Augustiner-Eremiten-Kloster Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Augustinergasse, östliche Ansicht.jpg|thumb|Der Verbindungsbogen vom ehemaligen Augustinerkloster zur Müllner Stadtpfarrkirche (rechts)]]
[[Datei:Salzburg Kupferstich 1740 Detail Nr 25 Augustinerkloster.jpg|thumb|Detail (Ausschnitt): [[Salzburg (Kupferstich) Friedrich Bernhard Werner|Stadtansicht 1740]] <br/> (untere Bildhälfte)]]
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Das ehemalige '''Augustiner-Eremiten-Kloster Salzburg''' befindet sich am Beginn der [[Augustinergasse (Salzburg)|Augustinergasse]] in Salzburg-[[Mülln]] und zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt.  
Das ehemalige '''Augustinerkloster Salzburg''' befindet sich am Beginn der [[Augustinergasse]] in Salzburg-[[Mülln]].  
 
  
==Geschichte==  
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Als [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] [[1605]] die Augustiner-Eremiten aus München, [[Bayern]], nach Salzburg holte, übergab er ihnen zunächst die [[Müllner Kirche]] als Klosterkirche.  
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Als [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] [[1605]] die [[Augustinerorden|Augustiner-Eremiten]] aus [[München]] nach Salzburg holte, übergab er ihnen zunächst die [[Müllner Kirche]] als Klosterkirche.  
  
Schon seit der Mitte des [[15. Jahrhundert]]s gab es in Mülln ein Kollegiatstift (Kollegiatstifte waren einst eine beliebte Form autonomer priesterlicher Kollegien). Es fand vor allem im Fürsterzbischof [[Burkhard II. von Weißpriach]] einen Förderung. Nach seinem Tod fehlte dem Stift allerdings eine nötige Unterstützung und so übergab Wolf Dietrich nicht nur die Pfarrkirche an die Augustiner-Eremiten, sondern auch das Kollegiatstift. Dieses stattete er mit Geldmitteln so gut aus, dass es neben dem Stammhaus in München das zweitgrößte Augustinerkloster im bayerischen Raum war.  
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Schon seit der Mitte des [[15. Jahrhundert]]s gab es in Mülln ein Kollegiatstift (Kollegiatstifte waren einst eine beliebte Form autonomer priesterlicher Kollegien). Es fand vor allem in Fürsterzbischof [[Burkhard II. von Weißpriach]] einen Förderer. Nach dessen Tod fehlte dem Stift allerdings die nötige Unterstützung und so übergab Wolf Dietrich den Augustiner-Eremiten nicht nur die Pfarrkirche, sondern auch das Kollegiatstift. Dieses stattete er mit Geldmitteln so gut aus, dass es neben dem Stammhaus in München das zweitgrößte Augustinerkloster im bayerischen Raum war.  
  
Noch etwas war wichtig im Zusammenhang mit München und den Augustiner-Eremiten: das Bierbrauen verstanden sie sehr gut (noch heute ist es in München die älteste Münchner Braustätte). [[1621]] eröffnete also das [[Augustiner Bräustübl Mülln]]. Der Verkauf des Bieres erfolgte aber auch an der Klosterpforte. Und bald besaßen die Augustiner-Eremiten so viel Geld, dass sie das in Mülln gelegene [[Wirtshaus am Bach]], das auch eine Fleischhauerei besaß, erwerben konnten. [[1663]] folgte noch das ''Wirtshaus zum Schwarzen Bären'', der heutige [[Bärenwirt]] beim [[Bärengässchen]] – ebenfalls noch heute im Besitz der Mönche.  
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Im Zusammenhang mit München und dem Augustiner-Eremiten ist zu vermerken, dass die Mönche auch das [[Bier]]brauen gut verstanden, noch heute ist ihre Münchner Brauerei die älteste Münchner Braustätte. [[1621]] eröffnete der Bierausschank (später [[Augustiner Bräustübl Mülln]]). Der Verkauf des Bieres erfolgte auch an der Klosterpforte. Bald konnten sich die Augustiner-Eremiten das in Mülln gelegene [[Wirtshaus am Bach]], das auch eine Fleischhauerei besaß, erwerben. [[1663]] folgte das ''Wirtshaus zum Schwarzen Bären'', der heutige [[Bärenwirt (Stadt Salzburg)|Bärenwirt]] beim [[Bärengässchen]] – ebenfalls noch heute im Besitz der Mönche.  
  
Doch nach einer Blütezeit des Klosters und Bräus erfolgte im Zuge der Aufklärung Ende des [[18. Jahrhundert]]s ein Niedergang. Der Nachwuchs blieb aus und die in Salzburg einmarschierenden napoleonischen Truppen besetzten das riesige Gebäude für ihre Einheiten ([[Befreiungskriege (Überblick)|Befreiungskriege]]). Kaum waren die Franzosen abgezogen, brauchte es der in Salzburg regierende Kurfürst [[Ferdinand III. von Toskana]] für das Regiment Jordis.  
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Doch nach einer Blütezeit des Klosters und Bräus erfolgte im Zuge der Aufklärung Ende des [[18. Jahrhundert]]s ein Niedergang. Der Nachwuchs blieb aus und die in Salzburg einmarschierenden [[napoleon]]ischen Truppen besetzten das riesige Gebäude für ihre Einheiten ([[Koalitionskriege (Überblick)|Befreiungskriege]]). Kaum waren die [[Frankreich#Historische Salzburgbezüge |Franzosen]] abgezogen, brauchte es der [[Kurfürstentum Salzburg|Salzburger Kurfürst]] [[Ferdinand III. von Toskana|Ferdinand]] für das Regiment Jordis.  
  
