Natur- und Europaschutzgebiet Zeller See








Das Naturschutzgebiet Zeller See besteht seit dem 1. Jänner 1973, umfasst eine Fläche von 203,1111 ha mit bemerkenswerter Fauna und Flora und bietet mit seiner See- und Hochgebirgslandschaft hohen Erholungswert.
Einführung
Naturschutzgebiete sind Flächen außerhalb geschlossener Ortschaften, die entweder naturbelassen und damit weitgehend ursprünglich sind, oder Gebiete, in denen gefährdete Tier- oder Pflanzenarten heimisch sind. Unterschutzstellungen erfolgen durch Verordnung der Landesregierung. Die jeweilige Verordnung enthält jene Maßnahmen, „die von der Behörde bewilligt werden können, wenn sie dem Schutzzweck, der in der Verordnung anzuführen ist, nicht widersprechen“.
Naturschutzgebiet Zeller See
Lage
Die geschützte Fläche umfasst den südlichsten Teil des Zeller See und das Zeller Moos am Südende des Zeller-See-Verlandungsmoores und liegt ca. 750 m ü. A.. Das 203,1111 ha große Gebiet verteilt sich auf die Gemeindegebiete von Zell am See und Bruck an der Großglocknerstraße.
Dieses Feuchtgebiet liegt auch im Vorfeld des Nationalpark Hohe Tauern und ist neben dem Stappitzer See im Süden des Tauernkammes das wichtigste Feuchtgebiet im Bereich des Nationalparks.
Biotoptypen und Landschaftsbild
Vereinzelt vorhandene Gehölze mit Faulbaum, Weide, Birke und Schwarzerle prägen zusammen mit Schilfröhricht das Erscheinungsbild des Gebietes, dessen Erholungswert durch Spazierwege - umrahmt vom der umliegenden See- und Hochgebirgslandschaft - sowohl für Einheimische als auch für Gäste hoch ist. Im Naturschutzgebiet Zeller See vorkommende Biotoptypen sind „Faulbaum-Schwarzerlengebüsch, Schilfröhricht, Streuwiesen (Groß- und Kleinseggenrieder in unterschiedlichen Ausbildungen), Waldsimsen-Schlangenknöterich-Wiese, Fettwiese.“
Fauna
In dem Gebiet, das sich im Laufe der letzten 10.000 Jahre entwickelt hat und aus einer Verlandungszone mit anschließenden Sumpfwiesen besteht, ist eine sehr artenreiche Fauna beheimatet. Hier befindet sich der einzige Brutplatz des Schwarzkehlchens im Bundesland Salzburg und darüber hinaus der einzige Brutplatz der Eiderente in Mitteleuropa!
Das Naturschutzgebiet Zeller See hat darüber hinaus „ornithologische Bedeutung für Brutvögel u. Durchzügler, unter anderem Hauben-, Pracht-, Rothals-, Schwarzhals- u. Zwergtaucher, Kormoran, Fischreiher, Löffler, Zwergrohrdommel, Stock-, Krick-, Knäk-, Pfeif-, Spieß-, Löffel-Reiher-, Tafel- u. Eiderente, Höcker- u. Singschwan, Rohr- u. Wiesenweihe, Fischadler, Wasserralle, Wachtelkönig, Flußregenpfeifer, Bekassine, Kiebitz, Grün- u. Rotschenkel, Wald-, Bruch-, Teich- u. Dunkler Wasserläufer, Flußuferläufer, Zwerg-, Alpen- u. Sichelstrandläufer, Triel, Wald- u. Sumpfohreule, Eisvogel, Wiedehopf etc.“ Es kommen aber auch „Rehwild, Fuchs, Fischotter, Bisamratte, Ringelnatter, Grasfrosch und Erdkröte“ vor.
Neben seiner Bedeutung als Brutgebiet ist das Naturschutzgebiet Zeller See auch eine sehr wichtige inneralpine Raststation für Zugvögel, die insbesondere bei Schlechtwetter - an sog. "Zugstau-Tagen" - überlebenswichtig sein kann.
Flora
Im Naturschutzgebiet Zeller See vorkommende Pflanzen sind „diverse Moose, Kalmus (Acorus calamus), Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Gemeiner Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica), Großer Schwaden (Glyceria maxima), Wasser-Schierling (Cicuta virosa), Gift-Hahnenfuß (Ranunculus sceleratus), Zungen-Hahnenfuß (Ran. lingua), Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris), Faden-Binse (Juncus filiformis), Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre), Kleinfrüchtige Moorbeere (Vaccinium oxycoccus), weiters diverse Seggen und Gräser.“
Schutzzweck
Lt. LGBl.Nr. 48/2000
„Erhaltung:
- der weitgehenden Ursprünglichkeit des im § 1 bezeichneten Gebietes in den Kernbereichen einschließlich seines besonderen ästhetischen Wertes im vorhandenen Landschaftsraum;
- geschützter und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten (z.B. Eiderente, Schwarzkehlchen, Mittelmeerschafstelze, Kiebitz, Austernfischer);
- der ökologischen Funktion des im § 1 bezeichneten Gebietes, besonders des Niedermoores und der in den Alpen einmaligen Flachwasserlagungen mit großen Schlammbänken, einschließlich der Übergangszonen und Randbereiche, als Lebensraum für die typischen Lebensgemeinschaften, insbesondere als Brutplatz für geschützte und gefährdete Vogelarten und als Rastgebiet für Zugvögel.“
Bedeutung des Schutzgebietes
Die Bewertung der Naturschutzgebiete im Bundesland Salzburg erfolgt durch folgende Skala:
- 1= keine/sehr gering,
- 2= gering,
- 3= durchschnittlich,
- 4= groß,
- 5= sehr groß.
Das Naturschutzgebiet Zeller See wird wie folgt bewertet:
- Ökologie: 5,
- Artenschutz: 3,
- Wissenschaft: 4,
- Landschaftsästhetik: 4,
- Erholung: 4,
- Wohlfahrt: 4,
- Nutzung: 2,
- Kulturgeschichte: 1
Beeinträchtigungen oder Gefährdungen
Gefährdet, bzw. beeinträchtigt wäre das Naturschutzgebiet Zeller See durch eine mögliche Ausweitung eines bereits bestehenden Campingplatzes und vor allem durch kleinere Aufschüttungen, die besonders negative Auswirkungen haben.
Quellen
- service.salzburg.gv.at
- Eberhard Stüber, Norbert Winding, Tierwelt, Wissenschaftliche Schriften, Nationalpark Hohe Tauern, Nationalparkrat 2007