Gwandhaus

Die Gössl GmbH ist ein Salzburger Unternehmen, das auf Trachtenmoden spezialisiert ist.

Geschichte

Die Firma Gössl wurde 1947 von Grete und Leopold Gössl in Grödig gegründet. 1963 spezialisierte man sich auf Trachtenblusen, erst 1979 erweiterte man das Produktsortiment um das "Pfoad" für den Mann. Beide sind aus Baumwolle in Handarbeit gefertigt. 1983 gründete Gössl einen Verlag, in dem das hauseigene Gössl Journal "Gwandhaus" herausgegeben wird. Die Firmenzentrale befindet sich im Gwandhaus in Salzburg-Morzg.

 
Trachtenausstellung im Gwandhaus

Max Gössl übernahm 2019 als neuer Geschäftsführer die Firma Gössl.[1]

Heute wird das Unternehmen in zweiter Generation von Gerhard Gössl geführt. Rund 100 Mitarbeiter sind bei Gössl beschäftigt. Mit mehr als 40 Gössl-Geschäften und über 100 Partnern im Händlernetz ist Gössl ein führender Premium-Trachtenhersteller in Österreich. Pro Jahr werden 100 000 Modelle für Männer, Frauen und Kinder in Handarbeit hergestellt. Das Sortiment ist für Frauen, Männer und Kinder abgestimmt. Dazu zählen das klassische Dirndl und die Joppe ebenso wie das Sakko und die "Hanflederne". Dazu die Bekleidung fürs Berufsleben, für Freizeit, für festliche Anlässe und für Hochzeiten. Accessoires wie Schals, Seidentücher, Gürtel und Taschen komplettieren das Angebot. Der Kernmarkt ist der deutschsprachige Raum, insbesondere Österreich und Bayern, die Schweiz und Südtirol. Der Umsatz beläuft sich auf 25 Millionen Euro (2019)[2]

Der wirtschaftliche Einbruch im Textilhandel machte in den 2020er-Jahren auch vor der Trachtenmode nicht halt. Trotz Millionen Euro an Covid-Hilfen steckte das Trachtenunternehmen 2024 in finanziellen Turbulenzen. Wie Medienberichten am 15. November 2024 zu entnehmen war, sollen fällige Überbrückungskredite aus der Covid-Zeit eine finanzielle Situation des Unternehmens mit rund 75 Mitarbeitern (Stand 2022) verschärfen. Die zuletzt veröffentlichte Bilanz der Gössl GmbH für das Jahr 2022 weist einen Bilanzverlust von drei Millionen Euro aus. Fortgeschrieben wurde der Verlust aus den Vorjahren. Zudem sind Verbindlichkeiten in der Höhe von 8,2 Millionen Euro verbucht. 5,5 Millionen Euro erhielten die Gössl-Gesellschaften als Covid-Hilfen vom Staat, das geht aus dem Transparenzportal des Bundes hervor. Überbrückungskredite samt staatlichen Garantien sind gesondert zu betrachten.

Einfach erklärt sprang die Förder- und Finanzierungsbank der Republik Österreich, die Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (aws), bei Krediten, die zwischen Unternehmen und Banken während der Pandemie geschlossen wurden, als eine Art Schutzschirm mit Garantien ein. Unternehmen bekamen dadurch die Möglichkeit, die Kosten trotz Geschäftseinbruch zu decken, und blieben liquide. Rund 1 950 Überbrückungsgarantien mit einem Volumen von 400 Millionen Euro wurden für Salzburg abgewickelt, teilt ein aws-Sprecher mit. Die Ausfallsquote liege für 2023 im einstelligen Prozentbereich und unter den Erwartungen.

Firmensitz in Salzburg ist noch das Gwandhaus. Dieses kaufte 2024 Red-Bull-Eigentümer Mark Mateschitz. Der Mietvertrag mit Gössl läuft 2029 aus. Gössl war selbst Besitzer des historischen Gebäudeensembles. Er verkaufte es im Jahr 2019 um 24 Millionen Euro an planquadr.at.

Adresse

Gössl Gwandhaus
Morzger Straße 31
5020 Salzburg

Quellen

Einzelnachweise