Domkapitelspital St. Johann: Unterschied zwischen den Versionen
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Es war nach dem [[Laurentiusspital]] das zweitälteste [[Spital]] für erwerbsunfähige Arme in der Stadt Salzburg. | Es war nach dem [[Laurentiusspital]] das zweitälteste [[Spital]] für erwerbsunfähige Arme in der Stadt Salzburg. | ||
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| + | Ein alter Name seit dem [[16. Jahrhundert]] war ''Spital zum Stubenberg'', ''das Spital der Stubenberger Hof'' kam daher, weil die [[Grafen von Stubenberg]] Salzburgische [[Ministerialen]] und Edelleute waren, die an der St.-Johanns-Kirche (die den Beinamen ''Kirche zum hl. Johann von Stubenberg'' hatte) ein Haus hatten. Eine andere ältere Erklärung für den Beinamen ist, weil [[Domherr]] Baltasar von Stubenberg [[1519]] als Spitalmeister große Verbesserungen des Spitalgebäudes und an seinem eigenen Haus unternahm.<ref>Quelle [[Lorenz Hübner]] in [https://books.google.at/books?id=m3IAAAAAcAAJ&printsec=frontcover#v=snippet&q=Stubenberg&f=false books.google.at], "Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt", Seite 264f</ref> | ||
[[1543]] beschloss das Domkapitel, die Aufnahme der ''Pfründner'' (das waren die Bewohner des Spitals) mit zwölf zu begrenzen, wie es auch in der ursprünglichen Stiftung vorgesehen war. [[1551]] lebte dann jedoch nur mehr vier Personen im Domkapitelspital. | [[1543]] beschloss das Domkapitel, die Aufnahme der ''Pfründner'' (das waren die Bewohner des Spitals) mit zwölf zu begrenzen, wie es auch in der ursprünglichen Stiftung vorgesehen war. [[1551]] lebte dann jedoch nur mehr vier Personen im Domkapitelspital. | ||
| − | Als [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] dieses Spital abbrechen ließ, um Platz für seinen geplanten Groß-[[Dom]] zu bekommen, schenkte er am [[20. Jänner]] [[1603]] dem Domkapitel die [[Stadtpfarrkirche St. Erhard|Pfarrkirche St. Erhard]] in [[Nonntal]] samt nebenstehendem Gebäude, das das schon bestehende Erhardspital (nur für Frauen) beherbergte, das bis dahin dem [[Benediktinenstift Nonnberg]] gehörte. Dort wurde das [[Erhardspital]] | + | Als [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] dieses Spital abbrechen ließ, um Platz für seinen geplanten Groß-[[Dom]] zu bekommen, schenkte er am [[20. Jänner]] [[1603]] dem Domkapitel die [[Stadtpfarrkirche St. Erhard|Pfarrkirche St. Erhard]] in [[Nonntal]] samt nebenstehendem Gebäude, das das schon bestehende Erhardspital (nur für Frauen) beherbergte, das bis dahin dem [[Benediktinenstift Nonnberg]] gehörte. Dort wurde das [[Erhardspital]] als neues Domkapitelspital, eingerichtet. [[1676]] begannen dann die Arbeiten zur Errichtung eines Männertraktes. So befanden sich dann links und rechts der Erhardkirche der Männer- und Frauentrakt. |
[[1896]] übersiedelte diese Anstalt in die ''Vereinigten Versorgungsanstalten'' in der [[Riedenburg]], heute das [[Seniorenwohnhaus Nonntal]]. | [[1896]] übersiedelte diese Anstalt in die ''Vereinigten Versorgungsanstalten'' in der [[Riedenburg]], heute das [[Seniorenwohnhaus Nonntal]]. | ||
