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[[ | Das '''Gut Wildshut''', heute Stiegl-Gut Wildshut, ist ein ehemaliger Gutsbetrieb im Süden der [[Oberösterreich|oberösterreichischen]] Gemeinde [[St. Pantaleon]] im südlichen [[Innviertel]]. Es gehörte zum Burganlage Wildshut und wird heute von der [[Stieglbrauerei zu Salzburg]] als Biergut geführt. | ||
== Geschichte == | |||
Die Chronik von Wildshut reicht bis auf das Jahr [[930]] zurück. Eine damals bestehende Burg wurde [[1115]] gemeinsam mit dem Burgherrn Albert de Hutte als ''castrum Hutte'' erstmals urkundlich genannt. Bei der ersten urkundlichen Nennung der Herren von Wylczhut im Jahr [[1387]] bestand am heutigen Standort bereits eine Burg, die als Jagdhaus der bayerischen Herzöge diente und an der Grenze des [[Herzogtum Bayern|Herzogtums Bayern]] zum [[Erzbistum Salzburg]] lag. [[1402]] wurde sie Sitz des Landgerichts im Weilhart; dieses wurde der Familie der [[Nußdorfer (Adelsgeschlecht)|Nußdorfer]] als Lehen übertragen. | |||
[[Datei:Sudkessel im Stiegl-Gut Wildshut.jpg|thumb|Sudkessel]] | [[Datei:Sudkessel im Stiegl-Gut Wildshut.jpg|thumb|Sudkessel]] | ||
Als "Purkchstal Wilczhut" wird es im frühen [[15. Jahrhundert]] zum Sitz eines [[Pfleggericht]]es und behält diese Funktion bis ins Jahr 2002 bei. Um 1500 gelangt das Anwesen wieder in den Besitz der bayerischen Herzöge und erfährt bis [[1600]] diverse An- und Umbauten. So werden dem Gut etwa ein Amtshaus, ein Wirtschaftsgebäude und schließlich auch ein Wirtshaus angegliedert. Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde, Linz 1976. | |||
[[1779]] kommt das Land um das Anwesen zum [[Kaisertum Österreich|österreichischen]] Herrschaftsgebiet, zeitgleich beginnt man, auf dem Gut [[Bier]] zu brauen. Von [[1810]] bis [[1816]] war es dem salzburgischen Landgericht [[Laufen an der Salzach|Laufen]] unterstellt und wurde danach wieder selbständig. | |||
[[1917]] gelangt das Gut Wildshut in den Besitz der Stieglbrauerei zu Salzburg, die das Gut im Jahr [[2012]] um eine Mälzerei und Rösterei erweitert. | |||
[[Datei:Neuerrichteter Gastgarten beim Stiegl-Gut Wildshut.jpg|thumb|Gastgarten beim Stiegl-Gut Wildshut. Aufnahme 2015.]] | |||
Heute ist es ein landwirtschaftlicher Betrieb, der – vergleichbar mit einem Weingut – sämtliche zur Biererzeugung notwendigen Rohprodukte herstellt. Das Stiegl-Gut Wildshut ist das gegenwärtig einzige Biergut Österreichs. | |||
Auf dem Gelände hat auch die Freiwillige Feuerwehr Wildshut ihre Zeugstätte. Gut Wildshut ist mit der [[S-Bahn Salzburg|S‑Bahn‑Linie]] {{Symbol-S-Bahn|S11|#B71E44}} über die beiden Haltestellen "Gut Wildshut" im Biergutstil und "Wildshut Kirchberg" sowie über eine Buslinie mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. | |||
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Charakteristik des Stiegl-Guts == | |||
