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Bürgermeisterloch in der Schartenmauer auf der Mönchsbergscharte
Lage der Schartenmauer auf Googlemaps
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Schartenmauer auf der Mönchsbergscharte

Die Schartenmauer (vereinzelt auch historisierend Schartenwall genannt) ist seit Fürsterzbischof Paris Graf Lodron die äußere Stadtmauer auf der Mönchsbergscharte im Grenzraum zwischen dem Mönchsberg und dem Festungsberg in der Stadt Salzburg.

Geschichte

Die Konglomeratsteinmauer wurde in diesem Bereich der Zeit gemäß größtenteils zur Altstadtseite hin mit Erde verfüllt und bildete westlich des einstigen Äußeren Schartentores zur Altstadt hin einen leichten Wall.

Die Scharte im Bereich der Grenze zwischen dem Mönchsberg und Festungsberg bildete trotz der dortigen (doppelten) Stadtmauer und der dortigen Wehrtürme im Spätmittelalter durch die Entwicklung der Feuerwaffen zunehmend eine wehrbauliche Schwachstelle, über die ein Feind von Süden her in der frühen Neuzeit vergleichsweise leicht in die Altstadt hätte eindringen oder in die Nähe der Festung Hohensalzburg hätte vorrücken können. Um 1485 erbaute die Stadt die Katze nächst der alten Wehrmauer (Stadtmauer).

Die mittelalterlichen Wehrmauern (und auch die beiden dortigen mittelalterlichen Wehrtürme) verloren ihre Aufgabe, als 1635 und in den Folgejahren Fürsterzbischof Lodron hier die neue Schartenmauer sowie weitere aufwändige Mauerzüge errichten ließ, und außerdem die beiden Schartentore sowie eine wesentlich stärker und atilleriesichere "Katze" als Vorwerk der Festung erbaute. Mit diesen Baumaßnahmen wurde der Aufgang zur Stadt von Süden her zur Gänze gesperrt, der Sattel wurde nun wesentlich sicherer.[1]

Beschreibung

Die eigentliche Schartenmauer besitzt eine Länge von gut 140 Metern. Sie ist bis über zehn Meter mächtig und hat etwa in der Mitte etwa beim Bürgermeisterloch eine Höhe von etwa acht bis zehn Meter. Auf der Schartenmauer war der frühneuzeitlich übliche Erdwall in der Höhe von etwa 1,4 m Höhe aufgesetzt, der durch die Straßenverbreiterung im späten 19. Jahrhundert nur mehr teilweise erhalten ist.

Die Schartenmauer bildet ein Vorwerk zur Verteidigung der Festung Hohensalzburg, ist aber auch ein wichtiger Teil der Stadtmauer. Auf dieser Mauer stand früher das Äußere Schartentor, dahinter folgen zur Festung Hohensalzburg hin das Innere Schartentor und die Katze. im Osten schleißt als Teil der Schartenmauer eine Bastei an, die wesentlich der Sicherung der Festung, aber auch der besseren Verteidigung des geraden Abschnittes der Schartenmauer dient.

An der Schartenmauer ist nach Nonntal und Riedenburg hin eine Inschrift angebracht:

"Hoc vallo vallem clausit Paris e(x) com(itibus) Lodroni Arch(iepiscopus) 1635"
"Durch diese Schutzwehr verschloss das Tal Erzbischof Paris aus dem Geschlecht der Lodron im Jahr 1635"

Zu den Begriffen Mauer und Wall

Die vorrömischen und römischen Wehranlagen bestanden vielfach aus einem tiefen Graben, der teilweise von Palisaden gestützt wurde im Wesen bestand. Auch der bekannte Limes war ein solcher Wall. Bekannt sich auch viele jungsteinzeitlichen, bronzezeitlichen,. germanische, keltischen und römischen Ringwälle. Sie dient der Verteidigung einer provisorischen Feldbefestigung oder einer Wallburg, vielleicht auch eines religiösen Versammlungsortes Solche Anlagen wurden bis ins Mittelalter um Dörfer oder Märkte oder um kleine Wehranlagen herum gebaut.

Charakteristisch war in allen diesen Anlagen ein wehrhafter Wall. Oft war er eine einfache Erdaufschüttungbit beidseitige steilen Böschungen, oder eine Erdkonstruktion, die mit Holz oder Fratten oder Palisaden zusätzlich gesichert war, auch Mauerteile waren vorhanden. Die einstigen Gräben sind kaum erhalten, sichtbar bleiben aber oft undeutliche Erdwall zu erkennen. Nicht selten bestanden mehrere konzentrische Ringwälle hintereinander. In der Stadt Salzburg sind solche frühen Wälle nicht dokumentiert. Die mittelalterliche Stadt besaß Wehrmauern, aber keine Wälle.

Paris Lodron ließ vor allem in der Neustadt große Bollwerke errichten, die bis etwa 8 m hoch gemauert ausgeführt waren. Um diese polygonalen Mauern herum bestand ein Ringförmiger Weg zur Beobachtung und für Geschütze,. Auf dieser Basis befand sich ein ebenfalls bis 8 m hoher massiver Erdwall, dem oben noch ein 1,4 m hoher schmaler Schutzwall aus Erde aufgesetzt war. Hinter diesem kleine Wall standen die Kanonen. Diese Form der Wehranlagen mit aufgesetzten Wällen führten dazu, dass oft die gesamten Wehranlagen einer Stadt als Wälle - oder Teile davon - unabhängig von ihrem Aussehen bezeichnet wurden. Solche Bezeichnungen sind in der Stadt Salzburg mehrfach bekannt. Sie wurden auch zu Metapher der Wehrhaftigkeit. Auch etwa Heinrich von Kleist verwendet den Begriff in seinem Lustspiel "der zerbrochene Krug". wo Rupert am Schluss bereit ist "auf den Wällen von Antwerpen Schildwacht" zu halten (auch wenn es damals keine ritterlichen Schilder mehr gab). Ein weiteres Beispiel ist auch der angebliche "Schutzwall gegen den Faschismus, den die DDR entlang der seinerzeitigen Zonengrenze baute, der aber keineswegs mehr einen Wall enthielt. In diesem Sinn sind oft auch verschiedene Zeitungsbeiträge der Jahre nach 1920 zu verstehen. Heute werden Metapher deutlich seltener verwendet als vor gut 80 Jahren. Auch in Salzburgwiki als Enzyklopädie ist der Name Schartenwall nicht zu empfehlen. Ein Wall bleibt im Kern des Wortes eine Anlage mit (zumindest großteils) beidseitig geböschten d.h. deutlich geneigten Seitenteilen.

Bilder

  Die Schartenmauer als Teil des Schartenwalls – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Quellen

Fußnote