Konsumgenossenschaft "Union"

Denkmalgeschützter Teil der ehemaligen Konsum-Union-Lebensmittelwerke in Salzburg
Cineplexx City in Salzburg, an deren Stelle befanden sich früher die Salzburger Lebensmittelwerke "Union"

Die Konsum Union war eine österreichweite Handelskette, die auch in Salzburg ein bedeutendes Unternehmen darstellte. In Salzburg hieß sie Salzburger Lebensmittelwerke "Union". Sie ging 1995 in Konkurs.

Geschichte

Sie war aus dem Lebensmittelmagazin für die Bediensteten der k. k. Staatsbahnen und aus dem Konsumverein "Vorwärts" 1904 entstanden. Es war eine der Säulen der österreichischen Arbeiterbewegung. Das Unternehmen gehörte den Mitgliedern und wurde in demokratischer Form verwaltet. Von 1920 bis 1926 war Josef Breitenfelder Direktor. Bis in die 1990er Jahre entwickelte sich ein großes Filialnetz in ganz Österreich. In der Stadt Salzburg war eine Salzburg-Zentrale in der Karl-Wurmb-Straße, neben dem ehemaligen Porschehof zu finden.

Der Niedergang

Zum Zeitpunkt des Mega-Konkurses des Unternehmens 1995 war Gerharter Geschäftsführer gewesen, der 2006 und 2007 wieder im Zusammenhang mit dem BAWAG-Konkurs und Elsner auftauchte. 18.000 Arbeitsplätze gingen in Österreich bei diesem Konkurs verloren. Das Unternehmen musste dann am 31. März 1995 Konkurs anmelden. Die Passiva betrugen umgerechnet beinahe zwei Milliarden Euro. Nach dem Konkurs verfiel das Gebäude und an seiner Stelle wurde das Kino Cineplexx City errichtet.

Wirtschaftliche Bedeutung

1974 wies die Verbrauchsgenossenschaft 34.644 Mitgliederhaushalte aus. Jeder, der bei Konsum einkaufte, konnte eine Rabattkarte bekommen, auf die er je nach Umfang seines Einkaufs eine entsprechende Anzahl von Marken kleben konnte. Am Jahresende gab man diese Karte ab und erhielt einen Bonus entsprechend der Anzahl der geklebten Marken.

1974 gab es in Stadt und Land Salzburg 64 Filialen, davon neun Konsummärkte. Etwa drei Viertel aller Filialen waren damals schon auf der Basis Selbstbedienung. Das Filialnetz reichte von Braunau am Inn bis Uttendorf im Pinzgau. Der Jahresumsatz betrug 1972 398 Mio. Schilling (rund 29 Mio. Euro). Für rund 72 Mio. Schilling (rund 5,2 Mio. Euro) wurden jährlich in den dazugehörenden Produktionsbetrieben Bäckerei- und Konditoreiwaren, Fleisch- und Wurstwaren sowie Marmeladen erzeugt und Bohnenkaffee geröstet. 1978 waren im Salzburger Filialnetz 724 Arbeitnehmer beschäftigt.

Damit waren die Konsum-Filialen und die Union-Werke in der Karl-Wurmb-Straße auch der größte Lehrlingsbetrieb auf dem Lebensmittelsektor im Land Salzburg.

Quellen

Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974