Epichnopterix montana: Unterschied zwischen den Versionen
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Auf der Suche nach den Weibchen fliegen die Männchen tagsüber umher. Wie alle heimischen Psychiden nehmen sie in ihrem kurzem Leben keine Nahrung zu sich. Die Raupen leben am Boden, besonders dort, wo die Vegetation etwas lückig und kurzrasig ist. Oft halten sie sich dabei auch in der Nähe von Thymian-Polstern auf, von denen sie sich vermutlich auch ernähren. Zur Verpuppung werden die Säcke entweder in der Vegetation, beispielsweise an ''Erica'', oder auch an Felsblöcke angesponnen. Die Art kommt nach bisheriger Kenntnis hauptsächlich über basischen [[Gestein]]en (Kalk oder Dolomit) vor, fliegt aber auch in den Hohen Tauern an Stellen mit Einsprengungen von Kalk. Trotzdem kann die Aufgabe traditioneller Bewirtschaftungsformen (extensive Almwirtschaft) zum Verlust zahlreicher Lebensräume in der Zukunft führen, weshalb wir die Art als potentiell bedroht ansehen. | Auf der Suche nach den Weibchen fliegen die Männchen tagsüber umher. Wie alle heimischen Psychiden nehmen sie in ihrem kurzem Leben keine Nahrung zu sich. Die Raupen leben am Boden, besonders dort, wo die Vegetation etwas lückig und kurzrasig ist. Oft halten sie sich dabei auch in der Nähe von Thymian-Polstern auf, von denen sie sich vermutlich auch ernähren. Zur Verpuppung werden die Säcke entweder in der Vegetation, beispielsweise an ''Erica'', oder auch an Felsblöcke angesponnen. Die Art kommt nach bisheriger Kenntnis hauptsächlich über basischen [[Gestein]]en (Kalk oder Dolomit) vor, fliegt aber auch in den Hohen Tauern an Stellen mit Einsprengungen von Kalk. Trotzdem kann die Aufgabe traditioneller Bewirtschaftungsformen (extensive Almwirtschaft) zum Verlust zahlreicher Lebensräume in der Zukunft führen, weshalb wir die Art als potentiell bedroht ansehen. | ||
Version vom 15. Januar 2025, 10:42 Uhr
Epichnopterix montana (Epichnopteryx pulla var. montana Heylaerts, 1900: 189) ist eine Art aus der Ordnung Lepidoptera, Familie Psychidae.
Diagnose
E. montana ist eine der Arten, bei denen die Männchen auf den Vorderflügeln nahezu haarförmige Deckschuppen aufweisen, die zudem nicht sonderlich dicht stehen. Die Säcke sind kurz und dick (9 bis 2 mm lang und 3 bis 4 mm dick ohne die Belegung aus Grasblättern) und bei den Männchen auch deutlich bauchig.
Verbreitung, Lebensraum und Phänologie[1]
E. montana ist in den Kalkalpen (Zone II nach Embacher et al. 2024) und den Zentralalpen (Zone IV) verbreitet und wurde auch im Lungau (Zone V) bereits einmal gefunden. Wie der wissenschaftliche Name sagt, kommt das Tier besonders in der montanen Zone der Alpen vor. Die Höhenverbreitung in Salzburg ist von 1150 bis 2050 m dokumentiert (Kurz & Kurz 2025). Wie die übrigen Epichnopterix-Arten, ist auch E. montana ein ausgesprochener Wiesenfalter. Ihr Lebensraum sind sonnige alpine Magerwiesen, felsdurchsetzte Magerweiden, aber auch sonnige, lückige Erica-Bestände am Rand von Nadelmischwäldern. Die Imagines schlüpfen im Juni, in der Zucht auch bereits ab April (Kurz & Kurz 2025). Die Raupen schlüpfen im Juli aus den Eiern und überwintern mindestens einmal, in höheren Lagen vermutlich auch zweimal (Sieder & Loebel 1954), bevor sie sich wieder zur Puppe und zum Falter verwandeln.
Nachbarfaunen
Nach Huemer (2013) fehlt die Art in Nordtirol, Niederösterreich, Wien und dem Burgenland. In Oberösterreich wird sie als fraglich angesehen (Hauser 2014, Kusdas & Reichl 1974 als E. montanella). Auch aus Bayern werden keine Funde gemeldet (Haslberger & Segerer 2016).
Biologie und Gefährdung
Auf der Suche nach den Weibchen fliegen die Männchen tagsüber umher. Wie alle heimischen Psychiden nehmen sie in ihrem kurzem Leben keine Nahrung zu sich. Die Raupen leben am Boden, besonders dort, wo die Vegetation etwas lückig und kurzrasig ist. Oft halten sie sich dabei auch in der Nähe von Thymian-Polstern auf, von denen sie sich vermutlich auch ernähren. Zur Verpuppung werden die Säcke entweder in der Vegetation, beispielsweise an Erica, oder auch an Felsblöcke angesponnen. Die Art kommt nach bisheriger Kenntnis hauptsächlich über basischen Gesteinen (Kalk oder Dolomit) vor, fliegt aber auch in den Hohen Tauern an Stellen mit Einsprengungen von Kalk. Trotzdem kann die Aufgabe traditioneller Bewirtschaftungsformen (extensive Almwirtschaft) zum Verlust zahlreicher Lebensräume in der Zukunft führen, weshalb wir die Art als potentiell bedroht ansehen.
Weiterführende Informationen
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Quellen
- Embacher, Gernot; Gros, Patrick; Kurz, M. A.; Kurz, M. E. & Zeller-Lukashort, Christof, 2011: Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematisches Verzeichnis mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur 19: 5-89.
- Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2011. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 04 Juli 2011].
- Sieder, L. & F. Loebel 1954. Wissenswertes über die Gattung Epichnopterix Hb. (Lep. Psychidae). Zeitschrift der Wiener Entomologischen Gesellschaft 39: 310-327, Taf. 17.
- ↑ siehe Phänologie