Leopold Kohr (Arzt): Unterschied zwischen den Versionen

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== Leben ==
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Der promovierte Arzt, Sohn des jüdischen Oberlehrers Ignaz Kohr und seiner Frau Sofia, geborene Masseč,<ref>[http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/oberndorf-bei-salzburg/TFBIX/?pg=245 Taufbuch der Pfarre Oberndorf bei Salzburg, Band IX, S. 239]</ref> kam Anfang des [[20. Jahrhundert]]s, wohl auf Grund seiner Bekanntschaft zu [[Ignaz Glaser]] nach Oberndorf. Nachdem er zum Katholizismus konvertiert war, heiratete er am [[8. April]] [[1905]] in [[Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau Heimsuchung|Maria Bühel]] die [[Gustav Müller|Apothekerstochter]] Romana Müller (* 1882; † 1939), die ihm sieben Kinder schenkte, darunter den Philosophen [[Leopold Kohr]] (* 1909) und die Ärzte [[Anton Kohr (Medizinalrat)|Anton Kohr]] (* 1906) und [[Friedrich Kohr|Fritz Kohr]] (* 1918).
Der promovierte Arzt, Sohn des jüdischen Oberlehrers Ignaz Kohr und seiner Frau Sofia, geborene Masseč,<ref>[http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/oberndorf-bei-salzburg/TFBIX/?pg=245 Taufbuch der Pfarre Oberndorf bei Salzburg, Band IX, S. 239]</ref> kam Anfang des [[20. Jahrhundert]]s, wohl auf Grund seiner Bekanntschaft zu [[Ignaz Glaser]] aus Böhmen nach Oberndorf. Nachdem er zum Katholizismus konvertiert war, heiratete er am [[8. April]] [[1905]] in [[Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau Heimsuchung|Maria Bühel]] die [[Gustav Müller|Apothekerstochter]] Romana Müller (* 1882; † 1939), die ihm sieben Kinder schenkte, darunter den Philosophen [[Leopold Kohr]] (* 1909) und die Ärzte [[Anton Kohr (Medizinalrat)|Anton Kohr]] (* 1906) und [[Friedrich Kohr|Fritz Kohr]] (* 1918).


Leopold Kohr war vom im Jahr 1938 von den [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] erlassenen Berufsverbot für jüdische Ärzte betroffen, verlor durch diese Entrechtung seine berufliche Existenz und war aus diesem Grund - und auch um sein Leben zu schützen - zur Emigration gezwungen.
Leopold Kohr war vom im Jahr 1938 von den [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] erlassenen Berufsverbot für jüdische Ärzte betroffen, verlor durch diese Entrechtung seine berufliche Existenz und war aus diesem Grund - und auch um sein Leben zu schützen - zur Emigration gezwungen.

Version vom 20. Juni 2019, 15:36 Uhr

Medizinalrat Dr. med. Leopold Kohr (* 22. Jänner 1874 in Hermannstädtel bei Chrudim, tschechisch Heřmanův Městec, Böhmen; † 28. Dezember 1949) war bis 1938 Gemeindearzt in Oberndorf im Flachgau.

Leben

Der promovierte Arzt, Sohn des jüdischen Oberlehrers Ignaz Kohr und seiner Frau Sofia, geborene Masseč,[1] kam Anfang des 20. Jahrhunderts, wohl auf Grund seiner Bekanntschaft zu Ignaz Glaser aus Böhmen nach Oberndorf. Nachdem er zum Katholizismus konvertiert war, heiratete er am 8. April 1905 in Maria Bühel die Apothekerstochter Romana Müller (* 1882; † 1939), die ihm sieben Kinder schenkte, darunter den Philosophen Leopold Kohr (* 1909) und die Ärzte Anton Kohr (* 1906) und Fritz Kohr (* 1918).

Leopold Kohr war vom im Jahr 1938 von den Nationalsozialisten erlassenen Berufsverbot für jüdische Ärzte betroffen, verlor durch diese Entrechtung seine berufliche Existenz und war aus diesem Grund - und auch um sein Leben zu schützen - zur Emigration gezwungen.

Einer Inhaftierung entging er wohl nicht zuletzt deshalb, weil er während des Juliputsches 1934 in Lamprechtshausen - ungeachtet der Parteizugehörigkeit - auch verwundete Nationalsozialisten behandelt hatte.[2]

Nach dem Krieg kehrte Dr. Leopold Kohr sehr bald nach Österreich zurück und kümmerte sich um den Aufbau des Oberndorfer Krankenhauses.

Am 28. Jänner 1950 wurde ihm für seine Verdienste posthum die Ehrenbürgerwürde der Marktgemeinde Oberndorf verliehen.

Literatur

  • Lehner, Gerald: Die Biographie des Philosophen und Ökonomen Leopold Kohr

Quellen

Fußnoten