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An seinen Südhängen befindet sich die [[Spielbergalm]], die im Winter als Skigebiet der [[Skischaukel Gaißau-Hintersee]] genutzt wird. Nachdem [[1970]] der längste Doppelsessellift Europas auf den [[Spielberg (Osterhorngruppe)|Spielberg]] errichtet worden war, folgten [[1971]] zwei kürzer Schlepplifte: ein Schlepplift mit 1,4 Kilomter Länge westlich Doppelsessellifts auf den Spielberg und ein Schlepplift von einem Kilometer Länge auf das Wieserhörndl. Die Kosten für die beiden Schlepplifte betrugen 3,5 Millionen Schilling (rund 254.000 Euro). Die Lifte wurden von [[Hans Pesendorfer]] aus [[Thalgau]] errichtet, der bereits fünf Lift im [[Bundesland Salzburg]] und in [[Oberösterreich]] errichtet hatte. | An seinen Südhängen befindet sich die [[Spielbergalm]], die im Winter als Skigebiet der [[Skischaukel Gaißau-Hintersee]] genutzt wird. Nachdem [[1970]] der längste Doppelsessellift Europas auf den [[Spielberg (Osterhorngruppe)|Spielberg]] errichtet worden war, folgten [[1971]] zwei kürzer Schlepplifte: ein Schlepplift mit 1,4 Kilomter Länge westlich Doppelsessellifts auf den Spielberg und ein Schlepplift von einem Kilometer Länge auf das Wieserhörndl. Die Kosten für die beiden Schlepplifte betrugen 3,5 Millionen Schilling (rund 254.000 Euro). Die Lifte wurden von [[Hans Pesendorfer]] aus [[Thalgau]] errichtet, der bereits fünf Lift im [[Bundesland Salzburg]] und in [[Oberösterreich]] errichtet hatte. | ||
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| + | Der Latschenalmwirt Rupert Viehauser starte vor etlichen Jahren seine Nachforschungen gemeinsam mit Martin Wallmann, dem Betriebsleiter der Bergbahnen Gaißau-Hintersee, wer das alte Gipfelkreuz aufgestellt hat. Wolfgang Ainz, der Leiter des Standesamts in Faistenau fand heraus, dass die Aufsteller bereits verstorben sind. In Absprache mit Gemeinde und Pfarrer einigte man sich darauf, ein neues Gipfelkreuz aufzustellen. Unklar war jedoch, wie die Kosten für ein neues Gipfelkreuz aufgebracht werden sollten. Dabei spielten Mundpropaganda und der Zufall mit. In der Region war bekannt, dass ein ''Bergfex'' aus [[Seekirchen am Wallersee]] ein Gipfelkreuz habe. | ||
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Version vom 6. Februar 2021, 09:52 Uhr
Das Wieserhörndl ist ein 1 567 m ü. A. hoher Berg in den nördlichen Kalkalpen in der Osterhorngruppe der Salzkammergut-Berge im Tennengau.
Geografie
Der Gipfel erhebt sich am Zusammentreffen der drei Gemeinde Faistenau und Hintersee im Flachgau mit Krispl, Ortschaft Gaißau im Tennengau. Der Gipfel liegt laut SAGIS im Gemeindegebiet von Faistenau.
Seine Nachbargipfel sind im Südosten die Anzenberghöhe und im Westen der Spielberg. Über den Gipfel führt ein markierter Wanderweg. Die nächsten Hütten befinden sich auf der Spielbergalm.
Geschichte
An seinen Südhängen befindet sich die Spielbergalm, die im Winter als Skigebiet der Skischaukel Gaißau-Hintersee genutzt wird. Nachdem 1970 der längste Doppelsessellift Europas auf den Spielberg errichtet worden war, folgten 1971 zwei kürzer Schlepplifte: ein Schlepplift mit 1,4 Kilomter Länge westlich Doppelsessellifts auf den Spielberg und ein Schlepplift von einem Kilometer Länge auf das Wieserhörndl. Die Kosten für die beiden Schlepplifte betrugen 3,5 Millionen Schilling (rund 254.000 Euro). Die Lifte wurden von Hans Pesendorfer aus Thalgau errichtet, der bereits fünf Lift im Bundesland Salzburg und in Oberösterreich errichtet hatte.
Gipfelkreuz
Der Latschenalmwirt Rupert Viehauser starte vor etlichen Jahren seine Nachforschungen gemeinsam mit Martin Wallmann, dem Betriebsleiter der Bergbahnen Gaißau-Hintersee, wer das alte Gipfelkreuz aufgestellt hat. Wolfgang Ainz, der Leiter des Standesamts in Faistenau fand heraus, dass die Aufsteller bereits verstorben sind. In Absprache mit Gemeinde und Pfarrer einigte man sich darauf, ein neues Gipfelkreuz aufzustellen. Unklar war jedoch, wie die Kosten für ein neues Gipfelkreuz aufgebracht werden sollten. Dabei spielten Mundpropaganda und der Zufall mit. In der Region war bekannt, dass ein Bergfex aus Seekirchen am Wallersee ein Gipfelkreuz habe.
Der aus Gastein stammende Thomas Schwaiger arbeitet als Schlosser bei der Firma Gschaider in Obertrum am See. Seine Freizeit verbringt er sommers wie winters in den Bergen. Bei seinen Bergtouren hatte er einmal auf dem dem Hohen Göll einem Freund gesagt, dass er auch gern ein Gipfelkreuz bauen würde. Und ein solches bekam er dann 2018 zu seinem 50. Geburtstag von Freunden geschenkt. Sein Chef hatte die Materialkosten in der Höhe von 3500 Euro gesponsert, viele Kollegen und Freunde ihre Arbeitszeit. Das Kreuz allein käme wohl auf rund 14.000 Euro, schätzt Schwaiger.
Lang war nicht klar, auf welchem Gipfel das Kreuz schließlich seine Heimat finden wird. Eine Anfrage beim Alpenverein verlief ins Leere. Dann erfuhr Schwaiger von der Suche eines Gipfelkreuzes für das Wieserhörndl und er bot sein Gipfelkreuz dafür an. Als die Pläne für die Aufstellung des neuen Kreuzes konkreter wurden, fanden sich noch weitere Spender und Sponsoren. Beispielsweise für die Kugel aus Untersberger Marmor, die in der Mitte des Kreuzes ruht und in welche die Namen der drei Gemeinden Faistenau, Hintersee und Krispl eingraviert sind, die hier auf dem Wieserhörndl zusammentreffen. Oder für den Jesuskopf aus Bronze, der den Behälter ziert, in dem das Gipfelbuch aufbewahrt wird. Auf der ersten Seite des Gipfelbuchs sind die Entstehungsgeschichte des Kreuzes sowie alle Beteiligten verewigt.
Es hätte am Nationalfeiertag 2020 mit einer Bergmesse eingeweiht werden sollen - doch ein Wintereinbruch und die Corona-Schutzmaßnahmen verhinderten größere Menschenansammlungen. Seit 3. November 2020 steht es an Ort und Stelle, auf dem Gebiet der Flachgauer Gemeinde Faistenau und eine würdige Einweihung mit Bergmesse ist noch geplant.
Bilder
Wieserhörndl – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Weblink
- Lage auf AMap
Quellen
- "Salzburger Nachrichten", 2. Oktober 1970 und 6. Februar 2021, ein Beitrag von Karin Portenkirchner
- Austrian Map, Teil der Österreichischen Karte des Bundesamts für Eich- und Vermessungswesen (BEV), im Internet unter maps.bev.gv.at abrufbar.
- Salzburger Geographisches Informationssystem (SAGIS), im Internet unter www.salzburg.gv.at/sagismobile... abrufbar.