Hilderich Pinl
Hilderich Pinl (* 16. September 1862 in Seewiesen im Böhmerwald) war in der Spätzeit der k. u. k. Monarchie Salzburger Militärkapellmeister.
Leben
Pinl studierte in Wien Klavier, Cello und Kontrabass und schloss sein Studium im Jahr 1884 ab. Er wählte die Laufbahn eines österreichischen Militärmusikers.
Er spielte seit 1881 in der Musik des Infanterie-Regiments Nr. 17 "Ritter von Milde" Trompete, Posaune und Schlagzeug und leitete von 1886 bis 1905 die Musik des Infanterie-Regiments Nr. 62 "Ludwig II. König von Bayern", die in Görz (Küstenland), Wien und Klausenburg (Siebenbürgen) garnisoniert war.
Mit 1. Mai 1905 wurde er zum Kapellmeister beim k.u.k. Infanterieregiment Nr. 59 "Erzherzog Rainer" ernannt, dem Salzburger Hausregiment, das damals vorübergehend in Linz stationiert war. Nach Salzburg zurückgekehrt, entfaltete die Regimentsmusik in der Stadt und den angrenzenden Gauen eine rege Konzerttätigkeit. Im Jahr 1909 trat Pinl wegen persönlicher Differenzen im Regiment in den vorzeitigen Ruhestand.
Vier Jahre später übernahm er jedoch die Leitung der Musik des Infanterie-Regiments Nr. 87 "Freiherr von Succovaty" in Pola (Istrien), ab 1915 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs war er Kapellmeister einer Reservemusik sowie einer Feldmusik in Cilli (Untersteiermark). Nach Kriegsende kehrte er in seine böhmische Heimat zurück; er lebte im Ruhestand in der Stadt Pilsen[1].
Pinl komponierte schneidige Militärmärsche, die im alten Österreich viel gespielt wurden. Ein Walzer aus seiner Feder heißt "Erinnerung an Siebenbürgen".[2] Er schrieb etwa auch eine "Jagd-Symphonie" [1] und "Jagdbilder".[3]
Quelle
- König, Manfred: Blasmusik in Salzburg = Luidold, Lucia und Ulrike Kammerhofer-Aggermann (Hrsg.): Bräuche im Salzburger Land. (Salzburger Beiträge zur Volkskunde 13–16.) Salzburg 2002–2005. HTML-Version, Abschnitt 9.11. Aktualisierter Wiederabdruck; erstveröffentlicht in: Birsak, Kurt und Manfred König: Das große Salzburger Blasmusikbuch – Mit Ehrentafel der Salzburger Blasmusikkappellen. Wien (Christian Brandstätter) 1983. S. 127–134.
Einzelnachweise
| Vorgänger |
Salzburger Militärkapellmeister 1905–1909 |
Nachfolger |