Zygaena purpuralis: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | '''Zygaena purpuralis''' (''Sphinx purpuralis'' Brünnich, 1763) ist eine | + | '''Zygaena purpuralis''' (''Sphinx purpuralis'' Brünnich, 1763) ist eine [[Insekten]]art aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] ''[[Lepidoptera]]'' (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] ''[[Zygaenidae]]'' (Widderchen). |
| − | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie== | + | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== |
| − | ''Z. purpuralis'' wurde in Salzburg bereits in allen Landesteilen gefunden, gilt in der [[Stadt Salzburg]] (Zone Ia nach [[Gernot Embacher|Embacher]] et al. 2011) aber als verschollen. Die Art ist besonders im Bergland weit verbreitet, nur Einzelfunde sind allerdings aus dem nördlichen [[Flachgau]] und dem oberen [[Salzachtal]] bekannt. Die dokumentierte Höhenverbreitung überdeckt mit rund 400 - 2 500 [[m ü. A.]] einen sehr weiten Bereich. Die Tiere bewohnen verschiedenste magere Wiesen, wie Sumpfwiesen, Magerwiesen, Halbtrockenrasen, Magerweiden höherer Lagen und alpine Matten, kommen nach Embacher (1998) aber nur "an den wärmsten und trockensten Stellen mit ausgiebigen ''Thymus''-Beständen und Nektarpflanzen für die Falter" vor. Hier fliegen sie in einer Generation pro Jahr von Ende Mai bis August, abhängig von der Höhenlage (Kurz & Kurz 2014). Die Raupen sollen nach Forster & Wohlfahrt (1960) zweimal überwintern, bevor sie erwachsen sind. | + | ''Z. purpuralis'' wurde in Salzburg bereits in allen Landesteilen gefunden, gilt in der [[Stadt Salzburg]] (Zone Ia nach [[Gernot Embacher|Embacher]] et al. 2011) aber als verschollen. Die Art ist besonders im Bergland weit verbreitet, nur Einzelfunde sind allerdings aus dem nördlichen [[Flachgau]] und dem oberen [[Salzachtal]] bekannt. Die dokumentierte Höhenverbreitung überdeckt mit rund 400 - 2 500 [[m ü. A.]] einen sehr weiten Bereich. Die Tiere bewohnen verschiedenste magere Wiesen, wie Sumpfwiesen, Magerwiesen, Halbtrockenrasen, Magerweiden höherer Lagen und alpine Matten, kommen nach Embacher (1998) aber nur "an den wärmsten und trockensten Stellen mit ausgiebigen ''Thymus''-Beständen und Nektarpflanzen für die Falter" vor. Hier fliegen sie in einer Generation pro Jahr von Ende Mai bis August, abhängig von der Höhenlage ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2014). Die Raupen sollen nach Forster & Wohlfahrt (1960) zweimal überwintern, bevor sie erwachsen sind. |
==Biologie und Gefährdung== | ==Biologie und Gefährdung== | ||
| − | Die Imagines sind tagaktiv und wurden zwischen 8 und 16 Uhr MEZ fliegend beobachtet. In einem Fall wurde die Nektaraufnahme an Wildem Majoran (''[[Origanum vulgare]]'') festgestellt. Embacher (1998) gibt als weitere Nektarpflanzen ''Knautia''-, ''Centaurea''- und ''Phyteuma''-Arten an. Die Raupen fressen nach Forster & Wohlfahrt (1960) ausschließlich an Thymian, wobei in Salzburg vermutlich die beiden häufigsten wilden Thymian-Arten (''[[Thymus praecox]]'' und ''[[Thymus pulegioides]]'') genutzt werden können. Die Verpuppung erfolgt in einem spindelförmigen Kokon. Da die Art in der [[Stadt Salzburg]] und vermutlich auch im nördlichen [[Flachgau]] ausgestorben ist, wird sie in die Kategorie 4R (Bestandsrisiko durch Rückgang) eingestuft (Embacher 1996, Embacher 1998). | + | Die [[Glossar Biologie#I|Imagines]] sind tagaktiv und wurden zwischen 8 und 16 Uhr MEZ fliegend beobachtet. In einem Fall wurde die Nektaraufnahme an Wildem Majoran (''[[Origanum vulgare]]'') festgestellt. Embacher (1998) gibt als weitere Nektarpflanzen ''Knautia''-, ''Centaurea''- und ''Phyteuma''-Arten an. Die Raupen fressen nach Forster & Wohlfahrt (1960) ausschließlich an Thymian, wobei in Salzburg vermutlich die beiden häufigsten wilden Thymian-Arten (''[[Thymus praecox]]'' und ''[[Thymus pulegioides]]'') genutzt werden können. Die Verpuppung erfolgt in einem spindelförmigen Kokon. Da die Art in der [[Stadt Salzburg]] und vermutlich auch im nördlichen [[Flachgau]] ausgestorben ist, wird sie in die Kategorie 4R (Bestandsrisiko durch Rückgang) eingestuft (Embacher 1996, Embacher 1998). |
