Stumpfeggersche Grabstätte
Die Stumpfeggersche Grabstätte (z.T. auch als Stumpföggersche Grabstätte bezeichnet) befindet sich inmitten des Gräberfeldes des Salzburger Petersfriedhofes.
Beschreibung
Die Stellung der sieben Kreuze nebeneinander, eine Gruppe bildend, ihre gleichmäßige Größe und Form, rechtfertigen den Schluss, dass es sich um die Grabstätte von mehreren Mitgliedern einer Familie handeln könnte, die dort ruhen. Man muss jedoch genauer sein und sagen: "geruht haben". Denn der Ort, an dem die Kreuze heute stehen - gegenüber der Katharinenkapelle - ist nicht der ursprüngliche. Die Grabstätte lag früher an der Ostseite der Margarethenkapelle, ebenso wie der Grabstein, der einmal an der Wand der Margarethenkapelle angebracht war. Als 1864 die Margarethenkapelle restauriert wurde und innen und außen alles Nichtpassende entfernt wurde, verlegte man die Grabstätte und den Grabstein an den heutigen Ort.
Es handelt sich um die Grabmäler des Sebastian Stumpfegger, seiner Eltern und von vier seiner fünf Gattinnen. Sie besteht aus sieben auf einem Steinsockel stehenden schmiedeeiserne Kreuze mit dem Nemen und den Lebensdaten der Verstorbenen.
Die Grabkreuze und die Namen der Verstorbenen
- (I.) Lorenz Stumpfegger († 13. September 1709), Vater des Sebastian Stumpfegger;
- (II.) Sebastian Stumpfegger, fürsterzbischöflicher Steinmetz- und Maurermeister († 1749)
- (III.) Sebastians erster Frau, Maria, geb. Sinnhuberin († 1717), Mutter von neun Kindern;
- (IV.) Sebastians zweiter Frau, Klara, geb. Hoferin, gestorben 1721 im Kindbett;
- (V.) Sebastians dritter Frau, Anna geb. Schallmoserin, gestorben 1725 im Kindbett;
- (VI.) Maria Gertraud geb. Grueberin, gestorben 1733, Sebastians vierter Frau (die allerdings von Erich Sziváry als Anna Marianne geb. Egger, gestorben 1733 im Kindbett, angegeben wird);
- (VII.) Maria Stumpfegger geb. Grueberin, gestorben 1708, Sebastians Mutter.
Sebastian Stumpfeggers fünfte Frau, Maria T., geb. Echinger, blieb kinderlos, überlebte ihren Ehemann und starb 1760.
Die sieben Kreuze der Familie Stumpfegger standen ursprünglich an der Ostseite der Mariazellerkapelle. Als der Chor dieser Kapelle 1864 freigelegt wurde, wurden Kreuze und Grabstein an ihre jetzigen Stellen versetzt, die Gräber selbst mit den sterbliche Überresten der Bestatteten verblieben an derselben Stelle.
Die Grabstafel
Eine gegenüber den Grabkreuzen an der Kapellenmauer angebrachte Marmor-Grabtafel enthält in einem von einem Totenkopf als Senkblei mittig geteilten dreieckigen Feld ein Gedicht und darunter eine Erinnerung an die Eltern Lorenz und Maria Stumpfegger. In den beiden Feldern rechts und links des Feldes ist eine Erinnerung an Sebastian Stumpfegger, die vier Ehefrauen und die vorverstorbenen Kinder angebracht. Darüber finden sich Symbole des Maurerhandwerkes: Fausthammer und Meißel, Zirkel und Winkelmaß sowie Kelle und Maurerhammer
| Es ruhet auch alda
Sebastian Stumpfögger, Hochfürst. Salzburg. Hof- Stainmetz und MaurMaister auch Bürger alhier So sein Zeitliches Lebens gepau Verförttiget und ausgepauet den … Ao 17.. Seines Alters Jahr Sambt seinen 4 Ehefraue Maria Gertraudt gebohrne Grueberin |
Maria Sünhueberin,
Maria Clara Hoferin samt? Anna Maria Schallmoserin wie auf Nebenstehenden grab- Kreuzen zu sehen ist. Welchen allen Sambt denen abgeleibten 10? Kündern Gott ein Fröliche Auferstehung Verleichen wolle Amen. |
| … (ein Gedicht) …
So bittet und winschet der Ehrngeachtete Laurentius Stumpf- eckher … und des Hochwürdigen Thom-Capitls alhier zu Salzburg u. Mauer.Maister, desßen …Vergengliches Lebensgebeu eingefallen den 13 Sebt 1709 in 67. Jahr seines alters Sein Ehewürttin aber die Grueberin ge…et den 3 december 1708 in 67 Jahresalter Alda auch daß Fundament ih- res Ruehbeths gelegt Gott der allmechtige wolle dezen und allen Christ- glaübigen Seelen genediglich verleichen die Ebige Ruehe. |
Eine pietätlose Unterstellung
Fragwürdige Fremdenführer erzählen leider pietätlos die Sage, bei den sieben Grabkreuzen handelt es sich um die Grabstätte eines Mannes und seiner von ihm zu Tode gekitzelten Ehefrauen. Die Entstehung dieser frei erfundenen "Sage" wurde wohl durch die z.T. kürzere Aufeinanderfolge von Heiraten und vielleicht auch durch den Umstand begünstigt, dass am Tag des Begräbnisses der vierten Frau Stumpfeggers zwei Mörder hingerichtet wurden, deren Opfer mit Vornamen ebenso Marianne hieß wie die vierte Frau Stumpfeggers. Das pietätlose Gerücht geht höchstens ins späte 19. Jahrhundert zurück und ist nicht älter.
Quellen
- Leopold Becker: Sebastian Stumpfögger und die sieben Kreuze auf dem Friedhofe von St. Peter, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 39, 1899, S. 153-168, hier zitiert nach www.sagen.at
- Erich Sziváry: Die sieben Grabkreuze in St. Peter, Bastei (Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft) 4/98, S. 25 f.
- Josef Eder: Die Sieben Kreuze im Petersfriedhof ANNO, Salzburger Volksblatt, 18. Juli 1931, Seite 3