Friesacher Pfennig

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Unter Friesacher Pfennig versteht man eine mittelalterlich Scheidemünze, die in der Münzstätte Friesach in Friesach in Kärnten, damals im Besitz des Erzbistum SalzburgErzbistums Salzburg, geprägt wurde.

Einführung

Die allererste Münzprägestätte des Erzbistums hatte ihren Standort nicht in der Stadt Salzburg sondern im damals salzburgischen Laufen, an der Strecke Salzburg – Mühldorf am Inn. Sie beginnt ihre Tätigkeit bereits vor Mitte des 12. Jahrhunderts, wurde aber aus politischen Gründen bald wieder geschlossen. Die Münzstätte in Friesach in Kärnten, das damals Teil des Erzbistums war, begann die Ausmünzung etwa zur gleichen Zeit wie die Münzstätte in Laufen, vermutlich im Jahr 1125. Die Münzprägeanstalt des Erzbistums in Salzburg löste jene von Laufen ab und befand sich in der heutigen Altstadt von Salzburg im Bereich der Münzgasse.

Entstehungsgeschichte der Friesacher Pfennige

Die Ausmünzung in Friesach erfolgte auf Basis des Privilegs von Otto II. aus dem Jahr 975, das aber erst ab 1125 ausgeübt wurde. Friesach beherbergte damals das Verwaltungszentrum der weiträumigen Salzburgischen Besitzungen in Kärnten und lag außerdem nahe Zeltschach, wo ergiebige Silbergruben zur Verfügung standen.


Die Friesacher Gepräge hatten nicht wie die Salzburger Pfennige den Regensburger Denar zum Vorbild, sondern die Kölner Mark. Das erklärt sich daraus, dass sie anfangs von Münzmeistern hergestellt wurden, die aus Köln eingewandert, das Münzgewicht und den Münzfuß der Kölner Mark mitgebracht hatten. Die ersten Friesacher Pfennige sind daher eine recht grobe Nachbildung der Kölner Mark.


Ab 1168 bis ca. 1200 wurden die ersten Münzen mit der Bezeichnung „Friesacher“ auf der Vorderseite geprägt. Dieser bald recht beliebte Münztypus entwickelte sich zum häufigsten Gepräge, das in unzähligen Stempelvarianten von Friesach aus entlang der damaligen Handelswege in den Umlauf kam. Darüber hinaus entstanden unbefugte Nachahmungen, teils in Gurk hergestellt, teils von ungenannten Münzherren geprägt.


Der Friesacher Pfennig erlebte unter der Regierung von Erzbischof Eberhard II. von Regensberg (1200/46) seine größte Bedeutung. Besonders erwähnenswert ist ein Stück aus der Vielzahl der eberhardinischen Gepräge, das „auf der Vorderseite den Erzbischof in geistlichem Gewande mit dem Pallium, in jeder Hand ein Schwert an Stelle von Hirtenstab und Buch“ zeigt. (Probszt) Luschin hat dieses auffallende Gepräge als Gedenkpfennig auf die Erwerbung der beiden Grafschaften im Pinzgau im Jahr 1228 erklärt. Ab 1287 bestand eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Friesacher und St. Veiter Geprägen.


Um 1350 hört die Prägung in der Friesacher Münzstätte auf. Die Nebenmünzstätten der Salzburger Erzbischöfe in der Region Kärnten / Südsteiermark, nämlich in Pettau an der Drau (heute Ptui) und zu Rann und in Reichenburg, (heute Brezice und Rajhenburg), waren weiter in Betrieb, wobei vor allem die Ranner Gepräge eine gewisse Verbreitung erreichten.

Verbreitungsgebiet der Friesacher Pfennige

Die Friesacher Pfennige zirkulierten entlang der damaligen Handelswege und hatten von Anfang an ein größeres Umlaufgebiet als der Salzburger Pfennig. Der östlichste Punkt ihres Verbreitungsgebietes war die Walachei. Die älteren Gepräge sind hauptsächlich aus Münzschatzfunden in Ungarn bekannt.

Interessant ist, dass im Lungau, südlich des Tauernhauptkammes gelegen und durch diese geografische Lage vom Währungsgebiet nördlich des Tauern abgetrennt, nicht der Salzburger sondern der Friesacher Pfennig im Umlauf war.

Mit der Einstellung der Prägetätigkeit der Münzstätte Friesach im Jahr 1350 endete die Prägung von Friesacher Pfennigen, die schon ab 1335, als Kärnten unter die Herrschaft der Habsburger kam, von den Wiener Pfennigen zunehmend vom Geldmarkt verdrängt wurden.

Quellen

  • Beiträge im Salzburgwiki
  • Günther Probszt, Die Münzen Salzburgs, 1975, Association Internationale des Numismates Proffessionnels, Kommissionsverlag Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz