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- 1963 Bau Umfahrung Schüttdorf Zell am See 01.jpg
Baustand Februar 1963.
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Baustand Februar 1963.
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Baustand Februar 1963.
Für den Ortsteil Schüttdorf in der Stadtgemeinde Zell am See wird aufgrund der massiven Zunahme des Verkehrsaufkommens seit Jahren eine Umfahrung Schüttdorf gefordert.
Geschichte
Bereits 1963 wurde das "Baulos Schüttdorf" an der Salzachtal Bundesstraße, der heutigen Pinzgauer Straße, in Angriff genommen.[1] Es verband Bruck an der Großglocknerstraße mit Zell am See im Südwesten. Anfang August 1963 wurde dieses 1,5 Kilometer lange Straßenstück fertiggestellt. Die Fahrbahnbreite betrug 7,5 Meter, es gab einen Gehsteig und eine Straßenbeleuchtung.[2]
Juli 2014: Ein neues Umfahrungsprojekt
Schüttdorf ist mit rund 6 000 von insgesamt knapp 9 000 Bewohnern der Stadt der bevölkerungsreichste Ortsteil von Zell am See. Nach einem wild wuchernden Wachstum durch den Bau von einem Einkaufszentrum, von Supermärkten und von Wohnsiedlungen, wies Schüttdorf mittlerweile ein überaus hohes Verkehrsaufkommen auf. Vor allem der hausgemachte Verkehr zu den Einkaufszentren, Betrieben und Wohnsiedlungen, aber auch der Durchzugsverkehr bestimmte das Verkehrsaufkommen. Der Durchzugsverkehr erfolgte - von Schüttdorf aus gesehen – aus und in Richtung Zell am See und Saalfelden am Steinernen Meer, aus und in Richtung Oberpinzgau, sowie aus und in Richtung Bischofshofen. In den Stoßzeiten und in der Hauptsaison kam es daher trotz der Umfahrung von Zell am See, die durch einen Millionen Euro teuren Schmittentunnel führt, weiterhin häufig zu Kolonnenbildung und Staus. Die Belastung der Anrainer durch den "stop and go"-Verkehr und die damit einhergehende Abgas- und Lärmentwicklung wurde unzumutbar hoch.
Es gab daraufhin mehrere Umfahrungsvarianten. Die sogenannte "große" sowie deren Varianten soll teilweise auf Brucker Gemeindegebiet der Salzach entlang geführt werden, die sogenannte "kleine" sowie deren Varianten auf einem Damm durch den Ort selbst. Gegen beide Varianten sprachen der Bodenverbrauch und die Interessen der teils massiv und hautnah betroffenen Anrainer. Eine Variante am Bestand, wie sie nach langen und heftigen Diskussionen und Streitereien in Saalfelden 2014 umgesetzt wurde, stand angeblich nicht zur Debatte. Letztlich hatte man sich für die sogenannte "kleine Variante" entschieden und diese wurde offiziell seit Herbst 2020 errichtet. Maßgebliche Vorarbeiten wurden bereits früher durchgeführt.
Der Ausgang der Umfahrungs-Diskussion war im Juli 2014 völlig offen. Andere Ideen zur Verkehrsberuhigung als die erwähnten Umfahrungsvarianten waren nicht in Sicht. Die Vergrößerung des Verkehrsaufkommens, die der Ausbau von Verkehrswegen üblicherweise nach sich zieht, war kein Thema. Auch eine Variante am Bestand wurde angeblich nicht ernsthaft in Betracht gezogen.
Politischer Beschluss und Umsetzung
Nach vergeblichem Widerstand der Bewohner des Ortsteiles Zeller Moos und der Grünen Bürgerliste (GRÜBL) Zell am See, wurde nach schon vorher gesetzten Vorbereitungsmaßnahmen im Jahr 2020 der Bau der Umfahrung Schüttdorf zügig umgesetzt. Es handelte sich um eine Großbaustelle, die bis 2022 Behinderungen brachte. Die Flugplatzstraße, die durch die Trasse gequert wurde, blieb Monate lang gesperrt, denn hier gab es Richtung Süden umfangreiche Tiefbauarbeiten. Im Bereich Bruckberg, wo die Krimmler Bahn überbrückt werden musste, mussten Piloten geschlagen werden, die zwischen 17 und 35 Meter tief in den Untergrund hinein reichen. Zuletzt kamen die Einbindungen des Umfahrungsastes in die Mittersiller Straße in Bruckberg und in die Salzachtal Bundesstraße (Zell am See) mittels eines neu zu errichtenden Kreisverkehrs am südlichen Ortsende von Schüttdorf.
Hochwasserschutz
Zu guter Letzt ist im Zusammenhang mit der Umfahrung der für Schüttdorf und den Ortsteil Zeller Moos dringend erforderliche Hochwasserschutz ein Thema. Dieser betrifft einerseits die Salzach und andererseits den Bruckbergkanal. Grundbesitzer aus Bruck an der Großglocknerstraße haben aber die Zurverfügungstellung der für den Hochwasserschutz an der Salzach benötigten Grundflächen, vorgeblich wegen des für ihre Existenz bedrohlichen Grundbedarfs, mit dem Abgehen von der großen Umfahrungsvariante verknüpft, was auch durch einen Beschluss der Gemeindevertretung Bruck unterstützt wurde.
Neben dem dringend erforderlichen Hochwasserschutz an der Salzach - wie die Ausweitung des Flussbettes und die Herstellung von Retentionsflächen, galt es aber auch noch den Ausbau und die Verlegung von Teilen des Bruckbergkanals zu planen und umzusetzen, da dessen Fassungs- und Ableitungsvermögen für den Hochwasserschutz der Ortsteile Zeller Moos und Schüttdorf entscheidende Bedeutung hat. Bezeichnenderweise wurde nun auch dieses Vorhaben mit einer der Umfahrungsvarianten verknüpft und dafür die dadurch angeblich wesentlich geringeren Kosten als Argument angeführt.
Bildergalerie
Quelle
- Eigenartikel von Christina Nöbauer, u. a. Gespräch mit Bürgern des Ortsteiles Zeller Moos
Einzelnachweise
- ↑ www.sn.at, Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 29. Jänner 1963, Seite 5
- ↑ www.sn.at, Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe 24. Juli 1963, Seite 5