Johann Benedikt Gentilotti von Engelsbrunn: Unterschied zwischen den Versionen
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1704 wurde er von Kaiser Leopold I. als Präfekt der Hofbibliothek nach Wien berufen und in den Adelsstand erhoben. Von Wien aus begann er einen intensiven wissenschaftlichen Austausch mit führenden Gelehrten seiner Zeit (Gottfried Wilhelm Leibniz, Ludovico Antonio Muratori, Scipione Maffei u.a.). | [[1704]] wurde er von Kaiser [[Leopold I.]] als Präfekt der Hofbibliothek nach Wien berufen und in den Adelsstand erhoben. Von Wien aus begann er einen intensiven wissenschaftlichen Austausch mit führenden Gelehrten seiner Zeit (Gottfried Wilhelm Leibniz, Ludovico Antonio Muratori, Scipione Maffei u.a.). | ||
1707 entsandte ihn Kaiser Joseph I. mit dem neuen Vizekönig von [[Neapel]], Georg Adam Graf von Martinitz, in dieses (durch Erbschaft von den spanischen Habsburgern den österreichischen Habsburgern angefallene) Königreich. | [[1707]] entsandte ihn Kaiser [[Joseph I.]] mit dem neuen Vizekönig von [[Neapel]], Georg Adam Graf von Martinitz, in dieses (durch Erbschaft von den spanischen Habsburgern den österreichischen Habsburgern angefallene) Königreich. | ||
Nach seiner Rückkehr nach Wien widmete sich Gentilotti wieder der Wiener Hofbibliothek. Er schuf deren ersten vollständigen Katalog europäischer Handschriften. In seiner Amtszeit gelangen folgende Erwerbungen: | Nach seiner Rückkehr nach Wien widmete sich Gentilotti wieder der Wiener Hofbibliothek. Er schuf deren ersten vollständigen Katalog europäischer Handschriften. In seiner Amtszeit gelangen folgende Erwerbungen: | ||
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* 1723 die Bibliothek des Apostolo Zeno (1669 - 1750, kaiserlicher Hofdichter, Theaterlibrettist). | * 1723 die Bibliothek des Apostolo Zeno (1669 - 1750, kaiserlicher Hofdichter, Theaterlibrettist). | ||
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Version vom 14. Juli 2015, 08:25 Uhr
Johann Benedikt Gentilotti von Engelsbrunn, Johann Benedikt (Giovanni Benedetto) (II.) Gentilotti von Engelsbrunn (* 11. Juli 1672 Trient, † 20. September 1725 Rom) war Gelehrter, Kleriker und kaiserlicher Hofbibliothekar.
Leben
Er besuchte das Gymnasium in Trient. Anschließend studierte er in Salzburg, Innsbruck und schließlich acht Jahre lang in Rom Theologie, die Rechte, Arabisch, Hebräisch und Griechisch sowie Geschichte und Altertumskunde.
1703 ernannte ihn Johann Ernst Graf Thun, Fürsterzbischof von Salzburg, zum Hofrat und Kanzleidirektor.
1704 wurde er von Kaiser Leopold I. als Präfekt der Hofbibliothek nach Wien berufen und in den Adelsstand erhoben. Von Wien aus begann er einen intensiven wissenschaftlichen Austausch mit führenden Gelehrten seiner Zeit (Gottfried Wilhelm Leibniz, Ludovico Antonio Muratori, Scipione Maffei u.a.).
1707 entsandte ihn Kaiser Joseph I. mit dem neuen Vizekönig von Neapel, Georg Adam Graf von Martinitz, in dieses (durch Erbschaft von den spanischen Habsburgern den österreichischen Habsburgern angefallene) Königreich.
Nach seiner Rückkehr nach Wien widmete sich Gentilotti wieder der Wiener Hofbibliothek. Er schuf deren ersten vollständigen Katalog europäischer Handschriften. In seiner Amtszeit gelangen folgende Erwerbungen:
- 1720 die Bibliothek des (verstorbenen Generaladjutanten des Prinzen Eugen) Georg Wilhelm Freiherrn von Hohendorf mit 6730 kostbar gebundenen Druckwerken, und
- 1723 die Bibliothek des Apostolo Zeno (1669 - 1750, kaiserlicher Hofdichter, Theaterlibrettist).
1723 wurde er von Kaiser Karl VI. als Auditor Rotae Romanae für die Deutsche Nation nach Rom geschickt.
1722 hatte er durch den Verzicht seines Onkels Johann Bernardin (II., Stadtpfarrer von Linz) ein Kanonikat in Trient erhalten. Im September 1725 wurde Gentilotti vom Domkapitel zum Bischof von Trient gewählt, starb aber schon zwei Wochen nach seiner Wahl in Rom.
Seine Privatbibliothek wurde zur Keimzelle der heutigen Biblioteca Civica in Trient.
Werke
Das Hauptwerk ist der Wiener Handschriftenkatalog in 15 Manuskriptbänden.
Einige Werke ließ er, hauptsächlich in den Jahren 1717 und 1718, unter dem Pseudonym „Angelo Fontejus veronensis” erscheinen.
Literatur
Alfred A. STRNAD, Der Trientiner Johann Benedikt Gentilotti von Engelsbrunn (1672–1725). Notizen zu einem Lebensbild. In: Innsbrucker historische Studien 18/19 (1997) 553–586.