Franz II. Xaver Gregor Spängler
Franz Xaver Gregor Ezechiel Spängler (Franz (II.) Xaver Gregor Spängler) (* 10. April 1839 in Salzburg[1]; † 24. Januar 1912 in Krems an der Donau) war ein in Salzburg geborener Dr. jur., k. k. Oberlandesgerichtsrat und Richter in Krems.[2]
Leben und beruflicher Werdegang
Franz Spängler besuchte die Schule in Salzburg; er ging dort 1850 bis 1858 auf das Gymnasium (Akademisches Gymnasium) und schloss im August 1858 mit der Matura „mit Auszeichnung“ ab.Referenzfehler: Für ein <ref>-Tag fehlt ein schließendes </ref>-Tag. Im März 1902 bemühte er sich um die Stelle des Vizepräsidenten beim Landgericht in Salzburg, bekam sie aber nicht. Mit der Pensionierung erhielt er im November den „Orden der Eisernen Krone“.
Familie und Kinder, Ferien in Salzburg
Franz Spängler heiratete am 8. April 1872 im Dom zu Salzburg Franziska Maria Amalia Schlegel (Fanni; * 1. Juni 1848 in Salzburg; † 21. März 1905 in Krems an der Donau), die Tochter von Stadtarzt Dr. med. Richard Franz Schlegel (1811 – 1881) und die geliebte Enkelin von Franziska Kobler (1796 – 1886).[3]. Zahlreiche Briefe („Kobler-Spängler-Briefe“[4]) belegen das enge Verhältnis der Familienmitglieder untereinander, besonders mit der Mutter Anthonia Spängler, geb. Lürzer von Zechenthal (1803 – 1882), deren Mann Franz Xaver Gregor Spängler bereits 1854 starb, mit dem jüngeren Bruder Otto Spängler (1841 - 1919) und mit der „Großmutter“ Fanny Kobler, der „Höllbräuin“, welche die junge Familie auch finanziell unterstützte.
Nach dem Wegzug aus Salzburg waren Mutter und Kinder regelmäßig in den Ferien zu Besuch in Salzburg und berichteten in Briefen dem Vater davon.<ref>Sie wohnten dann bei der Großmutter im Höllbräuhaus in der Judengasse (Radisson Altstadthotel), Adresse z. B. „Fanni Spängler, bei Fanny Kobler, in der Hölle, Salzburg“.Referenzfehler: Das öffnende <ref>-Tag ist beschädigt oder hat einen ungültigen Namen Man geht mit den Kindern „ins Bad nach Mülln“, Kaffee und Schokolade trinken zu Tomaselli, 1885 gibt es für die Kinder Schwimmunterricht in Leopoldskron und dort machen sie die „Freiprobe“, das Freischwimmen.
Spängler war in vielen Vereinen tätig und u. a. Ehrenmitglied des Wiener Sängerbundes, Aktiver der Liedertafel in Pottenstein und des „Gesang- und Orchestervereins“ in Krems (davon 25 Jahre als Vorstand).
Tagebücher, Sammlungen, weiterer Briefwechsel
Aus den vielen erhaltenen Papieren – Franz Spängler scheint in dieser Hinsicht ein penibler „Sammler“ gewesen zu sein – interessieren hier besonders drei Tagebücher aus den frühen Jahren in Salzburg. Sie berichten (um nur einen Eindruck zu vermitteln) 1860 u. a. vom Neujahrsfest „in angenehmer Gesellschaft bei den Plachetka mit Punsch“, wiederum vom „Punsch mit Ernst Lürzer“, von der Aufhebung der „Landesregierung von Salzburg... nur mehr ein Landeshauptmann (sei) zugleich Bezirksvorsteher... Aber warum?, nach welchem Prinzip? Die Zeit wird es lehren...“ Endlich seien die Fesseln der Festung gesprengt „Gottlob! ...Entwicklung in Salzburg (ist) möglich.“ Fasching wird häufig mit „Gutenberg“ [Guttenberg] gefeiert. Man tanzt und „Papa Duregger“ teilt seine „Pläne hinsichtlich seiner 2 Mädchen“ mit: „Keiner der Herren, wie sie im Saale sind, [wird) eines seiner Mädchen bekommen“ [Otto Spängler heiratete dennoch Louise Duregger!]. Am 19. Juli 1865 ist „Kaiserball verherrlicht durch die Anwesenheit des Kaisers, des Königs v. Preußen, Großherzogs von Hessen, Erzh[erzogs]... nebst Ministern, Generalen, u. Hofchargen...“ Am 29. Juni stirbt Fanny Plachetka... Am 14. September ist „Gaisbergparthie mit Weinwurm u Leopoldine Spängler“.