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* [[Johann Ernest Tettinek]]: ''Die Armen-Versorgungs-und Heilanstalten im Herzogthume Salzburg'', [[1850]], [[Zaunrith'sche Buchdruckerei]] in [https://books.google.at/books?id=aIQqAQAAIAAJ&pg=RA1-PA88&dq=johann+ernst+tettinek&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjRvNvN4PbdAhXIfywKHRnSDBg4ChDoAQg3MAQ#v=onepage&q=johann%20ernst%20tettinek&f=false books.google.at Die Armen-Versorgungs-und Heilanstalten im Herzogthume Salzburg] | * [[Johann Ernest Tettinek]]: ''Die Armen-Versorgungs-und Heilanstalten im Herzogthume Salzburg'', [[1850]], [[Zaunrith'sche Buchdruckerei]] in [https://books.google.at/books?id=aIQqAQAAIAAJ&pg=RA1-PA88&dq=johann+ernst+tettinek&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjRvNvN4PbdAhXIfywKHRnSDBg4ChDoAQg3MAQ#v=onepage&q=johann%20ernst%20tettinek&f=false books.google.at Die Armen-Versorgungs-und Heilanstalten im Herzogthume Salzburg] | ||
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Aktuelle Version vom 10. September 2022, 09:20 Uhr
Das Domkapitelspital St. Johann, auch zum Stubenberg, ab 1603 als Kapitel- oder Erhardspital in Nonntal neu errichtet, war ein Ort der Armen- und Krankenfürsorge in der mittelalterlichen Stadt Salzburg.
Geschichte
Es war nach dem Laurentiusspital das zweitälteste Spital für erwerbsunfähige Arme in der Stadt Salzburg.
Es wurde 1122 gegründet und Erzbischof Konrad I. bewilltige 1143 ein eigenes Gebäude.[1]
Dieses Domkapitelspital des Salzburger Domkapitels befand sich bei der St.-Johanns-Kirche, etwa an der heutigen Ecke Kaigasse-Chiemseegasse.
Ein alter Name seit dem 16. Jahrhundert war Spital zum Stubenberg, das Spital der Stubenberger Hof kam daher, weil die Grafen von Stubenberg Salzburgische Ministerialen und Edelleute waren, die an der St.-Johanns-Kirche (die den Beinamen Kirche zum hl. Johann von Stubenberg hatte) ein Haus hatten. Eine andere ältere Erklärung für den Beinamen ist, weil Domherr Baltasar von Stubenberg 1519 als Spitalmeister große Verbesserungen des Spitalgebäudes und an seinem eigenen Haus unternahm.[2]
1543 beschloss das Domkapitel, die Aufnahme der Pfründner (das waren die Bewohner des Spitals) mit zwölf zu begrenzen, wie es auch in der ursprünglichen Stiftung vorgesehen war. 1551 lebte dann jedoch nur mehr vier Personen im Domkapitelspital.
Als Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau dieses Spital abbrechen ließ, um Platz für seinen geplanten Groß-Dom zu bekommen, schenkte er am 20. Jänner 1603 dem Domkapitel die Pfarrkirche St. Erhard in Nonntal samt nebenstehendem Gebäude, das das schon bestehende Erhardspital (nur für Frauen) beherbergte, das bis dahin dem Benediktinenstift Nonnberg gehörte. Dort wurde das Erhardspital als neues Domkapitelspital, eingerichtet. 1676 begannen dann die Arbeiten zur Errichtung eines Männertraktes. So befanden sich dann links und rechts der Erhardkirche der Männer- und Frauentrakt.
1896 übersiedelte diese Anstalt in die Vereinigten Versorgungsanstalten in der Riedenburg, heute das Seniorenwohnhaus Nonntal.
Quellen
- Quellenangaben im ursprünglichen Artikel "Armen- und Krankenfürsorge (historisch)"
- ANNO, Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1869, Geschichte und Lage
- Johann Ernest Tettinek: Die Armen-Versorgungs-und Heilanstalten im Herzogthume Salzburg, 1850, Zaunrith'sche Buchdruckerei in books.google.at Die Armen-Versorgungs-und Heilanstalten im Herzogthume Salzburg
Einzelnachweise
- ↑ Quelle ANNO, Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1869, Seite 288
- ↑ Quelle Lorenz Hübner in books.google.at, "Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt", Seite 264f