richard Freicham beim Bundesheer in St. Johann im Pongau. Dort ist er seit 1988 bei der Luftraumüberwachung im Bunker. "Ich hab damals einen Beruf gelernt und bin dann gleich mal zum Bundesheer gekommen. Ich hatte gerade mit meiner Familie zum Hausbauen begonnen und hab mir gedacht, wenn ich einen Kredit aufnehme, brauche ich einen sicheren Job."

Generell schätze er die Gemeinschaft beim Bundesheer sehr, so Freicham. Auch die Kombination mit dem Ehrenamt funktioniere gut. "Der Dienstgeber weiß, dass ich Landesleiter bin. Ich kann alle Überstunden als Zeitausgleich nehmen und, wenn es sein muss, auch mal früher weg. Das funktioniert sehr gut beim Militär."

Alpinismus und Bergrettung

Die Liebe zu den Bergen entdeckte der gebürtige Goldegger mit 25 Jahren. "Nach dem Hausbauen hatte ich wieder mehr Zeit zum Berggehen und zum intensiven Trainieren." Besonders das Wandern begeistert ihn. "Ich bin ein Hochtourengeher, vor allem gemeinsam mit meiner Freundin Silke Repaski. Sie hat mich auch zum Berglaufen gebracht. Wir sind in Österreich viel unterwegs. Unsere Lieblingsurlaubsdestination ist Südtirol", sagt Freicham, dessen zwei Töchter seine Liebe zu den Bergen nicht teilen.

Erst im Jahr 2005 wurde Freicham Mitglied der Bergrettung "Sie hatten damals in der Ortsstelle St. Johann wenig Leute. Es ist auch eines der größeren Gebiete in Salzburg. Weil Schwarzach, St. Veit und Goldegg dabei sind. Ein Arbeitskollege hat zu mir gesagt: 'Du bist doch eh so viel in den Bergen, würde dich das nicht interessieren?' Ich hab mir gedacht, wieso nicht?"

Dann ging es Schlag auf Schlag. "Das war eine tolle Truppe und es hat sich alles sehr schnell entwickelt. Ich habe die ganzen Kurse gemacht, wurde dann Einsatzleiter und in weiterer Folge Ortsstellenleiter."

Am 12. April 2025 wurde der langjährige Bergretter und Leiter der Bergrettungsortsstelle St. Johann im Pongau zum stellvertretenden Landesleiter der Salzburger Bergrettung gewählt. Keine vier Wochen später, nach dem überraschenden Rücktritt Thomas Hauers, übernahm Freicham am 8. Mai 2025 interimistisch die Funktion des Landesleiters.[1] Am 6. Oktober 2025 wurde er Landesleiter durch Wahl bei einer außerordentlichen Landesversammlung bestätigt.[2]

Wie geht Freicham an die Tätigkeit des Bergrettungsleiters heran? "Ich bin ein Mensch, der nicht gern im Büro sitzt, sondern gern hinausgeht zu den Ortsstellen, Übungen und Veranstaltungen. Wenn man mit den jungen Bergrettern Zeit verbringt, dann erfährt man sehr viel darüber, was sie umtreibt und wo die Probleme liegen. Wir können zwar niemandem etwas zahlen, aber wir können ihnen das Bestmögliche zur Verfügung stellen, wenn es um die Ausbildung, Unterkunft, Essen und Material geht."

Als Problem, das aktuell vermehrt auftrete, nennt der neue Landesleiter Beschwerden der Versicherung. "Unsere Jungbergretter müssen auch Einsatzerfahrung sammeln. Dadurch sind wir oft sehr viele Leute bei Einsätzen. Häufig kontaktiert uns dann aber die Versicherung und kritisiert, dass weniger Einsatzkräfte auch genügt hätten." Die Folge: Man müsse die Gruppen verkleinern und oft den Nachwuchs wieder heimschicken. "Im neuen System gibt es dann für kleine Einsätze eine Pauschale. Unsere Jungbergretter freuen sich dann wenigstens, dass sie zum Einsatz mitkommen können." Ein skurriler Fall: "Vor Kurzem hat sich in Gastein einer versteckt, nachdem er realisiert hatte, dass er keine Versicherung hat. Er schaltete auch seine Stirnlampe aus. Die Kollegen haben sich dann auch versteckt und ihn letztendlich gefunden. Sie hatten schon etwas Ähnliches vermutet, weil er vorher noch Lichtzeichen gegeben hat."

Gerade Social Media führe oft dazu, dass Leute am Berg in problematische Situationen gerieten. "Das Problem sind die Nachahmer. Die sehen auf Social Media einen Profi und versuchen dann das Gleiche. Sie denken sich: 'Das ist ja eh locker.' Dabei übersehen sie, wie viel Training und Vorbereitung dahintersteckt." Gerade Kleineinsätze werden laut Freicham immer mehr. "Das sehe ich auch bei uns in der Liechtensteinklamm. Dort gehen manche Leute dann mit Stöckelschuhen und Sandalen rein."

Faktisch brauche es einfach immer eine gute Tourenvorbereitung. "Dabei gibt es auch extrem gute Apps. Aktuell teste ich Bergmate, weil die ein Kollege getestet und für gut befunden hat." Ansonsten gelte immer: Augen auf auf dem Berg. "Was ich immer zu den Leuten sage: 'Beobachtet den Himmel.' Um 15 Uhr beim Aufstieg zu sein, ist für jede Tour zu spät. Das ist einfach so. Wenn man sich an die Grundregeln hält, wird einfach noch weniger passieren."

Quelle

Einzelnachweise

Zeitfolge
Vorgänger

Thomas Hauer

Landesleiter der Bergrettung Salzburg
seit 2025
Nachfolger