Leopold Kohr (Arzt): Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 9. Juli 2017, 08:15 Uhr
Medizinalrat Dr. med. Leopold Kohr (* 22. Jänner 1874 in Mestez-Hermanau, Kreis Chrudim, Böhmen; † 28. Dezember 1949) war bis 1938 Gemeindearzt in Oberndorf im Flachgau.
Leben
Der promovierte Arzt, Sohn einer jüdischen Oberlehrerfamilie, kam Anfang des 20. Jahrhunderts, wohl auf Grund seiner Bekanntschaft zu Ignaz Glaser nach Oberndorf. Nachdem er zum Katholizismus konvertiert war, heiratete er dort 1905 die Apothekerstochter Romana Müller, die ihm sieben Kinder schenkte, darunter den Philosophen Leopold Kohr und den Arzt Friedrich Kohr.
Leopold Kohr (Arzt) war vom im Jahr 1938 von den Nationalsozialisten erlassenen Berufsverbot für jüdische Ärzte betroffen, verlor durch diese Entrechtung seine berufliche Existenz und war aus diesem Grund - und auch um sein Leben zu schützen - zur Emigration gezwungen.
Einer Inhaftierung entging er wohl nicht zuletzt deshalb, weil er während des Juliputsches 1934 in Lamprechtshausen - ungeachtet der Parteizugehörigkeit - auch verwundete Nationalsozialisten behandelt hatte.
Nach dem Krieg kehrte Dr. Leopold Kohr (Arzt) sehr bald nach Österreich zurück und kümmerte sich um den Aufbau des Oberndorfer Krankenhauses.
Am 28. Jänner 1950 wurde ihm für seine Verdienste posthum die Ehrenbürgerwürde der Marktgemeinde Oberndorf verliehen.
Literatur
- Lehner, Gerald: Die Biographie des Philosophen und Ökonomen Leopold Kohr
Quellen
- Lepperdinger, Friedrich: Oberndorf und seine Bürger. Eine soziologische Studie. Oberndorf 2012.