Am Stiegl-Gut Wildshut wird der Grundsatz „vom Feld ins Glas“ verfolgt. Dies bedeutet, dass sämtliche Rohprodukte wie Getreide, Malz oder Hopfen aus derselben Hand stammen und alle Herstellungsschritte nachverfolgbar sind. Dabei wird Wert auf die Rekultivierung alter Getreidesorten wie Emmer oder Einkorn gelegt. Das Biergut wird familiär geführt und hat sich dem Nachhaltigkeitsgedanken verschrieben. | |||
Am Stiegl-Gut Wildshut wird der Grundsatz | |||
Neben dem landwirtschaftlichen Betrieb verfügt das Stiegl-Gut Wildshut auch über eine Mälzerei und Rösterei, in der das erzeugte Getreide direkt vermalzt und geröstet wird. Neben den Rohstoffen zur Biererzeugung entstehen dort auch verwandte Produkte wie Essig, Brot oder Schnaps. Zudem ist es Hobbybrauern möglich, Malz vom Stiegl-Gut Wildshut zu beziehen. | |||
Neben dem landwirtschaftlichen Betrieb verfügt das Stiegl-Gut Wildshut auch über eine Mälzerei und Rösterei, in der das erzeugte Getreide direkt vermalzt und geröstet wird. | |||
Das Stiegl-Gut Wildshut wurde im Mai 2015 durch die Errichtung eines Kramerladens für hauseigene Flaschenbierprodukte sowie die Möglichkeit zur Einkehr mit Verköstigung erweitert. Dazu wurden eine Gaststube sowie ein schöner Gastgarten geschaffen. | |||
Das Stiegl-Gut Wildshut wurde im Mai 2015 | |||
== 2026: Stiegl-Brauerei plant Mineralwasserabfüllung in Wildshut == | |||
Die Gemeinde St. Pantaleon im [[Bezirk Braunau am Inn]], zu der die Ortschaft Wildshut gehört, hat die geplante Änderung des Flächenwidmungsplans und des örtlichen Entwicklungskonzepts unter dem Titel „Mineralwasserabfüllanlage Wildshut II“ vor kurzem öffentlich bekannt gemacht. Demnach ist vorgesehen, insgesamt knapp zwei Hektar landwirtschaftliche Flächen umzuwidmen. Das Areal liegt östlich des Gutes Wildshut auf einer Anhöhe nahe der Lokalbahnstation Kirchberg. Die Stiegl-Brauerei verfügt dort über einen Brunnen und bezieht ihr Wasser für das Biergut Wildshut nach eigenen Angaben aus 150 Metern Tiefe. Mit der Planung für dieses Projekt stand das Unternehmen Anfang 2026 erst am Anfang. Aktuell geht es zunächst darum, die Voraussetzungen zu schaffen, denn gutes Wasser ist die Grundlage des Bierbrauens. | |||
[[Datei:Gut Wildshut Ostansicht.jpg|thumb|center|900px|Gut Wildshut Ostansicht, 2015]] | |||
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Datei: | [[Datei:Wildshut 1930.jpg|thumb|Wildshut in einer Lufbildaufnahme um 1930.]] | ||
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Datei: | == Weblink == | ||
* Lage auf [https://www.openstreetmap.org/?mlat=48.008717&mlon=12.865902#map=17/48.008717/12.865902 openstreetmap.org] | |||
== | == Quellen == | ||
{{homepage|https://www.wildshut.at}} | {{homepage|https://www.wildshut.at}} | ||
*{{wikipedia-de|Schloss_Wildshut}} | |||
* [https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/stiegl-brauerei-plant-mineralwasserabfuellung-in-wildshut-art-638860 sn.at], 6. März 2026: Stiegl-Brauerei plant Mineralwasserabfüllung in Wildshut | |||
== Einzelnachweis == | == Einzelnachweis == | ||
<references/> | <references/> | ||
Aktuelle Version vom 6. März 2026, 09:31 Uhr

