Natur- und Europaschutzgebiet Zeller See

Aus SALZBURGWIKI
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Das Naturschutzgebiet Zeller See weist eine schützenswerte Pflanzen- und Tierwelt auf.
Sumpfwiesen-Perlmutterfalter im Zeller Moos
Das Naturschutzgebiet Zeller See liegt am Südufer östlich von Schüttdorf in der oberen Bildhälfte links.
Naturschutzgebiet Zeller See, Blick nach Norden
Das Naturschutzgebiet Zeller See wird von mehreren Kanälen durchzogen, die im Winter eine verzauberte Landschaft durchfließen
Das Bild zeigt das Zeller Moos südlich des Zeller Sees, mit Blickrichtung Fuscher Tal

Das Naturschutzgebiet Zeller See besteht seit dem 1. Jänner 1973, umfasst eine Fläche von 203,1111 ha mit bemerkenswerter Fauna und Flora und bietet mit seiner See- und Hochgebirgslandschaft hohen Erholungswert.

Einführung

Naturschutzgebiete sind Flächen außerhalb geschlossener Ortschaften, die entweder naturbelassen und damit weitgehend ursprünglich sind oder Gebiete, in denen gefährdete Tier- oder Pflanzenarten heimisch sind. Unterschutzstellungen erfolgen durch Verordnung der Landesregierung. Die jeweilige Verordnung enthält jene Maßnahmen, „die von der Behörde bewilligt werden können, wenn sie dem Schutzzweck, der in der Verordnung anzuführen ist, nicht widersprechen.“

Naturschutzgebiet Zeller See

Lage

Die geschützte Fläche umfasst den südlichsten Teil des Zeller See und das Zeller Moos am Südende des Zeller-Sees-Verlandungsmoores und liegt ca. 750 m ü. A.. Das 203,1111 ha große Gebiet verteilt sich auf die Gemeindegebiete Zell am See und Bruck an der Großglocknerstraße.

Biotoptypen und Landschaftsbild

Vereinzelt vorhandene Gehölze mit Faulbaum, Weide, Birke und Schwarzerle prägen zusammen mit Schilfröhricht das Erscheinungsbild des Gebietes, dessen Erholungswert durch Spazierwege - umrahmt vom der umliegenden See- und Hochgebirgslandschaft - sowohl für Einheimische als auch für Gäste hoch ist. Im Naturschutzgebiet Zeller See vorkommende Biotoptypen sind „Faulbaum-Schwarzerlengebüsch, Schilfröhricht, Streuwiesen (Groß- und Kleinseggenrieder in unterschiedlichen Ausbildungen), Waldsimsen-Schlangenknöterich-Wiese, Fettwiese.“

Fauna

Dieses Gebiet hat sich im Laufe der letzten 10.000 Jahre entwickelt und besteht aus einer Verlandungszone mit anschließenden Sumpfwiesen, in der eine sehr artenreiche Fauna beheimatet ist. Hier befindet sich der einzige Brutplatz des Schwarzkehlchen im Bundesland Salzburg und darüber hinaus der einzige Brutplatz der Eiderente in Mitteleuropa! Das Naturschutzgebiet Zeller See hat darüber hinaus „ornithologische Bedeutung für Brutvögel u. Durchzügler, unter anderem Hauben-, Pracht-, Rothals-, Schwarzhals- u. Zwergtaucher, Kormoran, Fischreiher, Löffler, Zwergrohrdommel, Stock-, Krick-, Knäk-, Pfeif-, Spieß-, Löffel-Reiher-, Tafel- u. Eiderente, Höcker-u. Singschwan, Rohr- u. Wiesenweihe, Fischadler, Wasserralle, Wachtelkönig, Flußregenpfeifer, Bekassine, Kiebitz, Grün- u. Rotschenkel, Wald-, Bruch-, Teich- u. Dunkler Wasserläufer, Flußuferläufer, Zwerg-, Alpen- u. Sichelstrandläufer, Triel, Wald- u. Sumpfohreule, Eisvogel, Wiedehopf etc.“ Es kommen aber auch „Rehwild, Fuchs, Fischotter, Bisamratte, Ringelnatter, Grasfrosch und Erdkröte“ vor.

Flora

Im Naturschutzgebiet Zeller See vorkommende Pflanzen sind „diverse Moose, Kalmus (Acorus calamus), Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), Gemeiner Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica), Großer Schwaden (Glyceria maxima), Wasser-Schierling (Cicuta virosa), Gift-Hahnenfuß (Ranunculus sceleratus), Zungen-Hahnenfuß (Ran. lingua), Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris), Faden-Binse (Juncus filiformis), Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre), Kleinfrüchtige Moorbeere (Vaccinium oxycoccus), weiters diverse Seggen und Gräser.“

Schutzzweck

„Lt. LGBl.Nr. 48/2000 Erhaltung: 1. der weitgehenden Ursprünglichkeit des im § 1 bezeichneten Gebietes in den Kernbereichen einschließlich seines besonderen ästhetischen Wertes im vorhandenen Landschaftsraum; 2. geschützter und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten (z.B. Eiderente, Schwarzkehlchen, Mittelmeerschafstelze, Kiebitz, Austernfischer); 3. der ökologischen Funktion des im § 1 bezeichneten Gebietes, besonders des Niedermoores und der in den Alpen einmaligen Flachwasserlagungen mit großen Schlammbänken, einschließlich der Übergangszonen und Randbereiche, als Lebensraum für die typischen Lebensgemeinschaften, insbesondere als Brutplatz für geschützte und gefährdete Vogelarten und als Rastgebiet für Zugvögel.“

Bedeutung des Schutzgebietes

Die Bewertung der Naturschutzgebiete im Bundesland Salzburg erfolgt durch folgende Skala: 1= keine/sehr gering,2= gering, 3= durchschn.,4= groß, 5= sehr groß.

Das Naturschutzgebiet Zeller See wird wie folgt bewertet:

  • Ökologie: 5,
  • Artenschutz: 3,
  • Wissenschaft: 4,
  • Landschaftsästhetik: 4,
  • Erholung: 4,
  • Wohlfahrt: 4,
  • Nutzung: 2,
  • Kulturgeschichte: 1
Beeinträchtigungen oder Gefährdungen

Gefährdet, bzw. beeinträchtigt wäre das Naturschutzgebiet Zeller See durch eine mögliche Ausweitung eines bereits bestehenden Campingplatzes und vor allem durch kleinere Aufschüttungen, die besonders negative Auswirkungen haben.

Quellen

http://service.salzburg.gv.at