Hotel Münchnerhof

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Hotel Münchnerhof um 1915
Hotel Münchnerhof um 1915

Das Hotel und Pension Münchnerhof ist ein nicht mehr existierendes Unternehmen in der Salzburger rechtsseitigen Altstadt.

Lage

Dieses Fremdenverkehrsunternehmen befand sich an der Dreifaltigkeitsgasse. Noch heute kann man allerdings den Namen Münchnerhof am Eingang zum Gebäude lesen.

Geschichte

1900 hatte Michael Hofinger bereits die Häuser Dreifaltigkeitsgasse 3 und Lederergasse 8, erworben. Diese hatte er mit großen geliehenen Geldsummen im Jahre 1912 renoviert. In 1917 ging das ehemalige Schlammbräu Lederergasse 10 bankrott und Hofinger kaufte dieses von der Stieglbrauerei. Dieses Haus wurde erstmals im Jahre 1431 urkundlich verzeichnet und wurde genannt 'Haus am Eck in der Ledrergassen'. Der spätere Besitzer Georg Payr Metzger (1722) nannte es 'Zum roten Ochsen' oder Bauernjodl Haus'.


Zwischen diesen Gebäuden gab es einen Pferdestall, der abgerissen wurde, so dass die anderen Häuser mit dem Haus Lederergasse 10 verbunden werden konnten. Als letztes kaufte Hofinger das Haus Lederergasse 6 und im Jahre 1922 wurde wiederum eine Renovierung vorgenommen und die Küche wurde zentralisiert. Der verschachtelte Häuserblock hatte nur wenige Fenster, die auf ein oder zwei dunkle Innenhöfe gingen und nur wenig Tageslicht auf die unteren Stockwerke zuließ. Deswegen wurde die Küche mit einem Glasdach ausgestattet. Der Rest der Häuser blieb nach wie vor unattraktiv und dunkel.

Es war klar, dass eine radikale Renovierung vorgenommen werden mußte. Hofinger beauftragte einen Architekt neue Pläne zu zeichnen. Mit keinem Vorschlag war er zufrieden. "Man müsste die Mitte sprengen und von vorne anfangen" sagte Hofinger. Der Architekt erklärte, dass ein solcher Vorgang unmöglich sei, seinem Wunsch nachzukommen. Hofinger akzeptierte diese Antwort nicht. Er wollte das beste und modernste Hotel in ganz Salzburg bauen. Es sollte das höchste Niveau der Hotellerie darstellen. Die unüberwindlichen Schwierigkeiten sollten seinen Arbeitseifer und Unternehmungsgeist nicht hemmen. Hofinger war ein Pionier und sein neues Hotel wurde ein Beispiel der Innovation.

Die Bauarbeiten begannen im Herbst 1927. Von einem Anbau konnte keine Rede sein, denn der bestehende Grundriss diktierte, dass nur eine Änderung innerhalb des bestehenden Gebäudes möglich war. Vom Keller bis zum Dach wurde die Mitte des Hauses mit Dynamit teilweise implodiert. Mühsam wurden die restlichen Wände von vielen Arbeitern mit der Hand abgerissen und die Trümmer mit Schubkarren entfernt. Manchmal waren da 80 bis 130 Arbeiter mit den Arbeiten beschäftigt, die fast durchwegs von Salzburger Firmen ausgeführt wurden.

Hofinger's Idee war, einen Lichtschacht zu bauen, der vier Stockwerke, mit einem aus schwerer dunkler Eiche gezimmerten Treppenhaus und Gelände auf vorspringenden Trägern rundum jeden Stock, hundert neue Hotelzimmer zugänglich machen sollte. Von jedem Stock hatte man einen fantastischen Blick auf das elegante foyer mit dessen eichengetafelten Wänden und verziehrten Fries. Oben wurde eine riesiges Glasdach installiert, wovon ein prächtiger Kristallluster herunter hing. Jedoch war dieser Luster nie elektrisch verbunden.

AB 1928 hießen die vier Gebäude nun Hotel Münchnerhof, zuvor nannten sich die beiden Häuser, die Hofinger 1900 erworben hatte Gasthof Münchnerhof. Wobei das Stammhaus das Haus an der Lederergasse Nr. 10 war.

Michael Hofinger war sehr beliebt bei seinen Gästen und Freunden. Täglich um 10 Uhr vormittags gab es 'a Jausn', wozu er den feinsten Speck aus Oberösterreich und Wein aus Südtirol servierte. Darum haben ihn seine Freunde dann liebevoll 'Speckmichl' genannt.

Auf alten Bildern in einer Broschüre, die in Französisch geschrieben ist, die vermutlich erst aus dem Jahre 1928 stammen, erkennt man verschiedene Räume: das Lesezimmer, das große Speisezimmer, ein Badezimmer, ein Zweibettzimmer und das Vestibül. Zu erkennen ist auch ein elegantes Bad mit Dusche, Waschbecken und Klo[1].

Bildergalerie

Quellen und Fußnoten

  1. Quelle Hotel Münchnerhof war eines der ersten Häuser das einen elektrischen Aufzug hatte. Dieser lief auf Magnetspulen und mußte händisch mit einen Hebel in Bewegung gesetzt werden. Das Innere der Kabine war elegant mit Eichentäfelung ausgestattet, hatte eine Sitzbank und einen Spiegel über die rückwärtige Wand. Das ganze Haus wurde durch Zentralheizung gewärmt. Hofinger ließ eine teure Entlüftungsanlage mit Delbag-Filtern einbauen, so da alle Gesellschaftsräme und Speisesäle stets gefilterte reine Luft ohne Zugluft zuführte, und den Rauch und Speisedämpfe absaugte. Jedes Zimmer hatte fließendes kaltes und warmes Wasser. Jedes Zimmer hatte ein Telefon und Lichtsignal. Dieses verständigte das Servier Personal, daß der Gast Bedienung wünscht. Die Gästezimmer im ersten Stock waren besonders elegant. Um jeglichen Lärm zu dämpfen waren die Türen ledergepolstert und hatten Messingknöpfe. Innen gab es eine kleine Waschanlage und eingebauten Kleiderschrank. Einige Zimmer hatten Vollbad. Es gab auf jedem Stock gemeinsame Badezimmer für jene Zimmer, die kein Vollbad hatten. Um das schöne Stadtpanorama zu genießen konnte man im Sommer mit dem Lift auf die Dachterrasse kommen und dort speisen. Es gab Tische mit Sonnenschirmen und getöpfte kleine Bäume und blühende Kletter Girlanden, die einen Garten darstellten. handspulen auf- und abghantelt. Michelle Krohn