Wasserschloss Freisaal: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 31. Juli 2016, 12:58 Uhr
Schloss Freisaal ist ein Wasserschloss im Süden der Stadt Salzburg im Stadtteil Nonntal. Von hier aus zogen die neu gewählten Salzburger Erzbischöfe, nachdem sie den Treueschwur geleistet hatten, feierlich in die Stadt selbst ein. Das Schloss befindet sich heute in unmittelbarer Nähe des Nordendes der Hellbrunner Allee. Es zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg.
Geschichte
Schloss Freisaal wurde erstmals 1392 in einem Lied des Mönchs von Salzburg erstmals erwähnt. Erbaut wurde die Wasserburg von Fürsterzbischof Pilgrim II. von Puchheim in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Sein Name leitet sich von Freudensaal ab. Das deutet darauf hin, dass bereits dieses (fürst)erzbischöfliche Lustschloss einen größeren Saal enthielt, der für gesellschaftliche Zusammenkünfte benutzt wurde.
Treueschwüre der Salzburger Erzbischöfe
Später gelangte es in privaten Besitz und wurde 1491 vom damaligen Besitzer Georg Zandl an Fürsterzbischof Friedrich V. von Schaunberg verkauft. Ernst von Bayern bestimmte das Schloss zum Ort des Gelöbnisses für alle neu gewählten Erzbischöfe. Hier hatten diese ihre Treueschwüre abzulegen. Anschließend ritten sie in einer feierlichen Prozession zum Nonntaler Tor, wo sie von den Vertretern des Domkapitels und der Stadtverwaltung erwartet wurden. Auch der letzte regierende Fürsterzbischof von Salzburg, Hieronymus Graf Colloredo, hielt sich noch 1772 an diesen Brauch.
Über den Einzug von Fürsterzbischof Kardinal Matthäus Lang von Wellenburg im Jahr 1519 in die Stadt Salzburg ist eine genaue Schilderung eines Chronisten (noch nicht von Freisaal aus) erhalten. Dabei sollen unter dem Donner der Kanonen und dem Geläute aller Glocken eine endlose Reihe von Bürgern mit gewappneten (mit Wappen versehene) Fähnlein mit dem Kardinal in die Stadt eingezogen sein. Dabei gewesen waren auch die Zünfte in ihren Festtrachten, die Bruderschaften in verschiedenfarbigen Kutten, der Hof mit Beamten und Lakaien, die Domherren, Pröpste und Äbte der Klöster und Stifte und der Erzbischof selbst im Kardinalpurpur auf einem weißem Zelter[1], der von Edelknaben und Suffraganbischöfen sowie den Lehensträgern des Erzstifts im Prunkharnisch, Carabinieri und Trabanten[2] begleitet wurde.
1549 wurde Schloss Freisaal unter dem Administrator Ernst Herzog von Bayern im manieristischen Stil neu erbaut. Der große Saal wurde von Fürsterzbischof Michael von Kuenburg 1557 mit Wandmalereien ausgestattet. Er ließ auch den Garten anlegen. Seit dem 19. Jahrhundert befindet sich das Wasserschloss in privatem Besitz. 1907 wurde es baulich sehr stark verändert und fast nichts mehr zeugt von seinem ursprünglichen Aussehen. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wohnten in dem damals nicht sehr gepflegten Gebäude zahlreiche Mietparteien. Erst viel später, als alle Mietparteien ausgezogen waren, konnte man das Schloss von Grund auf restaurieren.
Freisaal befindet sich heute wieder in einem erstklassigen Zustand. Das Schloss wurde 2006 an den deutschen Zeitungsbesitzer Erich Schuhmann[3] verkauft. Seine Lebensgefährtin Hewig Wenzl ließ die Fresken im Großen Saal (Freudensaal?) renovieren, die zu bedeutendsten Wandmalereien der Renaissance im heutigen Österreich gehören.
Literatur
Quellen
- Burgen Austria
- Salzburger Nachrichten 29. August 2008
Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974
Fußnoten
- ↑ Als Zelter bezeichnete im Mittelalter ein leichtes Reitpferd oder Maultier, das den besonders ruhigen und für den Reiter bequemen Zeltgang (die Spezialgangarten Pass und Tölt) beherrschte, Quelle: Wikipedia Zelter
- ↑ Trabanten waren dienende Begleiter, Leibwächter zu Fuß und dienten teils als Schutzwache fürstlicher Personen und hoher Beamten, Quelle Wikipedia
- ↑ 2007 verstorben, er leitete 500 Publikationen, darunter 38 Tageszeitungen mit insgesamt 16.000 Mitarbeitern; zuletzt betrug der Jahresumsatz mehr als zwei Milliarden Euro,Quelle: Salzburger Nachrichten vom 29. August 2008
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