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| − | *Embacher, G. 1996. Rote Liste der Großschmetterlinge Salzburgs. 3., neu bearbeitete Auflage. - Amt der Salzburger Landesregierung, Referat 13/02. Naturschutzbeiträge 7/96: 1-43. | + | *[[Gernot Embacher|Embacher, G.]] 1996. Rote Liste der Großschmetterlinge Salzburgs. 3., neu bearbeitete Auflage. - [[Amt der Salzburger Landesregierung, Abteilung 13 - Naturschutz|Amt der Salzburger Landesregierung, Referat 13/02]]. Naturschutzbeiträge 7/96: 1-43. |
*Embacher, G. 1998. Die Blutströpfchen des Landes Salzburg (Lepidoptera: Zygaenidae, Zygaeninae). - Stapfia, O.Ö. Landesmuseum Linz. 55: 85-96. | *Embacher, G. 1998. Die Blutströpfchen des Landes Salzburg (Lepidoptera: Zygaenidae, Zygaeninae). - Stapfia, O.Ö. Landesmuseum Linz. 55: 85-96. | ||
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*Forster, W. & Th. A. Wohlfahrt 1960. Die Schmetterlinge Mitteleuropas. Bd. III Spinner und Schwärmer (Bombyces und Sphinges). Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart, 239 pp., 8 SW-Tafeln, 28 Farbtafeln. | *Forster, W. & Th. A. Wohlfahrt 1960. Die Schmetterlinge Mitteleuropas. Bd. III Spinner und Schwärmer (Bombyces und Sphinges). Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart, 239 pp., 8 SW-Tafeln, 28 Farbtafeln. | ||
| − | *Kurz, M. A. & M. E. | + | *[[Marion Kurz|Kurz, M. A.]] & [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz, M. E.]] 2000–2014. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 05 September 2014]. |
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Aktuelle Version vom 9. Mai 2025, 17:55 Uhr
Zygaena purpuralis (Sphinx purpuralis Brünnich, 1763) ist eine Insektenart aus der Ordnung Lepidoptera (Schmetterlinge), Familie Zygaenidae (Widderchen).
Verbreitung, Lebensraum und Phänologie[1]
Z. purpuralis wurde in Salzburg bereits in allen Landesteilen gefunden, gilt in der Stadt Salzburg (Zone Ia nach Embacher et al. 2011) aber als verschollen. Die Art ist besonders im Bergland weit verbreitet, nur Einzelfunde sind allerdings aus dem nördlichen Flachgau und dem oberen Salzachtal bekannt. Die dokumentierte Höhenverbreitung überdeckt mit rund 400 - 2 500 m ü. A. einen sehr weiten Bereich. Die Tiere bewohnen verschiedenste magere Wiesen, wie Sumpfwiesen, Magerwiesen, Halbtrockenrasen, Magerweiden höherer Lagen und alpine Matten, kommen nach Embacher (1998) aber nur "an den wärmsten und trockensten Stellen mit ausgiebigen Thymus-Beständen und Nektarpflanzen für die Falter" vor. Hier fliegen sie in einer Generation pro Jahr von Ende Mai bis August, abhängig von der Höhenlage (Kurz & Kurz 2014). Die Raupen sollen nach Forster & Wohlfahrt (1960) zweimal überwintern, bevor sie erwachsen sind.
Biologie und Gefährdung
Die Imagines sind tagaktiv und wurden zwischen 8 und 16 Uhr MEZ fliegend beobachtet. In einem Fall wurde die Nektaraufnahme an Wildem Majoran (Origanum vulgare) festgestellt. Embacher (1998) gibt als weitere Nektarpflanzen Knautia-, Centaurea- und Phyteuma-Arten an. Die Raupen fressen nach Forster & Wohlfahrt (1960) ausschließlich an Thymian, wobei in Salzburg vermutlich die beiden häufigsten wilden Thymian-Arten (Thymus praecox und Thymus pulegioides) genutzt werden können. Die Verpuppung erfolgt in einem spindelförmigen Kokon. Da die Art in der Stadt Salzburg und vermutlich auch im nördlichen Flachgau ausgestorben ist, wird sie in die Kategorie 4R (Bestandsrisiko durch Rückgang) eingestuft (Embacher 1996, Embacher 1998).
Weiterführende Informationen
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Bilder
Zygaena purpuralis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Quellen
- Embacher, G. 1996. Rote Liste der Großschmetterlinge Salzburgs. 3., neu bearbeitete Auflage. - Amt der Salzburger Landesregierung, Referat 13/02. Naturschutzbeiträge 7/96: 1-43.
- Embacher, G. 1998. Die Blutströpfchen des Landes Salzburg (Lepidoptera: Zygaenidae, Zygaeninae). - Stapfia, O.Ö. Landesmuseum Linz. 55: 85-96.
- Embacher, Gernot; Gros, Patrick; Kurz, M. A.; Kurz, M. E. & Zeller-Lukashort, Christof, 2011: Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematisches Verzeichnis mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur 19: 5-89.
- Forster, W. & Th. A. Wohlfahrt 1960. Die Schmetterlinge Mitteleuropas. Bd. III Spinner und Schwärmer (Bombyces und Sphinges). Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart, 239 pp., 8 SW-Tafeln, 28 Farbtafeln.
- Kurz, M. A. & Kurz, M. E. 2000–2014. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 05 September 2014].
- ↑ siehe Phänologie