Dürnbachgraben: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
K
K
Zeile 1: Zeile 1:
 
[[Datei:Dürnbachtal 2.jpg|thumb|Der Dürnbachgraben. Im Hintergrund das [[Obersulzbachtal]]]]
 
[[Datei:Dürnbachtal 2.jpg|thumb|Der Dürnbachgraben. Im Hintergrund das [[Obersulzbachtal]]]]
 
[[Datei:P1150468 Steinerhinteralm.jpg|thumb|[[Steinerhinteralm]]]]
 
[[Datei:P1150468 Steinerhinteralm.jpg|thumb|[[Steinerhinteralm]]]]
Der '''Dürnbachgraben''', auch Dürnbachtal genannt, ist ein nördliches Seitental, bzw. [[Graben|Seitengraben]] des [[Oberpinzgau]]er [[Salzachtal]]s.
+
Der '''Dürnbachgraben''', auch Dürnbachtal genannt, ist ein nördliches Seitental bzw. nördlicher [[Graben|Seitengraben]] des [[Oberpinzgau]]er [[Salzachtal]]s.
 
==Lage==
 
==Lage==
 
Er verläuft auf Höhe der Venedigersiedlung in [[Neukirchen am Großvenediger]] vom Salzachtal exakt nach Norden. Der Talschluss befindet sich unterhalb der [[Geige]] und der [[Geigenscharte]].
 
Er verläuft auf Höhe der Venedigersiedlung in [[Neukirchen am Großvenediger]] vom Salzachtal exakt nach Norden. Der Talschluss befindet sich unterhalb der [[Geige]] und der [[Geigenscharte]].
 
==Beschreibung==
 
==Beschreibung==
Der Dürnbachgraben ist im unteren Talbereich bis zur [[Steinernalm]], die etwa auf halbem Weg zum Talschluss liegt, bewaldet. Im oberen Teil dieses Bergwaldes befinden sich ausnehmend viele schön gewachsene [[Zirbe]]n. Oberhalb der Steineralm liegt die [[Steinerhinteralm]]. Beide [[Alm]]en werden bestoßen und bieten zudem einen Gastbetrieb an. Im Osten des Dürnbachgrabens liegen der [[Braunkogel]] und der [[Frühmesser]]. Im Westen befinden sich das [[Trattenbacheck]] und der [[Hüttenkopf]]. Der untere Talbereich weist am orografisch linken Ufer gefährliche Hangrutschungen auf und es ist daher nicht verwunderlich, dass der [[Dürnbach]], der das Tal entwässert, am Eintritt in das Haupttal massiv mit Sperren verbaut ist.
+
Der Dürnbachgraben ist im unteren Talbereich bis zur [[Steineralm]], die etwa auf halbem Weg zum Talschluss liegt, bewaldet. Im oberen Teil dieses Bergwaldes befinden sich ausnehmend viele schön gewachsene [[Zirbe]]n. Oberhalb der Steineralm liegt die [[Steinerhinteralm]]. Beide [[Alm]]en werden bestoßen und bieten zudem einen Gastbetrieb an. Im Osten des Dürnbachgrabens liegen der [[Braunkogel]] und der [[Frühmesser]]. Im Westen befinden sich das [[Trattenbacheck]] und der [[Hüttenkopf]]. Der untere Talbereich weist am orografisch linken Ufer gefährliche Hangrutschungen auf und es ist daher nicht verwunderlich, dass der [[Dürnbach]], der das Tal entwässert, am Eintritt in das Haupttal massiv mit Sperren verbaut ist.
 
==Lawinenkatastrophe==
 
==Lawinenkatastrophe==
Am 2. März 2012 brach eine Gruppe von 13 Schneeschuhwanderern, geführt von einer Pinzgauer ''Bergwanderführerin'', zu einer Wanderung in das Dürnbachtal auf. In der Mittagszeit löste sich oberhalb der Gruppe von der Südwestflanke des [[Braunkogel]]s eine mächtige [[Lawine|Gleitschneelawine]], die sechs Wanderer – darunter auch die Wanderführerin selbst - verschüttete. Ein deutscher Tourist verstarb, die übrigen Verschütteten wurden leicht verletzt. Ein Jahr später, im März 2013, wurde die Wanderführerin, die eingestand, dass sie die Lage falsch eingeschätzt hatte und die Gruppe unter ihrer Verantwortung zu spät am Vormittag aufgebrochen war, am Landesgericht Salzburg zu zehn Monaten bedingter Haft und zu einem Teilschmerzensgeld von € 2.000,00 verurteilt.
+
Am 2. März 2012 brach eine Gruppe von 13 Schneeschuhwanderern, geführt von einer Pinzgauer ''Bergwanderführerin'', zu einer Wanderung in das Dürnbachtal auf. In der Mittagszeit löste sich oberhalb der Gruppe von der Südwestflanke des [[Braunkogel]]s eine mächtige [[Lawine|Gleitschneelawine]], die sechs Wanderer – darunter auch die Wanderführerin selbst verschüttete. Ein deutscher Tourist verstarb, die übrigen Verschütteten wurden leicht verletzt. Ein Jahr später, im März 2013, wurde die Wanderführerin, die eingestand, dass sie die Lage falsch eingeschätzt hatte und die Gruppe unter ihrer Verantwortung zu spät am Vormittag aufgebrochen war, am [[Landesgericht Salzburg]] zu zehn Monaten bedingter Haft und zu einem Teilschmerzensgeld von € 2.000,00 verurteilt.
  
 
==Quellen==
 
==Quellen==
 
* Eigene Begehung
 
* Eigene Begehung
 
* Topografische Österreichische Karte, 1:25 000, 3219 – Ost Neukirchen am Großvenediger, Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Wien, 2008
 
* Topografische Österreichische Karte, 1:25 000, 3219 – Ost Neukirchen am Großvenediger, Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Wien, 2008
* Andreas Widmayer, ''Tödliches Ende einer Wanderung'', [[Salzburger Nachrichten]], 27. März 2013, Seite 23
+
* [[Andreas Widmayer]], ''Tödliches Ende einer Wanderung'', [[Salzburger Nachrichten]], 27. März 2013, Seite 23
 
[[Kategorie:Geografie]]
 
[[Kategorie:Geografie]]
 
[[Kategorie:Landschaft]]
 
[[Kategorie:Landschaft]]

Version vom 28. März 2015, 13:28 Uhr

Der Dürnbachgraben. Im Hintergrund das Obersulzbachtal

Der Dürnbachgraben, auch Dürnbachtal genannt, ist ein nördliches Seitental bzw. nördlicher Seitengraben des Oberpinzgauer Salzachtals.

Lage

Er verläuft auf Höhe der Venedigersiedlung in Neukirchen am Großvenediger vom Salzachtal exakt nach Norden. Der Talschluss befindet sich unterhalb der Geige und der Geigenscharte.

Beschreibung

Der Dürnbachgraben ist im unteren Talbereich bis zur Steineralm, die etwa auf halbem Weg zum Talschluss liegt, bewaldet. Im oberen Teil dieses Bergwaldes befinden sich ausnehmend viele schön gewachsene Zirben. Oberhalb der Steineralm liegt die Steinerhinteralm. Beide Almen werden bestoßen und bieten zudem einen Gastbetrieb an. Im Osten des Dürnbachgrabens liegen der Braunkogel und der Frühmesser. Im Westen befinden sich das Trattenbacheck und der Hüttenkopf. Der untere Talbereich weist am orografisch linken Ufer gefährliche Hangrutschungen auf und es ist daher nicht verwunderlich, dass der Dürnbach, der das Tal entwässert, am Eintritt in das Haupttal massiv mit Sperren verbaut ist.

Lawinenkatastrophe

Am 2. März 2012 brach eine Gruppe von 13 Schneeschuhwanderern, geführt von einer Pinzgauer Bergwanderführerin, zu einer Wanderung in das Dürnbachtal auf. In der Mittagszeit löste sich oberhalb der Gruppe von der Südwestflanke des Braunkogels eine mächtige Gleitschneelawine, die sechs Wanderer – darunter auch die Wanderführerin selbst – verschüttete. Ein deutscher Tourist verstarb, die übrigen Verschütteten wurden leicht verletzt. Ein Jahr später, im März 2013, wurde die Wanderführerin, die eingestand, dass sie die Lage falsch eingeschätzt hatte und die Gruppe unter ihrer Verantwortung zu spät am Vormittag aufgebrochen war, am Landesgericht Salzburg zu zehn Monaten bedingter Haft und zu einem Teilschmerzensgeld von € 2.000,00 verurteilt.

Quellen

  • Eigene Begehung
  • Topografische Österreichische Karte, 1:25 000, 3219 – Ost Neukirchen am Großvenediger, Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Wien, 2008
  • Andreas Widmayer, Tödliches Ende einer Wanderung, Salzburger Nachrichten, 27. März 2013, Seite 23