Trilety GmbH

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Trilety ist ein Unternehmen mit Sitz in der Tennengauer Bezirkshauptstadt Hallein.

Produkte

Das Unternehmen hat sich auf Kehrmaschinen, Waschgeräte und andere Spezialmaschinen wie Geräten zur Schienenrillenreinigung spezialisiert. Auch hat man bereits mehrere Flughäfen mit Geräten zum Absaugen von Enteisungsmitteln ausgerüstet, darunter auch den Flughafen Wien-Schwechat. Die Preise bewegten sich von 50.000 Euro für eine einfache Kehrmaschine bis zu jenseits der 350.000 Euro.

Geschichte

1953 gründete Dkfm. Heinrich Trilety mit seiner Frau Margaretha eine Handelsfirma für kommunaltechnischen Bedarf. Das Verkaufsprogramm umfasste Kehrmaschinen, Kanalreinigungsgeräte und Müllfahrzeuge. Ab 1965 arbeitet der älteste Sohn Werner neben dem Studium auch im Unternehmen.

2010 gab es den bisher größten Auftrag in der bald 70-jährigen Firmengeschichte. Damals lieferte man im Rahmen eines einzigen Auftrags gleich 35 Kehrmaschinen nach St. Petersburg in Russland, was knapp 40 Prozent des gesamten Jahresumsatzes entsprach. Dieser bewegte sich 2021 in einer Größenordnung zwischen fünf und sechs Millionen Euro jährlich und verteilte sich etwa zu gleichen Teilen auf Österreich, Deutschland und meist europäisches Ausland - mit Einzelprojekten immer wieder auch in den USA, Japan, China oder Nahost.

Russland war früher wichtiger. So sollten auch Fahrzeuge von Trilety den Roten Platz vor dem Kreml in Moskau reinigen. Für 2022 war ein Umsatzanteil von fünf Prozent eingeplant. Wegen des Ukraine-Kriegs und der Sanktionen hingen die Zahlungen in der Luft. Russische Kunden "dürfen nicht in Euro zahlen und ich stelle ihnen keine Rechnung in Rubel", sagte Trilety. Ein Auftrag sei vor Beginn der Kampfhandlungen gekommen. Gebaut werde aber erst, wenn die Zahlungsmodalitäten geklärt seien.

Im Juni 2026 wurde Unternehmen, eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, zahlungsunfähig. Am Donnerstag, dem 18. Juni 2026, wurde ein Konkursverfahren über Eigenantrag beim Salzburger Landesgericht eröffnet. Die wirtschaftlichen Turbulenzen hielten seit Längerem an und endeten nun in der Eröffnung eines Konkursverfahrens. 37 Dienstnehmer sind von der Insolvenz betroffen, das teilte der Kreditschutzverband von 1870 mit. Als Insolvenzursache wird auf die Coronapandemie und die damit verbundene Problematik bei den Lieferketten verwiesen. "Komponenten waren nicht fristgerecht lieferbar und Lieferzeiten erhöhten sich", teilt der KSV1870 mit. Aufträge hätten nicht in der üblichen Zeit fertiggestellt werden können.

Zum Bilanzstichtag im März 2025 wies das Unternehmen einen Bilanzverlust von rund 807.000 Euro aus. 4,3 Millionen Euro betrugen die Verbindlichkeiten. Zum Bilanzstichtag wurde ein negatives Eigenkapital in der Höhe von 672.000 Euro ausgewiesen.

207 Gläubiger und 37 Dienstnehmer waren betroffen. Einer davon, Roland Hallinger, führt den Betrieb nun weiter in die Zukunft. Der 49-Jährige war bis zuletzt als technischer Leiter am Ruder und war bereits 20 Jahre lang im Betrieb beschäftigt. Was produziert wurde, ging über seinen Tisch oder wurde von ihm selbst konstruiert. Hallinger hat nach dem Konkurs der Firma Trilety einen sogenannten Asset Deal gemacht und das gesamte Lager sowie alle unfertigen Maschinen gekauft. Auch die Rechte an der Marke Trilety konnte er sichern. Er beschäftige derzeit 27 Personen, davon mehr als die Hälfte in der Produktion.

Das Ersatzteilgeschäft sei praktisch sofort wieder angelaufen. Dann habe man begonnen, an bestehenden Aufträgen weiterzuarbeiten. Den Vertrieb in Österreich betreut Helmut Silberschneider, der auch als Geschäftspartner an Bord kommen wird. 90 Prozent des Geschäfts mache man mit Fahrzeugen der Marken MAN, Mercedes-Benz und Stangl. Die Bandbreite reicht von Fahrzeugen, die auf Gehsteige passen, über Zehn- bis Zwölftonner bis hin zu Lkw-Kehrmaschinen mit zwei bis drei Achsen und 15 Tonnen. Alle werden genau auf die Kundenwünsche angepasst. Das könne bei großen Fahrzeugen bis zu ein Jahr dauern, da man nichts vorproduzieren könne. 70 Prozent des Umsatzes werden in Deutschland, Österreich und der Schweiz erwirtschaftet.

Quellen

  • www.sn.at, Halleiner Kehraus auf dem Roten Platz, 15. März 2022
  • sn.at, 18. Juni 2026: Halleiner Fahrzeugbauer Trilety schlittert in den Konkurs – 37 Dienstnehmer betroffen
  • sn.at, 5. Oktober 2026: "Auftragsbücher sind voll": Wie Halleins Spezialfahrzeug-Bauer Trilety den Neustart schaffen will. Ein Beitrag von Karin Portenkirchner