Bis [[1851]] dauerte dann die Nutzung als Kaserne. Dann war es Erzbischof [[Augustin Johann Joseph Gruber]], der einen Neubeginn einleitete. Zunächst versuchte er über das Mutterhaus der Augustiner Nachwuchs nach Salzburg zu bekommen. Doch dieses sah sich außerstande das Kloster mit Patres zu besetzen. Daher wandte sich der Erzbischof an die [[Benediktinerabtei Michaelbeuern]], die gerade wirtschaftlich hart zu kämpfen hatte.  
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Bis [[1851]] dauerte die Nutzung als Kaserne. Währenddessen war es Erzbischof [[Augustin Johann Joseph Gruber]] (* 1763; † 1835), der einen Neubeginn einleitete. Zunächst versuchte er über das Mutterhaus der Augustiner, Nachwuchs nach Salzburg zu bekommen. Doch dieses sah sich außerstande, das Kloster mit Patres zu besetzen. Daher wandte sich der Erzbischof an die [[Benediktinerabtei Michaelbeuern]], die gerade wirtschaftlich hart zu kämpfen hatte.  
  
Am [[9. Juni]] [[1835]] übernahm dann die Benediktinerabtei Michaelbeuern Kloster und Bräu in Mülln. Als 1851 das Militär ausgezogen war, wurden Teile der Gebäude zu Mietwohnungen umgebaut. Im alten Klosterbezirk befindet sich Mühle, Wachszieherei und anderen Einrichtungen.
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Am [[9. Juni]] [[1835]] übernahm die Benediktinerabtei Michaelbeuern Kloster und Bräu in Mülln. Als 1851 das Militär ausgezogen war, wurden Teile der Gebäude zu Mietwohnungen umgebaut. Im alten Klosterbezirk befindet sich Mühle, Wachszieherei und anderen Einrichtungen.
  
 
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Version vom 26. August 2024, 21:01 Uhr

Das Hauptgebäude des Augustinerklosters.
Karte
Der Verbindungsbogen vom ehemaligen Augustinerkloster zur Müllner Stadtpfarrkirche (rechts)

Das ehemalige Augustiner-Eremiten-Kloster Salzburg befindet sich am Beginn der Augustinergasse in Salzburg-Mülln und zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt.

Geschichte

Als Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau 1605 die Augustiner-Eremiten aus München nach Salzburg holte, übergab er ihnen zunächst die Müllner Kirche als Klosterkirche.

Schon seit der Mitte des 15. Jahrhunderts gab es in Mülln ein Kollegiatstift (Kollegiatstifte waren einst eine beliebte Form autonomer priesterlicher Kollegien). Es fand vor allem in Fürsterzbischof Burkhard II. von Weißpriach einen Förderer. Nach dessen Tod fehlte dem Stift allerdings die nötige Unterstützung und so übergab Wolf Dietrich den Augustiner-Eremiten nicht nur die Pfarrkirche, sondern auch das Kollegiatstift. Dieses stattete er mit Geldmitteln so gut aus, dass es neben dem Stammhaus in München das zweitgrößte Augustinerkloster im bayerischen Raum war.

Im Zusammenhang mit München und dem Augustiner-Eremiten ist zu vermerken, dass die Mönche auch das Bierbrauen gut verstanden, noch heute ist ihre Münchner Brauerei die älteste Münchner Braustätte. 1621 eröffnete der Bierausschank (später Augustiner Bräustübl Mülln). Der Verkauf des Bieres erfolgte auch an der Klosterpforte. Bald konnten sich die Augustiner-Eremiten das in Mülln gelegene Wirtshaus am Bach, das auch eine Fleischhauerei besaß, erwerben. 1663 folgte das Wirtshaus zum Schwarzen Bären, der heutige Bärenwirt beim Bärengässchen – ebenfalls noch heute im Besitz der Mönche.

Doch nach einer Blütezeit des Klosters und Bräus erfolgte im Zuge der Aufklärung Ende des 18. Jahrhunderts ein Niedergang. Der Nachwuchs blieb aus und die in Salzburg einmarschierenden napoleonischen Truppen besetzten das riesige Gebäude für ihre Einheiten (Befreiungskriege). Kaum waren die Franzosen abgezogen, brauchte es der Salzburger Kurfürst Ferdinand für das Regiment Jordis.

Bis 1851 dauerte die Nutzung als Kaserne. Währenddessen war es Erzbischof Augustin Johann Joseph Gruber (* 1763; † 1835), der einen Neubeginn einleitete. Zunächst versuchte er über das Mutterhaus der Augustiner, Nachwuchs nach Salzburg zu bekommen. Doch dieses sah sich außerstande, das Kloster mit Patres zu besetzen. Daher wandte sich der Erzbischof an die Benediktinerabtei Michaelbeuern, die gerade wirtschaftlich hart zu kämpfen hatte.

Am 9. Juni 1835 übernahm die Benediktinerabtei Michaelbeuern Kloster und Bräu in Mülln. Als 1851 das Militär ausgezogen war, wurden Teile der Gebäude zu Mietwohnungen umgebaut. Im alten Klosterbezirk befindet sich Mühle, Wachszieherei und anderen Einrichtungen.

Das Augustiner-Eremiten-Kloster Salzburg zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg.

Bilder

 Augustiner-Eremiten-Kloster Salzburg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Quellen

Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg