Schüttkasten beim Sigmundstor: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
K typo, Textkosmetik
Zeile 1: Zeile 1:
[[Datei:Salzburg (Kupferstich) Matthäus Seutter 1740 Detail Nr 08 Hofstall Pferdeschwemme.jpg|thumb|[[Salzburg (Kupferstich) Matthäus Seutter]], ca. [[1740]]: Die [[Pferdeschwemme (Hofmarstallschwemme)|Pferdeschwemme]] in ursprünglicher Form, links der [[Hofmarstall]] mit Schüttkasten vor dem [[Mönchsberg]].]]
[[Datei:Salzburg (Kupferstich) Matthäus Seutter 1740 Detail Nr 08 Hofstall Pferdeschwemme.jpg|thumb|[[Salzburg]], Kupferstich von [[Matthäus Seutter]], ca. [[1740]]: die [[Pferdeschwemme (Hofmarstallschwemme)|Pferdeschwemme]] in ursprünglicher Form, links der [[Hofmarstall]] mit Schüttkasten vor dem [[Mönchsberg]]]]
{{Googlemapsort|5020+Salzburg+Herbert-von-Karajan-Platz_11}}
{{Googlemapsort|5020+Salzburg+Herbert-von-Karajan-Platz_11}}
[[Datei:Schüttkasten (Marstall) 01.jpg|thumb|Der Schüttkasten heute.]]
[[Datei:Schüttkasten (Marstall) 01.jpg|thumb|Der Schüttkasten heute.]]
Zeile 9: Zeile 9:


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Zuvor befand sich hier ein Steinbruch, aus dem der [[Nagelfluh]] für den [[Salzburger Dom]] gebrochen wurde. Ab [[1695]] wurde dort unmittelbar an der Felswand des [[Mönchsberg]]s ein Getreide- und Heuspeicher für den gegenüberliegenden [[Hofmarstall]] errichtet. Weil das funktionale Gebäude gegenüber der Prunkfassade des Hofmarstall vergleichsweise einfach war, wurde es durch eine Schauwand kaschiert, die mit [[Pferdegemälde von Franz Anton Ebner (Hofmarstallschwemme)|Gemälden]] geschmückte wurde.
Zuvor befand sich hier ein Steinbruch, aus dem der [[Nagelfluh]] für den [[Salzburger Dom]] gebrochen wurde. Ab [[1695]] wurde dort unmittelbar an der Felswand des [[Mönchsberg]]s ein [[Schüttkasten|Getreide- und Heuspeicher]] für den gegenüberliegenden [[Hofmarstall]] errichtet. Weil das funktionale Gebäude gegenüber der Prunkfassade des Hofmarstalls vergleichsweise einfach war, wurde es durch eine Schauwand kaschiert, die mit [[Pferdegemälde von Franz Anton Ebner (Hofmarstallschwemme)|Gemälden]] geschmückte wurde.


== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
Der Schüttkasten hat drei Geschosse. Im Erdgeschoss befinden sich sechs Rundbogenportale und darüber zwei Geschosse mit den ehemaligen Lagern und Speichern.
Der Schüttkasten hat drei Geschoße. Im Erdgeschoß befinden sich sechs Rundbogenportale und darüber zwei Geschoße mit den ehemaligen Lagern und Speichern.


An der Vorderseite befindet sich ein Wappen mit der lateinischen Inschrift:  
An der Vorderseite befindet sich ein Wappen mit der lateinischen Inschrift:  
<blockquote>"''Ioannes Ernestus Archiep:(iscopus) et P(ri)n(se)ps Salzb:(urgensis) S:(ancta) Sed:(is) Ap:(ostolicae) Leg:(atus) Nat:(us) - ex fundamanto exstruxit A:(nn)o M.DC.XCVII"''</blockquote> Die Übersetzung lautet: ''[[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein|Johann Ernst]] [[Fürsterzbischof|Bischof und Fürst]] von [[Salzburg]], geborener Legat des Heiligen Apostolischen Stuhls - hat von Grund auf dieses Gebäude errichten lassen - Im Jahr des Herrn - [[1697]].''
<blockquote>"''Ioannes Ernestus Archiep:(iscopus) et P(ri)n(se)ps Salzb:(urgensis) S:(ancta) Sed:(is) Ap:(ostolicae) Leg:(atus) Nat:(us) ex fundamento exstruxit A:(nn)o M.DC.XCVII"''</blockquote> Die Übersetzung lautet: ''[[Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein|Johann Ernst]] [[Fürsterzbischof|Bischof und Fürst]] von [[Salzburg]], geborener Legat des Heiligen Apostolischen Stuhls hat von Grund auf dieses Gebäude errichten lassen im Jahr des Herrn [[1697]].''


