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Die Kunst, diese alten Schriftzeichen in Stein einzuordnen und ihre Zugehörigkeit zu bestimmen, erfordert ein eigenes Studium. Herr Hofrat Dr. Benno Ulm, mit dem [[Adele Sungler]] aus der Jugend in Freistadt, [[Mühlviertel]], eine persönliche Freundschaft verband, hat sich besonders mit diesen frühen Selbstdarstellungszeichen in vielen Arbeiten zur Kunst- und Kulturgeschichte [[Oberösterreich]]s und des Mühlviertels beschäftigt. Zur Landesausstellung 1976 in St. Wolfgang leistete Dr. Ulm viele wertvolle Hinweise, die ihren fruchtbaren Niederschlag in vielen Arbeiten als Leiter der Abteilung Kunst- und Kulturgeschichte des Bundesdenkmalamts Oö gefunden haben. Dr. Ulm war sehr interessiert an einer Zusammenstellung der oberösterreichischen Bauinschriften und einer Aufnahme der Steinmetzzeichen in ein Konzept einer Kunst- und Kulturgeschichte Oberösterreichs im Rahmen der wissenschaftlichen Landeskunde. So ergaben die sprechenden Steine in St. Wolfgang Hinweise auf Bauhütten aus Straßburg, Ulm, Passau und Wien für die Herstellung der kunstvollen Steinmetzarbeiten. Sie haben viele Brände des Ortes überdauert und sind heute noch namhafte Nachweise und Zeugnis des Mittelalters.
 
Die Kunst, diese alten Schriftzeichen in Stein einzuordnen und ihre Zugehörigkeit zu bestimmen, erfordert ein eigenes Studium. Herr Hofrat Dr. Benno Ulm, mit dem [[Adele Sungler]] aus der Jugend in Freistadt, [[Mühlviertel]], eine persönliche Freundschaft verband, hat sich besonders mit diesen frühen Selbstdarstellungszeichen in vielen Arbeiten zur Kunst- und Kulturgeschichte [[Oberösterreich]]s und des Mühlviertels beschäftigt. Zur Landesausstellung 1976 in St. Wolfgang leistete Dr. Ulm viele wertvolle Hinweise, die ihren fruchtbaren Niederschlag in vielen Arbeiten als Leiter der Abteilung Kunst- und Kulturgeschichte des Bundesdenkmalamts Oö gefunden haben. Dr. Ulm war sehr interessiert an einer Zusammenstellung der oberösterreichischen Bauinschriften und einer Aufnahme der Steinmetzzeichen in ein Konzept einer Kunst- und Kulturgeschichte Oberösterreichs im Rahmen der wissenschaftlichen Landeskunde. So ergaben die sprechenden Steine in St. Wolfgang Hinweise auf Bauhütten aus Straßburg, Ulm, Passau und Wien für die Herstellung der kunstvollen Steinmetzarbeiten. Sie haben viele Brände des Ortes überdauert und sind heute noch namhafte Nachweise und Zeugnis des Mittelalters.
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Die Ausbildung der Steinmetze erfolgte im Verband der Bauhütte, ihre durch Erfahrungen erworbenen Kenntnisse wurden mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln strengstens gehütet. Die Tradition, vermittelt durch die Lehre bei einem bedeutendem Baumeister, gibt die Befähigung. Nach fünfjähriger Steinmetzlehrzeit geht der Geselle zwei Jahre auf Wanderschaft, dann begibt er sich in ein ordentliches Anstellungsverhältnis zu einem Steinmetzmeister in einer Hütte oder Zunft. Zur Selbständigkeit muss er als Meisterknecht zusätzlich bei einem Baumeister arbeiten. Nach weiteren zwei Jahren endet die Lehrzeit mit einem Meisterstück. Er muss das Bildhauerhandwerk, das Visieren, das heißt das Anfertigen von Planrissen verstehen. Planrisse sind seit dem 13. Jahrhundert aus vielen Kathedralen, z.B. in [[Salzburg]], Straßburg, Köln, Ulm, Prag, Wien, Passau und vor allem in Klöstern erhalten. So hat die beeindruckende Tradition der Steinmetze von der Antike bis in unsere Jahrhunderte überdauert und bleibt nach wie vor eine große Orientierungshilfe.
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Die Ausbildung der Steinmetze erfolgte im Verband der Bauhütte, ihre durch Erfahrungen erworbenen Kenntnisse wurden mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln strengstens gehütet. Die Tradition, vermittelt durch die Lehre bei einem bedeutendem Baumeister, gibt die Befähigung. Nach fünfjähriger Steinmetzlehrzeit geht der Geselle zwei Jahre auf Wanderschaft, dann begibt er sich in ein ordentliches Anstellungsverhältnis zu einem Steinmetzmeister in einer Hütte oder Zunft. Zur Selbständigkeit muss er als Meisterknecht zusätzlich bei einem Baumeister arbeiten. Nach weiteren zwei Jahren endet die Lehrzeit mit einem Meisterstück. Er muss das Bildhauerhandwerk, das Visieren, das heißt das Anfertigen von Planrissen verstehen. Planrisse sind seit dem 13. Jahrhundert aus vielen Kathedralen, z. B. in [[Salzburg]], Straßburg, Köln, Ulm, Prag, Wien, Passau und vor allem in Klöstern erhalten. So hat die beeindruckende Tradition der Steinmetze von der Antike bis in unsere Jahrhunderte überdauert und bleibt nach wie vor eine große Orientierungshilfe.
    
== Steinmetzzeichen in Salzburg ==
 
== Steinmetzzeichen in Salzburg ==