Bucculatricidae: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | '''Bucculatricidae''' sind eine Familie der | + | '''Bucculatricidae''' sind eine Familie der [[Schmetterling]]e ([[Lepidoptera]]). Die Tiere sind sehr klein (Spannweite unter 10 mm). Charakteristisch sind die verbreiterten Antennenbasen ("Augendeckel") in Verbindung mit einem abstehenden Busch haarförmiger Schuppen auf der Stirn. Viele Arten sind in der Grundfarbe weißlich mit nur undeutlichen Zeichnungen, was die Bestimmung oft recht erschwert. |
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| + | Die Raupen minieren jung in den Blättern verschiedenster Pflanzenfamilien, jede Art weist aber nur eine oder wenige verwandte Pflanzenarten als Futterpflanze auf. Deshalb ist der faunistische Nachweis über die Fraßspuren oft einfacher als über die [[Glossar_Biologie#I|''Imagines'']], die wegen ihrer Kleinheit ohnedies nur selten gefunden werden. Nach Verlassen der Minen leben die Raupen frei an Blättern, wobei sie sich durch Schabefraß und das Ausfressen von Löchern in den Blättern ernähren. Sehr charakteristisch sind die Kokons, die die Raupen für jede Häutung herstellen, und an denen sich die Zugehörigkeit zur Familie der Bucculatricidae leicht erkennen lässt. Es handelt sich dabei um feine, silberweiße Seidenhäutchen, unter denen die Raupe und später die leere Raupenhaut in gekrümmter Stellung zu erkennen sind. | ||
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| − | In Europa sind nur etwas über 50 Arten bekannt, von denen 10 auch aus Salzburg gemeldet wurden. Eine Art (''[[Bucculatrix noltei]]'') wurde erst vor kurzem in Salzburg entdeckt, eine zweite Art (''[[Bucculatrix cristatella]]'') gilt seit über 100 Jahren als verschollen und ist zudem in der Bestimmung nicht gesichert (Embacher et al. 2011, Kurz & Kurz 2011). ''[[Bucculatrix ulmifoliae]]'' wird darüber hinaus von Mairhuber (1965) aus [[Kasern]] gemeldet, doch findet sich kein entsprechender Beleg in der Landessammlung am [[Haus der Natur]]. Ein Vorkommen in Salzburg ist allerdings durchaus möglich, doch muss diese Art bis zu einem neuerlichen Nachweis in der Liste der Salzburger Schmetterlinge ebenfalls als fraglich angesehen werden. Bisher ist keine systematische Bearbeitung der Bucculatricidae Salzburgs erfolgt, auch der faunistische Nachweis, meist über die Minen, erfolgte nur sporadisch. Aus diesem Grund könnten noch einige weitere Arten im Bundesland aufgefunden werden. | + | In Europa sind nur etwas über 50 Arten bekannt, von denen 10 auch aus Salzburg gemeldet wurden. |
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| + | Bisher ist keine systematische Bearbeitung der Bucculatricidae Salzburgs erfolgt, auch der faunistische Nachweis, meist über die Minen, erfolgte nur sporadisch. Aus diesem Grund könnten noch einige weitere Arten im Bundesland aufgefunden werden. | ||
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*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2011. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 29 August 2011]. | *Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2011. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 29 August 2011]. | ||
| − | *Mairhuber, F. 1965. Zur Mikrolepidopterenfauna des Bundeslandes Salzburg (1. Beitrag). - Nachrichtenblatt der bayerischen Entomologen 14: 33-38. | + | *[[Friedrich Mairhuber|Mairhuber, F.]] 1965. Zur Mikrolepidopterenfauna des Bundeslandes Salzburg (1. Beitrag). - Nachrichtenblatt der bayerischen Entomologen 14: 33-38. |
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[[Kategorie: Pflanzen und Tiere]] | [[Kategorie: Pflanzen und Tiere]] | ||
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Version vom 25. September 2011, 17:35 Uhr
Allgemeines
Bucculatricidae sind eine Familie der Schmetterlinge (Lepidoptera). Die Tiere sind sehr klein (Spannweite unter 10 mm). Charakteristisch sind die verbreiterten Antennenbasen ("Augendeckel") in Verbindung mit einem abstehenden Busch haarförmiger Schuppen auf der Stirn. Viele Arten sind in der Grundfarbe weißlich mit nur undeutlichen Zeichnungen, was die Bestimmung oft recht erschwert.
Die Raupen minieren jung in den Blättern verschiedenster Pflanzenfamilien, jede Art weist aber nur eine oder wenige verwandte Pflanzenarten als Futterpflanze auf. Deshalb ist der faunistische Nachweis über die Fraßspuren oft einfacher als über die Imagines, die wegen ihrer Kleinheit ohnedies nur selten gefunden werden. Nach Verlassen der Minen leben die Raupen frei an Blättern, wobei sie sich durch Schabefraß und das Ausfressen von Löchern in den Blättern ernähren. Sehr charakteristisch sind die Kokons, die die Raupen für jede Häutung herstellen, und an denen sich die Zugehörigkeit zur Familie der Bucculatricidae leicht erkennen lässt. Es handelt sich dabei um feine, silberweiße Seidenhäutchen, unter denen die Raupe und später die leere Raupenhaut in gekrümmter Stellung zu erkennen sind.
Ebenfalls sehr charakteristisch sind die Kokons, in denen die Verpuppung erfolgt. Sie sind spindelförmig, mit auffallenden Längsrippen.
Kenntnisstand der Gruppe in Salzburg
In Europa sind nur etwas über 50 Arten bekannt, von denen 10 auch aus Salzburg gemeldet wurden.
Eine Art (Bucculatrix noltei) wurde erst vor kurzem in Salzburg entdeckt, eine zweite Art (Bucculatrix cristatella) gilt seit über 100 Jahren als verschollen und ist zudem in der Bestimmung nicht gesichert (Embacher et al. 2011, Kurz & Kurz 2011).
Bucculatrix ulmifoliae wird darüber hinaus von Mairhuber (1965) aus Kasern gemeldet, doch findet sich kein entsprechender Beleg in der Landessammlung am Haus der Natur. Ein Vorkommen in Salzburg ist allerdings durchaus möglich, doch muss diese Art bis zu einem neuerlichen Nachweis in der Liste der Salzburger Schmetterlinge ebenfalls als fraglich angesehen werden.
Bisher ist keine systematische Bearbeitung der Bucculatricidae Salzburgs erfolgt, auch der faunistische Nachweis, meist über die Minen, erfolgte nur sporadisch. Aus diesem Grund könnten noch einige weitere Arten im Bundesland aufgefunden werden.
Weiterführende Informationen
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Projekt: Fauna und Flora von Salzburg
Quellen
- Embacher, Gernot; Gros, Patrick; Kurz, M. A.; Kurz, M. E. & Zeller-Lukashort, Christof, 2011: Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematisches Verzeichnis mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur 19: 5-89.
- Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2011. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 29 August 2011].
- Mairhuber, F. 1965. Zur Mikrolepidopterenfauna des Bundeslandes Salzburg (1. Beitrag). - Nachrichtenblatt der bayerischen Entomologen 14: 33-38.