Franz Spängler sammelte offenbar auch Partezettel und Sterbebildchen, die ihm zugeschickt wurden, u. a. für Eduard Spängler (1839 - 1883), ein entfernter Cousin, für Friedrich Zeller (1838 - 1862) und Carl von Lanser (1805 - 1869), für Andreas Sauter (1802 - 1872) und Josefine Sauter, geb. Lürzer von Zehendthal (1800 - 1872), für Heinrich Ritter von Mertens (1810 - 1872; Camilla Mertens, die Tochter des Bürgermeisters, war eine Freundin seiner Frau Fanni, geb. Schlegel). Dazu kommen u.a. die Familien Angermayer, Bauernfeind [Paurnfeind], Gattermayer, Harrer, Kaserer, Lorinser, Schlögelhofer usw. Hier tauchen die Namen aus der Salzburger Gesellschaft auf, die ihm (und seiner Mutter, seiner späteren Frau und deren Großmutter) offenbar wichtig sind.
Besondere Beachtung verdient wieder der Briefwechsel. Briefe von und an seine Frau, z. B. wenn diese mit den Kindern in Salzburg war, sind nummeriert und fast „aktenmäßig“ mit Vermerk über Beantwortung u. ä. versehen. Die Briefe der Großmutter Fanny Kobler wurden gebündelt und aufgehoben. „Durchgeordnet“ war das alles nicht bzw. auf Briefmarken u. ä. eher ausgeschlachtet worden. Aber diese Briefe, oft mit beigelegten Akten und Notizen, geben Einblicke in Alltag und Leben jener Zeit (z. B. oben zu den Ferien in Salzburg). Aus Graz schrieb Franz Spängler 1859 und 1860 dem Bruder Otto vielfach auf Französisch; Schulkenntnisse wurden angewandt. Er lebte 1859 als Student von einem Monatsgeld von 42 Gulden; das Zimmer kostete 6 Gulden, sein Essen 8 Gulden, ein Spazierstock 1,5 Gulden. Die Mutter wurde brieflich gesietzt und angeschrieben mit „An die wohlgeborne gnädige Frau Antonia Spaengler geb. v. Lürzer zu Salzburg“.
Es gibt Einladung und Programm zu einem Gesangsfest im August 1869 in Salzburg. Auf einem Stammbuchblatt verewigte sich Julius Ritter von Plazer. Es gab 1861 einen „mit allen möglichen Kleinigkeiten behängte(n) Christbaum“. Vom 16. Februar 1868 ist die Faschingsausgabe der „Gemeinde-Zeitung“ von „Salzhausen“ aufgehoben worden. Die farbige „Plan-Skizze“ der Stadterweiterung von Salzburg 1861 trägt handschriftliche Notizen. Franz Spängler erhielt 1858 als Halbwaise ein Salzburger Fakultäts-Stipendium von jährlich 300 Gulden.
Die Verlobten tauschten sich aus über die literarischen Werke, die sie zeitgleich lasen. Als Hochzeitsgeschenke gab es 1872 u. a. „von Papa Zeller und Ludwig [Zeller] zusammen ein wunderschönes Teeservice für 12 Personen, von meinen Eltern eine sehr hübsche Kukuksuhr, ein besonderer Wunsch von mir, und heute von der alten Frau Laschensky eine Zuckerzange und eine Salzbüchse samt Schäufelchen von Silber. Wie du siehst, lauter brauchbare Dinge. Ich sehe alle meine hübschen Sachen zuweilen an, und denke, wie schön es sein wird, wenn wir dieselben miteinander benützen werden.“ Die Hochzeitsreise ging nach Venedig (alle Hotelrechnungen wurden aufgehoben). Man ließ sich fotografieren und verschickte Fotos (auch das wird aufgelistet). Und und und. In dieser bunten Zusammensetzung wartet der Briefwechsel noch auf eingehendere Auswertung.
Quellen
- ↑ Geburts- und Taufschein, ausgefertigt 1842 und Abschrift 1936; Taufnamen: „Franziskus Xav. Maria Antonius Ez.“; bei der Trauung 1872: „Franz Maria Anton Ezechiel“.
- ↑ Nach ihm ist in Krems die „Spänglergasse“ benannt.
- ↑ Trauungsschein 1872; Trauzeugen waren Alois Spängler, „Privater“, und (der Bruder) Dr. Otto Spängler, „Gemeinderat“. Fanni Schlegel wohnte damals „Marktplatz Nr. 10, 2. Stock“.
- ↑ Im Besitz der Familie; O. Holzapfel, Freiburg i. Br.; z. T. übertragen, neu geordnet und referierend aufgelistet.