Heute befindet sich in dem ehemaligen Schüttkasten das [[Kartenbüro der Salzburger Festspiele]].
Heute befindet sich in dem ehemaligen Schüttkasten das [[Kartenbüro der Salzburger Festspiele]].


== Nebengebäude ==
== Nebengebäude ==
[[1806]] wurde Schüttkasten gegenüberliegend an der Rückseite der Schauwand ein eingeschossiges Magazin errichtet. [[1940]] wurden zwei Torbauten mit Garagen angebaut und sodass der Innenhof geschlossen war. Später wurde der Torbau am Schüttkasten wieder abgerissen und der andere Torbau in den Jahren [[1984]] bis [[1988]] in das Cafe Niemetz umgebaut. Heute existierend ist nur mehr das Torgebäude des ehemaligen [[Cafe Niemetz]].<ref>Salzburger Nachrichten, Salzburger Festspiele Spezial, Juli 2919</ref>
[[1806]] wurde dem Schüttkasten gegenüberliegend an der Rückseite der Schauwand ein eingeschoßiges Magazin errichtet. [[1940]] wurden zwei Torbauten mit Garagen angebaut, sodass der Innenhof geschlossen war. Später wurde der Torbau am Schüttkasten wieder abgerissen und der andere Torbau in den Jahren [[1984]] bis [[1988]] in das [[Café Niemetz]] umgebaut. Heute existiert nur mehr das Torgebäude des ehemaligen Café Niemetz.<ref>Salzburger Nachrichten, Salzburger Festspiele Spezial, Juli 2919</ref>


== Quelle ==
== Quelle ==

Version vom 17. Oktober 2019, 17:24 Uhr

Salzburg, Kupferstich von Matthäus Seutter, ca. 1740: die Pferdeschwemme in ursprünglicher Form, links der Hofmarstall mit Schüttkasten vor dem Mönchsberg
Karte
Datei:Schüttkasten (Marstall) 01.jpg
Der Schüttkasten heute.
Datei:Wappen von Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein am Schüttkasten (Marstall) 01.jpg
Wappen von Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein am Schüttkasten, ca. 1697.

Der Schüttkasten ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Salzburger Altstadt.

Lage

Das Gebäude befindet sich am Herbert-von-Karajan-Platz Nr. 11 östlich des Sigmundstors und westlich hinter der Pferdeschwemme.

Geschichte

Zuvor befand sich hier ein Steinbruch, aus dem der Nagelfluh für den Salzburger Dom gebrochen wurde. Ab 1695 wurde dort unmittelbar an der Felswand des Mönchsbergs ein Getreide- und Heuspeicher für den gegenüberliegenden Hofmarstall errichtet. Weil das funktionale Gebäude gegenüber der Prunkfassade des Hofmarstalls vergleichsweise einfach war, wurde es durch eine Schauwand kaschiert, die mit Gemälden geschmückte wurde.

Beschreibung

Der Schüttkasten hat drei Geschoße. Im Erdgeschoß befinden sich sechs Rundbogenportale und darüber zwei Geschoße mit den ehemaligen Lagern und Speichern.

An der Vorderseite befindet sich ein Wappen mit der lateinischen Inschrift:

"Ioannes Ernestus Archiep:(iscopus) et P(ri)n(se)ps Salzb:(urgensis) S:(ancta) Sed:(is) Ap:(ostolicae) Leg:(atus) Nat:(us) − ex fundamento exstruxit A:(nn)o M.DC.XCVII"

Die Übersetzung lautet: Johann Ernst Bischof und Fürst von Salzburg, geborener Legat des Heiligen Apostolischen Stuhls − hat von Grund auf dieses Gebäude errichten lassen im Jahr des Herrn 1697.

Heute befindet sich in dem ehemaligen Schüttkasten das Kartenbüro der Salzburger Festspiele.

Nebengebäude

1806 wurde dem Schüttkasten gegenüberliegend an der Rückseite der Schauwand ein eingeschoßiges Magazin errichtet. 1940 wurden zwei Torbauten mit Garagen angebaut, sodass der Innenhof geschlossen war. Später wurde der Torbau am Schüttkasten wieder abgerissen und der andere Torbau in den Jahren 1984 bis 1988 in das Café Niemetz umgebaut. Heute existiert nur mehr das Torgebäude des ehemaligen Café Niemetz.[1]

Quelle

Einzelnachweis

  1. Salzburger Nachrichten, Salzburger Festspiele Spezial, Juli 2919