Das Gut Wildshut, heute Stiegl-Gut Wildshut, ist ein ehemaliger Gutsbetrieb im Süden der oberösterreichischen Gemeinde St. Pantaleon im südlichen Innviertel. Es gehörte zum Burganlage Wildshut und wird heute von der Stieglbrauerei zu Salzburg als Biergut geführt.
Geschichte
Die Chronik von Wildshut reicht bis auf das Jahr 930 zurück. Eine damals bestehende Burg wurde 1115 gemeinsam mit dem Burgherrn Albert de Hutte als castrum Hutte erstmals urkundlich genannt. Bei der ersten urkundlichen Nennung der Herren von Wylczhut im Jahr 1387 bestand am heutigen Standort bereits eine Burg, die als Jagdhaus der bayerischen Herzöge diente und an der Grenze des Herzogtums Bayern zum Erzbistum Salzburg lag. 1402 wurde sie Sitz des Landgerichts im Weilhart; dieses wurde der Familie der Nußdorfer als Lehen übertragen.

Als "Purkchstal Wilczhut" wird es im frühen 15. Jahrhundert zum Sitz eines Pfleggerichtes und behält diese Funktion bis ins Jahr 2002 bei. Um 1500 gelangt das Anwesen wieder in den Besitz der bayerischen Herzöge und erfährt bis 1600 diverse An- und Umbauten. So werden dem Gut etwa ein Amtshaus, ein Wirtschaftsgebäude und schließlich auch ein Wirtshaus angegliedert. Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde, Linz 1976.
1779 kommt das Land um das Anwesen zum österreichischen Herrschaftsgebiet, zeitgleich beginnt man, auf dem Gut Bier zu brauen. Von 1810 bis 1816 war es dem salzburgischen Landgericht Laufen unterstellt und wurde danach wieder selbständig.
1917 gelangt das Gut Wildshut in den Besitz der Stieglbrauerei zu Salzburg, die das Gut im Jahr 2012 um eine Mälzerei und Rösterei erweitert.

Heute ist es ein landwirtschaftlicher Betrieb, der – vergleichbar mit einem Weingut – sämtliche zur Biererzeugung notwendigen Rohprodukte herstellt. Das Stiegl-Gut Wildshut ist das gegenwärtig einzige Biergut Österreichs.
Auf dem Gelände hat auch die Freiwillige Feuerwehr Wildshut ihre Zeugstätte. Gut Wildshut ist mit der S‑Bahn‑Linie S11 über die beiden Haltestellen "Gut Wildshut" im Biergutstil und "Wildshut Kirchberg" sowie über eine Buslinie mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. == Charakteristik des Stiegl-Guts ==
Am Stiegl-Gut Wildshut wird der Grundsatz „vom Feld ins Glas“ verfolgt. Dies bedeutet, dass sämtliche Rohprodukte wie Getreide, Malz oder Hopfen aus derselben Hand stammen und alle Herstellungsschritte nachverfolgbar sind. Dabei wird Wert auf die Rekultivierung alter Getreidesorten wie Emmer oder Einkorn gelegt. Das Biergut wird familiär geführt und hat sich dem Nachhaltigkeitsgedanken verschrieben.
Neben dem landwirtschaftlichen Betrieb verfügt das Stiegl-Gut Wildshut auch über eine Mälzerei und Rösterei, in der das erzeugte Getreide direkt vermalzt und geröstet wird. Neben den Rohstoffen zur Biererzeugung entstehen dort auch verwandte Produkte wie Essig, Brot oder Schnaps. Zudem ist es Hobbybrauern möglich, Malz vom Stiegl-Gut Wildshut zu beziehen.
Das Stiegl-Gut Wildshut wurde im Mai 2015 durch die Errichtung eines Kramerladens für hauseigene Flaschenbierprodukte sowie die Möglichkeit zur Einkehr mit Verköstigung erweitert. Dazu wurden eine Gaststube sowie ein schöner Gastgarten geschaffen.
2026: Stiegl-Brauerei plant Mineralwasserabfüllung in Wildshut
Die Gemeinde St. Pantaleon im Bezirk Braunau am Inn, zu der die Ortschaft Wildshut gehört, hat die geplante Änderung des Flächenwidmungsplans und des örtlichen Entwicklungskonzepts unter dem Titel „Mineralwasserabfüllanlage Wildshut II“ vor kurzem öffentlich bekannt gemacht. Demnach ist vorgesehen, insgesamt knapp zwei Hektar landwirtschaftliche Flächen umzuwidmen. Das Areal liegt östlich des Gutes Wildshut auf einer Anhöhe nahe der Lokalbahnstation Kirchberg. Die Stiegl-Brauerei verfügt dort über einen Brunnen und bezieht ihr Wasser für das Biergut Wildshut nach eigenen Angaben aus 150 Metern Tiefe. Mit der Planung für dieses Projekt stand das Unternehmen Anfang 2026 erst am Anfang. Aktuell geht es zunächst darum, die Voraussetzungen zu schaffen, denn gutes Wasser ist die Grundlage des Bierbrauens.

Bilder

Gut Wildshut – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Weblink
- Lage auf openstreetmap.org
Quellen
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Gut Wildshut"
- sn.at, 6. März 2026: Stiegl-Brauerei plant Mineralwasserabfüllung in Wildshut